Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kapitalismus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kapitalismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ka-pi-ta-lis-mus
Wortzerlegung Kapital -ismus
Wortbildung  mit ›Kapitalismus‹ als Letztglied: Antikapitalismus · Casinokapitalismus · Industriekapitalismus · Kasinokapitalismus · Killerkapitalismus · Monopolkapitalismus · Raubtierkapitalismus · Spätkapitalismus · Turbokapitalismus
eWDG

Bedeutung

Wirtschaftsform, die durch das Privateigentum an Produktionsmitteln, privates Unternehmertum und die durch den Markt beeinflusste Entwicklung der Wirtschaft gekennzeichnet ist
Beispiele:
der frühe, späte Kapitalismus
die Ausbeutung der Arbeiter im Kapitalismus
das ökonomische Grundgesetz, die permanente Krise des Kapitalismus
der Imperialismus als letztes Stadium des Kapitalismus
das Schicksal der arbeitenden Menschen und Massen unterm Kapitalismus [ A. ZweigEinsetzung228]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kapital · kapital · Kapitalist · kapitalistisch · Kapitalismus · kapitalisieren
Kapital n. ‘Vermögen, (zinstragende) Geldsumme’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus ital. capitale ‘Wert, Grundsumme, Vermögen in Geld, Reichtum’, das auf lat. capitālis ‘den Kopf, das Leben betreffend, hauptsächlich’, auch ‘schwerwiegend, wichtig’, mlat. (substantiviert) ‘bewegliches Gut, Wert, Grundsumme’ beruht; zu lat. caput ‘Haupt, Kopf, Spitze, Hauptperson, Anführer, (Haupt)abschnitt, -absatz’, von Geld und Geldeswert ‘Hauptsumme, Grundstock, Kapital’. Durch Kapital werden ältere Bezeichnungen wie Hauptgut, spätmhd. houbetguot, houbetsumme, houbetgelt, deren erstes Glied lat. capitālis übersetzt, ungebräuchlich. Im 16. Jh. wird gelegentlich auch die Form altvenezian. cavedal in dt. Texten verwendet. – kapital Adj. ‘groß, hervorragend, schwerwiegend’ (17. Jh.), aus lat. capitālis (s. oben); häufig als erstes Kompositionsglied, vgl. Kapitalfehler, -hirsch, -verbrechen (lat. capitāle facinus), -verbrecher, -vergehen. Kapitalist m. ‘Unternehmer, Besitzer von Produktionsanlagen’ (18. Jh.), ‘Geldbesitzer’ (17. Jh.). kapitalistisch Adj. (19. Jh.). Kapitalismus m. ‘auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln und dem freien Unternehmertum beruhende Wirtschaftsform mit dem Markt als Regulativ’ (19. Jh.); vgl. gleichbed. frz. capitalisme (19. Jh.), zuvor ‘Reichtum’ (18. Jh.). kapitalisieren Vb. ‘zu Geld machen’ (19. Jh.), frz. capitaliser.

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Kapitalismus · Marktwirtschaft  ●  Verkehrswirtschaft  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kapitalismus‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kapitalismus‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kapitalismus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Leider gibt es aber den Kapitalismus ohne den Wolf nicht. [Kurz, Robert: Schwarzbuch Kapitalismus, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 133]
Während der achtziger Jahre änderte sich das Wesen des Kapitalismus grundlegend. [Barraclough, Geoffrey: Das europäische Gleichgewicht und der neue Imperialismus. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17645]
Ich halte das für eines der großen Traumata des modernen Kapitalismus. [Die Zeit, 06.04.2000, Nr. 15]
Die großen Fonds sind die treibenden Kräfte des neuen Kapitalismus. [Die Zeit, 23.03.2000, Nr. 13]
Die Phase des Kapitalismus ließ sich nach ihrer dialektischen Theorie eben nicht vermeiden. [Laue, Theodor H. von: Rußland im 19. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 17410]
Zitationshilfe
„Kapitalismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kapitalismus>.

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