Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Karfiol, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Karfiols · Nominativ Plural: Karfiole
Aussprache 
Worttrennung Kar-fi-ol (computergeneriert)
Herkunft aus cavolfioreital ‘Blumenkohl’ < cavoloital ‘Kohl’ + fioreital ‘Blume’
eWDG

Bedeutung

süddeutsch, österreichisch Blumenkohl
Beispiele:
Die Preußen, die sagten Blumenkohl statt Karfiol [ KolbSchaukel23]
Er könnt mehr Grünzeugläden überzeugen / Daß andren Karfiol zu kaufen als / Den unsern, ungesund ist [ BrechtArturo Ui1]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Blume · blumig · geblümt · verblümt · unverblümt · Blumenkohl · Karfiol
Blume f. Blüten hervorbringende krautige Pflanze. Gemeingerm. Gebrauch von Bildungen mit m-haltigen Suffixen bezeugen ahd. bluomo m. (8. Jh.), bluoma f. (9. Jh.), mhd. bluome m. f., asächs. blōmo m., mnd. blōme f., mnl. bloeme, blomme, nl. bloem f., anord. blōmi m., blōm n., schwed. blomma, got. blōma m. (germ. *blōmō-). Sie gehören zu der unter blühen (s. d.) behandelten Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō-. blumig Adj. ‘blumenreich’ (17. Jh.), Ableitung vom Substantiv. geblümt Part.adj. ‘mit Blumen verziert’, zu älterem blümen ‘mit Blumen schmücken’, mhd. blüemen; vgl. ahd. bluomōn (9. Jh.). verblümt Part.adj. ‘durch Umschreibung verhüllt’, zu älterem, mit blümen gleichbed. verblümen, mhd. verblüemen, das heute meist in der verneinten Form unverblümt Adj. ‘geradeheraus, ohne Rücksicht’ (16. Jh.) gebraucht wird. Blumenkohl m. Übersetzung (Ende 16. Jh.) von ital. cavolfiore ‘Blumenkohl’ (aus ital. cavolo ‘Kohl’ und fiore ‘Blume’), das auch als Karfiol m. eingedeutscht wird (2. Hälfte 16. Jh.) und noch heute im Obd. üblich, aber im Rückzug begriffen ist.

Thesaurus

Botanik
Synonymgruppe
Blumenkohl · Blütenkohl · Käsekohl · Traubenkohl  ●  Karfiol  österr.
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Karfiol‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was hast du denn jetzt wieder in deinem Kopf, Kraut, Karfiol, Salatblätter, lauter Gemüse. [Bachmann, Ingeborg: Malina, Gütersloh: Bertelsmann 1992 [1971], S. 28]
Dennoch ist so gut wie jedem von ihnen eine österreichische Entsprechung beigefügt, in den genannten Fällen also Matura, Orange und Karfiol. [Die Zeit, 29.08.1997, Nr. 36]
Was Heuriger, Palatschinken und Karfiol sind, hat sich dank Tourismus und Karl Kraus in weiten Kreisen der hiesigen Bevölkerung herumgesprochen. [Die Welt, 26.11.1999]
Kartoffeln heißen Erdäpfel, Tomaten sind Paradeiser, ein Blumenkohl hört auf den Namen Karfiol, und starke Sprüche, wie sie Haider von sich gibt, nennt man "Sager". [Der Tagesspiegel, 27.07.2000]
Auch Radi und Karfiol drangen ihr schnell ins lernfähig frische Gehirn, ebenso wie der Schoklad und der Butter. [Süddeutsche Zeitung, 14.02.1996]
Zitationshilfe
„Karfiol“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Karfiol>.

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