Kamm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kamm(e)s · Nominativ Plural: Kämme
Aussprache
Wortbildung mit ›Kamm‹ als Erstglied: ↗Kamm-Macher · ↗Kammgarn · ↗Kammgriff · ↗Kammgrind · ↗Kammmacher · ↗Kammmuschel · ↗kammartig
 ·  mit ›Kamm‹ als Letztglied: ↗Dederonkamm · ↗Einsteckkamm · ↗Elfenbeinkamm · ↗Haarkamm · ↗Hahnenkamm · ↗Hornkamm · ↗Hühnerkamm · ↗Lausekamm · ↗Läusekamm · ↗Rosskamm · ↗Schmuckkamm · ↗Staubkamm · ↗Steckkamm · ↗Stielkamm · ↗Taschenkamm · ↗Weberkamm · ↗Zelluloidkamm · ↗Zierkamm
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mit Zinken versehenes Gerät, das zum Ordnen, Glätten des Haares oder als Haarschmuck dient
Beispiele:
ein Kamm aus Horn, Schildpatt
ein feinzinkiger, engzinkiger Kamm
den Kamm säubern
sich [Dativ] mit dem Kamm durchs Haar fahren
einen Kamm zerbrechen
aus dem Kamm sind Zinken herausgebrochen
Kamm und Bürste
auf einem Kamm blasen
einen Kamm ins Haar stecken
mit hochgestecktem Haar, überkrönt von einem Kamm aus Bernstein [BecherAbschied4,49]
salopp, scherzhaft, bildlich
Beispiel:
in diesem Haushalt liegt der Kamm auf, bei der Butter (= herrscht große Unordnung)
fachsprachlich Gerät zum Entfernen kurzer Fasern aus Wolle, Baumwolle, Chemiefasern
umgangssprachlich, übertragen alles über einen Kamm scherenalles mit demselben Maßstab messen, unterschiedslos behandeln
Beispiel:
du darfst nicht beide Schüler über einen Kamm scheren
2.
fleischige, rote, gezackte Hautfalte auf dem Kopf der Hühner, die bei den Hähnen besonders stark entwickelt ist
Beispiele:
dieser Hahn hat einen besonders großen, besonders roten Kamm
[das Huhn] Francesca aber hebt nur einmal den Kopf mit dem krausen Kamm [BobrowskiLevin230]
umgangssprachlich, bildlich jmdm. schwillt der Kammjmd. wird eingebildet, übermütig; jmd. wird herausfordernd, zornig
Beispiele:
unter der Wucht dieses plötzlichen Reichtums mußte mir der Kamm schwellen [MarchwitzaUnter uns88]
Sogleich schwoll ihm der Kamm gewaltig, und er drohte ... der bestürzten Frau mit den Gerichten [G. KellerGr. Heinrich4,65]
Hautgebilde auf dem Rücken mancher Molche, Reptilien
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kamm · kämmen · Kammgarn
Kamm m. ‘mit Zinken versehenes Gerät zur Haarpflege’, ahd. kamb(o) ‘Kamm, Helmbusch, Kranzgesims’ (10. Jh.), mhd. kamp, asächs. kamb, mnl. cam(b), mnd. nl. kam, aengl. camb, comb, engl. comb, anord. kambr, schwed. kam (germ. *kamba-) verbinden sich als ‘gezähntes Gerät’ mit aind. jámbhaḥ ‘Zahn’, jámbhatē ‘schnappt’, griech. gómphos (γόμφος) ‘Pflock’, lit. žam̃bas ‘Balkenkante, eckiger Gegenstand’, žem̃bti ‘(zer)schneiden’, aslaw. zǫbъ ‘Zahn’, russ. zub (зуб), so daß sich ie. *g̑ombhos ‘Zahn’ erschließen läßt. Sämtliche Formen gehören zu ie. *g̑embh- (daneben vielleicht auch *g̑emph-) ‘beißen, zerbeißen’, das als Nasalierung der Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ (s. ↗Kiefer m., ↗Käfer) anzusehen ist. Vgl. die Wendung alles über einen Kamm scheren ‘unterschiedliche Dinge gleich behandeln’ (16. Jh.), eigentlich wohl grobe und feine Wolle, aber auch unterschiedliche Haartrachten mit demselben Kamm, also auf dieselbe Art, behandeln. Vom Substantiv abgeleitet kämmen Vb. ‘mit einem Kamm glätten, ordnen’, ahd. kemben (um 1000), mhd. kemben, kemmen, asächs. kembian, aengl. cemban, engl. to comb, anord. kemba. Kammgarn n. ‘Garn aus reiner, gekämmter (gelockerter) Wolle’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fruchttraube · ↗Haube · Kamm
Synonymgruppe
Bergrücken · ↗Bergzug · ↗Gebirgsgrat · ↗Grat · ↗Höhenrücken · Kamm · ↗Naht
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Synonymgruppe
Hals · Kamm · ↗Schopfbraten · Schweinenacken
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kamm [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bürste Düne Erzgebirge Haarbürste Haarnadel Haarspray Lippenstift Nagelschere Puderdose Rasierer Rasierklinge Rasiermesser Rothaargebirge Schere Seife Shampoo Spange Taschenspiegel Thüringer Zahnbürste Zink Zinke geschwollen gezackt kämmen schartig scheren schwellen vergiftet zerbrochen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kamm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn denen der Mut sinkt, schwillt den Journalisten der Kamm.
Die Welt, 19.03.2005
Ich halte es für wenig sinnvoll, alle über einen Kamm zu scheren.
