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Kanone, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kanone · Nominativ Plural: Kanonen
Aussprache
WorttrennungKa-no-ne (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
Wortbildung mit ›Kanone‹ als Erstglied: ↗Kanonenboot · ↗Kanonendonner · ↗Kanonenfeuer · ↗Kanonenfutter · ↗Kanonenkugel · ↗Kanonenkönig · ↗Kanonenofen · ↗Kanonenrohr · ↗Kanonenschlag · ↗Kanonenschuss · ↗Kanonier
 ·  mit ›Kanone‹ als Letztglied: ↗Abschusskanone · ↗Abwehrkanone · ↗Atomkanone · ↗Bombenkanone · ↗Fliegerabwehrkanone · ↗Flugabwehrkanone · ↗Fußballkanone · ↗Gulaschkanone · ↗Harpunenkanone · ↗Kobaltkanone · ↗Panzerabwehrkanone · ↗Schiffskanone · ↗Schikanone · ↗Schneekanone · ↗Skikanone · ↗Sportkanone · ↗Sportskanone · ↗Stimmungskanone · ↗Verkaufskanone · ↗Wasserkanone
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
Geschütz von großer Reichweite mit langem Rohr für direkten Beschuss, dessen Geschoss eine flache Flugbahn beschreibt
Beispiele:
Kanonen in Stellung bringen, auffahren
eine Kanone laden, richten, abfeuern
die Kanonen feuerten, donnerten
sprichwörtlich mit Kanonen nach, auf Spatzen schießen (= einer Sache mit unverhältnismäßig großem Aufwand entgegentreten)
Kanonen statt Butter, da fragt man sich doch, sind das noch Menschen? [BaierlFlinz2]
Und ein Schiff mit acht Segeln / Und mit fünfzig Kanonen / Wird liegen am Kai [BrechtSeeräuber-Jenny]
2.
salopp Könner auf einem Gebiet, besonders auf dem Gebiet des Sports
Beispiele:
der Skifahrer, Fußballer N ist eine (ganz große) Kanone geworden
eine Kanone im Skilaufen sein
er ist auf seinem Gebiet eine Kanone
3.
salopp etw. ist unter aller Kanoneetw. ist sehr schlecht, unter aller Kritik
Beispiele:
was du da geleistet hast, ist unter aller Kanone
das Fußballspiel war unter aller Kanone
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kanone · Kanonenfutter · Kanonade · Kanonier
Kanone f. ‘(schweres) Geschütz’. Im 16. Jh. wird ital. cannone m., vergrößernd zu ital. canna ‘Röhre, Rohr’ (lat. canna ‘kleines Schilfrohr, Röhre’, s. ↗Kanal) gebildet, ins Dt. übernommen. Bereits im 16. Jh. vollzieht sich der Bedeutungswandel von ‘großes Rohr’ zu ‘großes Geschütz’, und die als Femininum empfundene Form wird im Dreißigjährigen Krieg fester Bestandteil der Sprache, wobei ältere Bezeichnungen wie Kartaune, Feldschlange, Stück, Donnerbüchse verdrängt werden. Im 16. Jh. belegtes Canon m. beruht wohl auf Übernahme des ebenfalls aus dem Ital. entlehnten frz. canon m. Offensichtlich von Merkmalen wie ‘groß, durchschlagend, gewaltig’ ausgehend, entwickelt sich die moderne (20. Jh.) Übertragung ‘Sportgröße’, dann allgemein ‘Könner, As’. Kanonenfutter n. ‘Truppen, die im Krieg sinnlos geopfert werden’ (19. Jh.), nach engl. food for powder (Shakespeare). Kanonade f. ‘anhaltendes Geschützfeuer’ (17. Jh.), frz. canonnade (aus ital. cannonata). Kanonier m. ‘Artillerist’ (17. Jh.), für älteres Büchsenmeister, frz. canonnier.

Thesaurus

Militär
Synonymgruppe
Geschütz  ●  Kanone  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Ass · ↗Autorität · ↗Experte · ↗Großmeister · ↗Kapazität · ↗Koryphäe · Meister aller Klassen · Meister seines Fachs · ↗Wunderknabe  ●  ↗(ein) Supermann  ugs., fig. · ↗Crack  ugs. · ↗Granate  ugs. · ↗Guru  ugs. · Kanone  ugs. · ↗Leuchte  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Butter Donner Donnern Flugzeuge Gewehr Granatwerfer Haubitze Kaliber Kanone Maschinengewehr Munition Muskete Mörser Mündung Panzer Raketenwerfer Salutschuss Spatz Säbel Tennisschläger abfeuern auffahren beschießen bestücken donnern erbeutet großkalibrig nackt schießen verrostet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kanone‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Damit Agenda 2010 nicht Hose 2003 wird, müssen die Kanonen donnern.
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2003
Die Kanone mit dem Kopf drin liegt tatsächlich auf drei Tonnen.
Der Tagesspiegel, 02.09.1999
Ich zog ihm noch mal die Kanone über das Ohr, und wir gingen zurück.
Arjouni, Jakob: Happy birthday, Türke!, Zürich: Diogenes 1987 [1985], S. 97
Um die Kanonen beneidete er sie nicht, aber ums Fahren.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 175
Bei einem Treffen hatte er neben der großen Kanone gestanden.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 140
Zitationshilfe
„Kanone“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kanone>, abgerufen am 16.02.2019.

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