Kardinal, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kardinals · Nominativ Plural: Kardinäle
Aussprache 
Worttrennung Kar-di-nal
Wortbildung  mit ›Kardinal‹ als Erstglied: Kardinalbischof · Kardinalsgewand · Kardinalshut · Kardinalskollegium
 ·  mit ›Kardinal‹ als Letztglied: Kurienkardinal
Herkunft zu gleichbedeutend cardinālislat < cardinālislat ‘zur Türangel gehörig’, übertragen ‘im Angelpunkt, auf einem wichtigen Platz stehend, vorzüglich’
eWDG

Bedeutung

Religion höchster Würdenträger nach dem Papst
Beispiel:
der Papst beriet sich mit seinen Kardinälen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kardinal · kardinal- · Kardinalfrage · Kardinalzahl
Kardinal m. ‘hoher katholischer, zur Papstwahl berechtigter geistlicher Würdenträger’, mhd. kardenāl, kardināl. Das von lat. cardo (Genitiv cardinis) ‘Türangel’, übertragen ‘Haupt-, Dreh-, Angelpunkt’, abgeleitete Adjektiv lat. cardinālis ‘zur Türangel gehörig’, übertragen ‘im Angelpunkt, d. h. auf einem wichtigen Platz stehend, vorzüglich’, bezeichnet in der Kirchensprache in Verbindung mit presbyter, sacerdōs zunächst den ‘Hauptgeistlichen’ einer Kirche sowie in Verbindung mit pontifex, episcopus den ‘Priester höheren Ranges’. Danach gilt substantiviertes cardinālis im engeren Sinne für die wichtigsten Geistlichen in und um Rom (für die suburbikarischen Bischöfe, die Priester der Hauptkirchen und bestimmte Diakone), denen im 11. Jh. das Recht der Papstwahl übertragen wird; seit dieser Zeit erhalten auch auswärtige Bischöfe die Kardinalswürde. kardinal- Bestimmungswort in Zusammensetzungen ‘Haupt-, Grund-, hauptsächlich, grundsätzlich, vorzüglich’ (nach lat. cardinālis, s. oben) wie in Kardinalfrage f. ‘Haupt-, Grundfrage’ (Mitte 19. Jh.); Kardinalzahl f. ‘Grundzahl, natürliche Zahl’ (Anfang 19. Jh.), für spätlat. numerus cardinālis.

Typische Verbindungen zu ›Kardinal‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kardinal‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kardinal‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zahlreiche Kardinäle hielten jedoch schon dieses Regime für zu progressistisch. [o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 16098]
Der Kardinal zeigte sich öfters dem Orden geneigt, doch hat er wesentliche Erfolge für ihn nicht erringen können. [Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1930, S. 338]
Über so viel privates Geld verfügen Kardinäle normalerweise nicht mehr. [Die Zeit, 03.09.1998, Nr. 37]
Umgehend bedankte sich der Kardinal in einem Brief stellvertretend für alle, die von dieser Hilfe profitiert hatten. [Die Zeit, 12.04.1996, Nr. 16]
Die Tätigkeit des Kardinals habe zu der reaktionären Politik geführt, wie sie in der Welt geführt werde. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1949]]
Zitationshilfe
„Kardinal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kardinal>.

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