Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kaninchen, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kaninchens · Nominativ Plural: Kaninchen
Aussprache  [kaˈniːnçən]
Worttrennung Ka-nin-chen
Wortbildung  mit ›Kaninchen‹ als Erstglied: Kaninchenbau · Kaninchenbraten · Kaninchenbucht · Kaninchenfalle · Kaninchenfell · Kaninchenfleisch · Kaninchenfrikassee · Kaninchenhalter · Kaninchenjagd · Kaninchenloch · Kaninchenstall · Kaninchenzucht · Kaninchenzüchter
 ·  mit ›Kaninchen‹ als Letztglied: Angorakaninchen · Hauskaninchen · Hermelinkaninchen · Rexkaninchen · Versuchskaninchen · Wildkaninchen
Herkunft zu gleichbedeutend con(n)inafrz
eWDG

Bedeutung

sich stark vermehrendes, dem Hasen ähnliches Nagetier, das gesellig in Bauen lebt und seines Fleisches und Felles wegen als Haustier gehalten wird, Karnickel
Beispiele:
Kaninchen schießen, jagen, erlegen
die Kaninchen haben im Wald großen Schaden verursacht
Kaninchen halten, züchten
die Kaninchen füttern
ein Kaninchen schlachten, braten
ein weißes, schwarzes Kaninchen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kaninchen n. hasenartiges Nagetier. Mnd. kanīn(e)ken, Deminutivum zu mnd. kanīn, gelangt mit hd. Deminutivsuffix -chen ins Omd. und wird durch Luthers Gebrauch in die Literatursprache (Caninchen, Caninichen, 16. Jh., Kaninchen, 17. Jh.) aufgenommen. Mnd. konīn und (mit vortonig verändertem Vokal) kanīn ist wie mnl. connijn, cunijn, nl. konijn entlehnt aus afrz. (besonders nordfrz.) con(n)in, das (mit Suffixwechsel) neben afrz. con(n)il steht, hervorgegangen aus lat. cunīculus ‘Kaninchen’, übertragen (im Hinblick auf den Kaninchenbau) ‘unterirdischer Gang’. Auf afrz. con(n)il beruht ahd. cǒnol (Hs. 12. Jh.), auf lat. cunīculus mhd. küniclīn, künglīn, frühnhd. Kun(i)glin, Künglīn, Künlīn (15. Jh.), Künlein (16. Jh., verbunden mit dem Deminutivsuffix mhd. -līn, nhd. -lein, s. d.) sowie (mit r-Einschub) md. Carnickelgen (17. Jh.), md. nordd. Karnickel. Da die Tiere ursprünglich auf der Pyrenäenhalbinsel und in Norditalien heimisch sind, stammt lat. cunīculus wohl aus einer nicht-ie. Sprache des Alpengebietes und der iberischen Halbinsel, also wahrscheinlich aus dem Ligur.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kaninchen · Karnickel  ●  Hase (vereinfachend)  ugs. · Hauskaninchen  fachspr. · Kanin  fachspr. · Lapinchen (Eifeler Platt)  ugs. · Mümmelmann  ugs., scherzhaft · Oryctolagus cuniculus (zool.)  fachspr. · Wildkaninchen  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kaninchen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kaninchen‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kaninchen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lassen sich sogar mit unseren gewöhnlichen Kaninchen nicht mehr kreuzen. [Petersen, Jes: Erde und Mensch, Berlin: Columbus-Verl. [1935] [1925], S. 68]
Und die drei Hunde nagten an den Knochen des Kaninchens. [Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 38]
Er fühlte sich wie das Kaninchen, das wie gebannt auf die Lichter des heranbrausenden Busses starrt, um überrollt zu werden. [C’t, 2000, Nr. 18]
Sollte er vielleicht doch auf das nächste Kaninchen, das er sah, schießen? [C’t, 1998, Nr. 3]
Das weiße Kaninchen mit den roten Augen blickte unterm Bett hervor. [Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 119]
Zitationshilfe
„Kaninchen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kaninchen>.

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