Kaltschale, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
WorttrennungKalt-scha-le
WortzerlegungkaltSchale2
Wortbildung mit ›Kaltschale‹ als Letztglied: ↗Gerstenkaltschale
eWDG, 1969

Bedeutung

süße Suppe, die aus Fruchtsaft, Milch, Bier oder Wein besteht und kalt serviert wird
Beispiele:
als Vorspeise, Nachtisch gab es eine Kaltschale
an heißen Tagen schmeckt eine Kaltschale gut
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kalt · Kälte · erkalten · erkälten · Erkältung · kaltblütig · Kaltschale · Kaltschmied
kalt Adj. ‘von niedriger Temperatur, erstarrt, gefühlsarm’, ahd. (9. Jh.), mhd. kalt, asächs. kald, mnd. kōlt, mnl. cout, nl. koud, aengl. ceald, cald, engl. cold, anord. kaldr, schwed. kall, got. kalds (germ. *kalda-) geht aus einer alten Partizipialbildung (auf ie. -to-) hervor, daher eigentlich ‘gekühlt, gefroren’; es stellt sich zu den überlieferten germ. Verben aengl. calan ‘erkalten, abkühlen’ und anord. kala ‘frieren, kalt machen’. Mit den ablautenden Verwandten ↗kühl (s. d.), lat. gelū ‘Kälte, Frost’, gelāre ‘gefrieren’, gelidus ‘eiskalt’ (s. ↗Gelee) setzt es eine (allerdings nur aus dem Germ. und Ital. zu erschließende) Wurzel ie. *gel(ə)- ‘kalt, frieren’ voraus. Kälte f. Adjektivabstraktum, ahd. kaltī (8. Jh.), mhd. kelte. erkalten Vb. ‘kalt werden, abkühlen’, ahd. irkaltēn, -kaltōn (9. Jh.), mhd. erkalten, zum gleichbed., im Nhd. untergegangenen Simplex ahd. kaltēn, kaltōn, mhd. kalten. erkälten Vb. reflexiv ‘durch Kälteeinwirkung erkranken’, mhd. erkelten ‘kalt machen’, zum gleichbed. Simplex mhd. kelten, das nhd. nicht mehr gebräuchlich ist; dazu Erkältung f. (16. Jh.). kaltblütig Adj. ‘leidenschaftslos, unerschrocken, skrupellos’ (18. Jh.). Kaltschale f. ‘kalt serviertes süßes (Suppen)gericht mit Früchten’ (17. Jh.), Zusammenrückung aus kalte Schale. Kaltschmied m. ‘ohne Feuer arbeitender Schmied’ (z. B. Kupferschmied), ahd. kaltsmid (Hs. 12. Jh.), mhd. kaltsmit ‘Kessel-, Kupfer-, Messingschmied’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier kann auch der entsprechende Most zur Verlängerung der Kaltschale dienen.
Neumann, Heinz u. Scharfe, Adolf: Gekonnt serviert, Berlin: Verl. Die Wirtschaft 1967, S. 66
Weil Hitze komplizierte organische Moleküle schnell zerfallen läßt, nahmen Urzeugungsforscher bisher an, die Evolution müsse in einer „Kaltschale“ begonnen haben.
Die Zeit, 28.09.1990, Nr. 40
Zimtrinde wird mitgekocht und kann Obstspeisen, Kaltschalen, Suppen und Getränke würzen.
o. A.: Wir kochen gut, Leipzig: Verl. für d. Frau 1968 [1963], S. 2
In der Gaststättenküche findet die Vollmilch eine vielseitige Verwendung zu Kaltschalen, Suppen, Soßen, zu Gebäck und Süßspeisen aller Art.
Kölling, Alfred: Fachbuch für Kellner, Leipzig: Fachbuchverl. VEB 1962 [1956], S. 104
Selbst der Lichtkünstler ist derselbe, wenn auch Ingo Maurers Installation im Treppenhaus und die Kaltschale im Eingangsbereich nur matt glimmen, wie Reflexe seiner früheren Arbeiten.
Süddeutsche Zeitung, 14.01.2004
Zitationshilfe
„Kaltschale“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kaltschale>, abgerufen am 22.08.2019.

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