Kalesche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kalesche · Nominativ Plural: Kaleschen
Aussprache
WorttrennungKa-le-sche (computergeneriert)
HerkunftPolnisch, Tschechisch
Wortbildung mit ›Kalesche‹ als Letztglied: ↗Jagdkalesche · ↗Reisekalesche · ↗Staatskalesche
eWDG, 1969

Bedeutung

veraltet dem Landauer ähnliche, aber leichter gebaute Kutsche, die ein zusammenklappbares Verdeck hat
Beispiele:
eine einspännige Kalesche
das Verdeck der Kalesche war aufgeklappt
als ihn [Goethe] ... die hochherrschaftliche Kalesche den Schloßberg hinauffuhr [GoesGabe62]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kalesche f. ‘leichter vierrädriger Einspänner’, seit der 2. Hälfte des 16. Jhs. bezeugt, entlehnt entweder aus tschech. kolesa oder aus poln. kolasa, (landschaftlich) kolosa ‘Kutschwagen’, eigentlich ‘Räder’, Pluralbildung zu atschech. tschech. kolo, apoln. poln. koło ‘Rad, Kreis’; vgl. aslaw. kolo ‘Rad, Scheibe’, im Plural kolesa auch ‘Wagen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kalesche [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Automobil
Synonymgruppe
Kalesche · ↗Karosse  ●  ↗Benzinkutsche  ugs., scherzhaft · ↗Flitzer  ugs. · ↗Flunder  ugs., fig. · ↗Hobel  ugs., fig. · ↗Karre  ugs., fig. · ↗Kiste  ugs., fig. · ↗Kutsche  ugs. · ↗Schleuder  ugs., fig. · ↗Schlitten  ugs., fig. · ↗Schüssel  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Kutsche Pferd königlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kalesche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Zarin in ihrer Kalesche musste glauben, es gehe ihren Untertanen gut und alles habe im Reich seine Ordnung.
Süddeutsche Zeitung, 23.10.1999
Die Kutschen und Kaleschen, die einst dort stehen sollten, kamen nie.
Die Zeit, 24.02.1964, Nr. 08
Hier schirrte der Knecht eilig eine Mähre aus einer Kalesche.
Betzner, Anton: Der Kohlhöfer. In: Kesten, Hermann (Hg.) 24 neue deutsche Erzähler, Leipzig u. a.: Kiepenheuer 1983 [1929], S. 160
Er war als kranker Mann ins Zeltlager gekommen, in offener Kalesche, den Apothekenwagen als Geleit.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 1049
Lotsenkommandeur Schwarzkopf stand vor seiner Tür und nahm beim Herannahen der Kalesche die Schiffermütze ab.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 110
Zitationshilfe
„Kalesche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kalesche>, abgerufen am 18.11.2019.

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