Karfreitag, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Karfreitag(e)s · Nominativ Plural: Karfreitage
Aussprache  [kaːɐ̯ˈfʀaɪ̯taːk]
Worttrennung Kar-frei-tag
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

Freitag vor Ostersonntag, an dem der Kreuzigung Jesu Christi gedacht wird
siehe auch Karwoche
Karfreitag ist gesetzlicher Feiertag in christlich geprägten Ländern (stiller Feiertag in Deutschland), an dem Gottesdienste und Feste begangen werden.
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: der heilige Karfreitag
hat Präpositionalgruppe/-objekt: [von] Karfreitag bis Ostersonntag, Ostermontag
als Akkusativobjekt: Karfreitag begehen, feiern
in Koordination: Karfreitag und Karsamstag, Ostersonntag, Ostermontag, Ostern
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Tanzverbot am Karfreitag; die Feierlichkeiten zum Karfreitag
Beispiele:
Wegen der Pandemie war am Karfreitag […] die traditionelle Kreuzwegprozession im Kolosseum ausgefallen. [Süddeutsche Zeitung, 14.04.2020]
Auch die Moderaten unter den Nicht‑Fleischessern betrachten den Fisch nicht als Fleisch, […] und in der Fastenlehre der katholischen Kirche darf man den Fisch sogar am Karfreitag essen. [Süddeutsche Zeitung, 24.12.2020]
Alljährlich gibt es Streit um das Tanzverbot am Karfreitag, neben dem Volkstrauertag und dem Totensonntag der einzige bundesweite stille Feiertag. [Der Prignitzer, 26.11.2020]
An Karfreitag gedenken sie [die Christen] des Sterbens Jesu Christi – nach einer stillen Karwoche. [Neue Westfälische, 10.04.2020]
20 Jahre ist es her, dass sich Katholiken, die von einem vereinten Irland träumten, und Protestanten, die sich Großbritannien nahe fühlten, in einem am Karfreitag unterzeichneten Abkommen auf Frieden verständigten. [Der Tagesspiegel, 16.04.2018]
Der Mesner mit Weib und Tochter war in der Sakristei schon bei der Arbeit, um aus den Schränken herauszukramen, was alljährlich am Karfreitag zum Schmuck des Heiligen Grabes diente. [Ganghofer, Ludwig: Der Dorfapostel. Stuttgart: Adolf Bonz 1917 [1900], S. 245]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karfreitag · Karwoche
Karfreitag m. ‘Tag der Kreuzigung Christi, Freitag vor Ostern’, mhd. karvrītac (neben häufigerem kartac). Das Kompositum ist eine Bildung mit im Nhd. untergegangenem ahd. kara (9. Jh.), mhd. kar ‘Trauer, Wehklage’, asächs. kara ‘Sorge, Klage’, aengl. caru, cearu, engl. care ‘Sorge, Kummer’, anord. kǫr ‘Bett’, besonders ‘Krankenbett’, dichterisch ‘Kummer, Schmerz’, got. kara ‘Sorge’ (germ. *karō). Dieses gehört mit ahd. karōn (um 800), asächs. karon ‘wehklagen’, karm ‘Wehklage’, aengl. carian ‘sorgen’, cearm, cirm ‘Lärm, Geschrei’, got. (ga)karōn ‘sich kümmern’, mhd. karmen, karn ‘trauern, klagen’, mnd. karmen ‘wimmern, jammern, seufzen’ und den außergerm. Verwandten osset. zaryn (зapын) ‘Gesang’, zard (зap∂) ‘Lied, Gesang’, griech. gḗrys (γῆρυς) ‘Stimme, Ruf’, lat. garrīre ‘schwatzen, plaudern, plappern’, air. gairm ‘Ruf, Geschrei’, gāir ‘Geschrei’, gāire ‘Lachen’, kymr. gawr ‘Geschrei, Kampf’ zu einer Schallwurzel ie. *g̑ā̌r- ‘rufen, schreien’. Karwoche f. ‘Woche vor Ostern’, mhd. karwoche.

Thesaurus

Synonymgruppe
Freitag vor Ostern · Karfreitag

Typische Verbindungen zu ›Karfreitag‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Karfreitag‹.

Zitationshilfe
„Karfreitag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Karfreitag>.

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