Der Tagesspiegel, 28.11.1999
Er hat ihr den Kamm weggenommen, dann hat sie gesungen.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 71
Sie war sich noch einmal mit dem Kamm durchs Haar gefahren und hielt mitten in der Bewegung inne.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 384
Dann kämmte sie mit einem Kamm des Toten Haare und schmückte sie mit kohlschwarzen Reiherfedern.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 915
Zitationshilfe
„Kamm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kamm#1>, abgerufen am 07.12.2019.

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Kamm, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kamm(e)s · Nominativ Plural: Kämme
Aussprache
Wortbildung mit ›Kamm‹ als Erstglied: ↗Kamm-Molch · ↗Kammgebirge · ↗Kammlage · ↗Kammlinie · ↗Kammmolch · ↗Kammstück · ↗Kammwanderung · ↗Kammweg
 ·  mit ›Kamm‹ als Letztglied: ↗Bergkamm · ↗Deichkamm · ↗Dünenkamm · ↗Felsenkamm · ↗Felskamm · ↗Gebirgskamm · ↗Hauptkamm · ↗Hügelkamm · ↗Rinderkamm · ↗Schaumkamm · ↗Schweinekamm · ↗Wellenkamm · ↗Wogenkamm · ↗Wolkenkamm
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
oberster Teil einer Erhebung
a)
die obersten, meist dachartig beiderseits der Kammlinie abfallenden Teile eines Gebirgszuges, eines Berges
Beispiele:
vom Kamm des Gebirges hat man eine schöne Fernsicht
den Kamm, auf dem Kamm entlangwandern
der Schlitten ... gewann über Serpentinen und steil aufsteigende Wege den Kamm [NollHolt2,200]
b)
oberster Teil einer Welle, Krone
Beispiele:
gischtige Kämme
Nur die weißen Kämme der Brandung zeichneten den Verlauf der Bucht nach [CramerKonzessionen35]
c)
oberster Teil eines Deiches, einer Düne
2.
Nackenstück von Schlachtvieh, besonders vom Schwein
Beispiele:
ich möchte ein Stück (vom) Kamm
ein Pfund Kamm
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kamm · kämmen · Kammgarn
Kamm m. ‘mit Zinken versehenes Gerät zur Haarpflege’, ahd. kamb(o) ‘Kamm, Helmbusch, Kranzgesims’ (10. Jh.), mhd. kamp, asächs. kamb, mnl. cam(b), mnd. nl. kam, aengl. camb, comb, engl. comb, anord. kambr, schwed. kam (germ. *kamba-) verbinden sich als ‘gezähntes Gerät’ mit aind. jámbhaḥ ‘Zahn’, jámbhatē ‘schnappt’, griech. gómphos (γόμφος) ‘Pflock’, lit. žam̃bas ‘Balkenkante, eckiger Gegenstand’, žem̃bti ‘(zer)schneiden’, aslaw. zǫbъ ‘Zahn’, russ. zub (зуб), so daß sich ie. *g̑ombhos ‘Zahn’ erschließen läßt. Sämtliche Formen gehören zu ie. *g̑embh- (daneben vielleicht auch *g̑emph-) ‘beißen, zerbeißen’, das als Nasalierung der Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’ (s. ↗Kiefer m., ↗Käfer) anzusehen ist. Vgl. die Wendung alles über einen Kamm scheren ‘unterschiedliche Dinge gleich behandeln’ (16. Jh.), eigentlich wohl grobe und feine Wolle, aber auch unterschiedliche Haartrachten mit demselben Kamm, also auf dieselbe Art, behandeln. Vom Substantiv abgeleitet kämmen Vb. ‘mit einem Kamm glätten, ordnen’, ahd. kemben (um 1000), mhd. kemben, kemmen, asächs. kembian, aengl. cemban, engl. to comb, anord. kemba. Kammgarn n. ‘Garn aus reiner, gekämmter (gelockerter) Wolle’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fruchttraube · ↗Haube · Kamm
Synonymgruppe
Bergrücken · ↗Bergzug · ↗Gebirgsgrat · ↗Grat · ↗Höhenrücken · Kamm · ↗Naht
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Synonymgruppe
Hals · Kamm · ↗Schopfbraten · Schweinenacken
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kamm [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bürste Düne Erzgebirge Haarbürste Haarnadel Haarspray Lippenstift Nagelschere Puderdose Rasierer Rasierklinge Rasiermesser Rothaargebirge Schere Seife Shampoo Spange Taschenspiegel Thüringer Zahnbürste Zink Zinke geschwollen gezackt kämmen schartig scheren schwellen vergiftet zerbrochen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kamm‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn denen der Mut sinkt, schwillt den Journalisten der Kamm.
Die Welt, 19.03.2005
Der Ritt über den Kamm des Ida war schön, aber kalt.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 3204
Sie war sich noch einmal mit dem Kamm durchs Haar gefahren und hielt mitten in der Bewegung inne.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1963], S. 384
Die Kämme zeichneten sich dunkel und weich vor einem helleren Streifen Himmel ab.
Pressler, Mirjam: Malka Mai, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg 2001, S. 60
Dann kämmte sie mit einem Kamm des Toten Haare und schmückte sie mit kohlschwarzen Reiherfedern.
Stucken, Eduard: Die weißen Götter, Stuttgart: Stuttgarter Hausbücherei [1960] [1919], S. 915
Zitationshilfe
„Kamm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kamm#2>, abgerufen am 07.12.2019.

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