Kapo, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kapos · Nominativ Plural: Kapos
Aussprache
WorttrennungKa-po (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1969

Bedeutung

nazistisch Häftling eines Konzentrationslagers, der als Aufsicht eingesetzt war
Beispiel:
Ich war doch selbst Funktionshäftling / Und hatte über mir den Kapo [P. WeissErmittlung5]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Korporal · Kapo
Korporal m. ‘Unteroffizier’, Entlehnung (Anfang 17. Jh.) des gleichbed. frz. (älter) corporal, einer unter dem Einfluß von mfrz. frz. corps ‘Truppenverband’ umgebildeten Nebenform von mfrz. frz. caporal. Dieses stammt aus ital. caporale ‘Unteroffizier’, einer Ableitung von ital. capo (vlat. capus, lat. caput) ‘Kopf, Oberhaupt, Anführer’, Plur. ital. (älter) und mlat. capora. Ein früher (16. Jh.) unmittelbar aus dem Ital. entlehntes Kaporal bleibt auf den obd. Sprachraum beschränkt. Kapo m. ‘Oberhaupt, militärischer Befehlshaber’ ist als Entlehnung von gleichbed. ital. capo nur vereinzelt im 17. Jh. bezeugt, während in der Soldatensprache (30er Jahre 20. Jh.) allgemein übliches Kapo für ‘Unteroffizier’ als Verkürzung von obd. Kaporal (s. oben) anzusehen ist. Davon ausgehend bezeichnet Kapo auch den ‘aufsichtführenden Häftling’ in den faschistischen Konzentrationslagern.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kapodaster  ●  Kapo  ugs., Jargon
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blockältesten KZ-Film Konzentrationslager Lager beschimpft jüdischen kommunistischen polnischen roten sogenannten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kapo‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Block riefen die Kapos die Nummern von denen auf, die vergast werden sollten.
Bild, 25.01.2000
Denn auf die Frage nach seinem Schweigen bei den Kapos hatte er tatsächlich etwas zu erklären, es klang zuverlässig wirr.
Die Zeit, 13.04.1990, Nr. 16
Ich wütete gegen den Kapo, aber davon wurde nichts anders, und um zwei Uhr etwa nahmen wir also die Fußwanderung wieder auf.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1945], S. 183
Der Kapo ging zu Krämer hinüber, Pröll war mit anwesend.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 258
Dort gehörte er zum illegalen Parteiaktiv, vertrat deutsche Gefangene im Internationalen Lagerkomitee, war Blockältester und Kapo im Krankenbau.
Baumgartner, Gabriele u. Hebig, Dieter (Hg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR - B. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1997], S. 15822
Zitationshilfe
„Kapo“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kapo>, abgerufen am 25.05.2018.

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