Kante, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kanten · Nominativ Plural: Kanten
Aussprache
WorttrennungKan-te (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kante‹ als Erstglied: ↗Kantenstepperei · ↗Kantenwind · ↗Kanthaken · ↗Kantholz · ↗Kantstein · ↗Käntchen2
 ·  mit ›Kante‹ als Letztglied: ↗Abbruchkante · ↗Außenkante · ↗Bahnsteigkante · ↗Bettkante · ↗Bordkante · ↗Bordsteinkante · ↗Handkante · ↗Innenkante · ↗Schnittkante · ↗Sofakante · ↗Spitzenkante · ↗Stoßkante · ↗Stuhlkante · ↗Tapetenkante · ↗Tischkante · ↗Unterkante · ↗Wasserkante · ↗Webekante · ↗Webkante
 ·  mit ›Kante‹ als Binnenglied: ↗Dreikantschlüssel  ·  formal verwandt mit: ↗hochkant
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
scharfe Schnittlinie zweier Flächen, die einen Körper begrenzen
Beispiele:
sich an der Kante eines Schrankes stoßen
Kinderzimmermöbel sollten keine scharfen Kanten haben
abgerundete Kanten
Kanten bestoßen Handwerk
stell die Kiste nicht auf die Kante, sonst kippt sie um
die Kanten des Berges zeichneten sich gegen den Himmel ab
bildlich
Beispiele:
die Ecken und Kanten (= Unausgeglichenheiten) seines Wesens abstoßen
Ihr verdanke ich es, daß ich manche Kanten meines Wesens abgeschliffen habe [SchweitzerAus meinem Leben102]
Rand
Beispiele:
sich auf die Kante des Bettes, Stuhles, Tisches, der Bank setzen
stell die Tasse nicht auf die Kante
die Kanten einer Jacke absteppen
Die alten rundum verwetzten Kanten [der ausgelassenen Ärmel] waren zu sehen [L. Frank6,451]
2.
eine Fläche, ein Muster abschließender Streifen
Beispiel:
die Tapete hat eine gelbe Kante
Randbesatz
Beispiele:
der Rock war mit einer roten Kante verziert
dieses Taschentuch hat eine hübsche gehäkelte Kante
3.
landschaftlich, umgangssprachlich Gegend
Beispiel:
ich wohne auch in dieser Kante
4.
umgangssprachlich
Beispiel:
Geld, etwas auf die hohe Kante legen (= Geld zurücklegen, sparen)
an allen Ecken und Kantenüberall
Beispiel:
ich habe dich an allen Ecken und Kanten gesucht
5.
veraltet
Beispiel:
In leichte, graubraune Foulardseide mit farbengleichen Brüsseler Kanten (= Spitzen) gehüllt [G. Hauptm.3,108]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kante · kanten · kantig · Kanthaken
Kante f. ‘(scharfer) Rand’. Im 17. Jh. wird mnd. kante f. ‘Kante, Ecke, Rand’ (daneben kant m. n.) ins Hd. aufgenommen. Es geht über mnl. cante, cant ‘Rand, Kante, Stück Brot’ und afrz. chant (apikard. can) ‘Seite’ auf lat. cantus ‘Radreifen, Radfelge’ (wie auch ital. span. canto ‘Ecke, Kante’ und griech. kanthós, κανθός ‘Radreifen’) zurück, das gall. Herkunft ist, vgl. kymr. cant ‘eiserner Reifen, Rand, Ecke’, bret. kant ‘Kreis’. Die oft belegte th-Schreibung in lat. canthus beruht auf dem Einfluß von wohl nicht verwandtem griech. kanthós (κανθός) ‘Augenwinkel’, das bei seiner Entlehnung ins Lat. mit cantus zusammenfällt. kanten Vb. ‘wenden, auf die Kante stellen’ (um 1700). kantig Adj. ‘mit einer Kante, spitzem Rand versehen’ (18. Jh.), älter kanticht (um 1700). Kanthaken m. ‘eiserner Haken zum Kanten und Heben von Lasten’, aus dem Nd.; jmdm. beim Kanthaken nehmen ‘die Meinung sagen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ecke · Kante · ↗Winkel
Synonymgruppe
Ecke · Kante · ↗Spitze · ↗Vorsprung · ↗Zacke · ↗Zinke · keilförmiges Stück
Assoziationen
Synonymgruppe
Kante · ↗Nahtstelle
Anatomie
Synonymgruppe
(ein) Trumm von einem Mann · ↗Goliath · ↗Hüne · ↗Hünengestalt · ↗Koloss · ↗Riesenkerl · Zweimetermann  ●  ↗Riese  Hauptform · (eine) XXL-Ausgabe  ugs., scherzhaft · (so eine) Kante (mit Geste)  ugs. · ↗Bulle  ugs. · Kerl wie ein Baum  ugs. · ↗Kleiderschrank  ugs., fig. · ↗Schrank  ugs., fig. · wenn (d)er im Türrahmen steht, wird es dunkel  ugs., Spruch
Oberbegriffe
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Belag Bürgersteigs Displays Ecken Kante Rundungen Sicken Ski abgerundet abgerundeten abgeschliffen abgeschrägte genäht geraden gerundeten geschliffene glätten hintere hohe legen messerscharfen oberen scharfen schleifen schräge senkrechten untere vordere äußerste

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kante‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Einen Teil des Gewinns wird er zudem für die Ausbildung seiner Kinder auf die hohe Kante legen.
Die Welt, 18.03.2005
Die Deutschen legen so wenig auf die hohe Kante wie nie zuvor.
Der Tagesspiegel, 16.12.1998
Weit voran im Norden schien das Meer wie ein riesiges Tuch über eine Kante zu fallen.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 161
An der oberen Kante dieser Wand erscheint plötzlich ein Kind.
Ernst, Otto: Appelschnut, Rostock: Hirnstoff 1989 [1907], S. 163
Er faßt mit dem Finger hinauf und wischt die Kante entlang.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 1, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 50
Zitationshilfe
„Kante“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kante>, abgerufen am 15.12.2017.

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