Karmin, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Karmins · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungKar-min
HerkunftAltindisch → Arabisch → Französisch
Wortbildung mit ›Karmin‹ als Erstglied: ↗Karminlack · ↗karminrot
eWDG, 1969

Bedeutung

natürlicher roter Farbstoff
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karmesin · karmesinrot · Karmin · karminrot
Karmesin n. aus der Färberschildlaus (beheimatet in Südeuropa und Vorderasien), später aus der Koschenilleschildlaus (beheimatet in Mittelamerika) gewonnener tiefroter, lichtechter Farbstoff, entlehnt im 15. Jh. aus gleichbed. ital. (älter) carmesino. Im 17. und 18. Jh. setzt sich unter Einfluß von afrz. frz. cramoisi bzw. der Variante mfrz. cramoisin vorübergehend Cramoisin, Karmoisin durch. Zugrunde liegt das Adjektiv arab. qirmizī ‘von der Farbe der Schildlaus, scharlachfarbig’, zu arab. qirmiz ‘Schild-, Scharlachlaus’, das sich mit pers. kirm ‘Wurm’ vergleicht und höchstwahrscheinlich von aind. kṛ́miḥ ‘Wurm, Made’ herzuleiten ist (vgl. die bereits im Aind. auftretenden Farbbezeichnungen kṛmiḥ ‘von der Schildlaus erzeugte rote Farbe’, kṛmilikā ‘scharlachroter Stoff’). karmesinrot Adj. ‘rot wie Karmesin, leuchtend rot, scharlachrot’ (17. Jh.). Daneben steht gleichbed. Karmin n. aus (Anfang 18. Jh.) afrz. frz. carmin, entstanden durch Kontamination von arab. qirmiz ‘Schildlaus’ mit den aus lat. minium ‘Zinnober’ (s. ↗Miniatur, ↗Mennige) hervorgegangenen roman. Formen (vgl. auch ital. carminio, span. carmín). karminrot Adj. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Cochenille · ↗Karmesin · Karmin · Karmoisin · ↗Koschenille
Oberbegriffe
  • Farbstoff · Farbstoffteilchen · Färbestoff  ●  ↗Pigment  geh., lat.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie heißt Oksana, ist Weißrussin und hat zartes Karmin auf ihren gepuderten Wangen.
Die Zeit, 07.10.1999, Nr. 41
Die Haut im Gesicht und an den Armen war wie aus Milch, nur auf den Wangen lag ein Hauch Karmin.
Die Zeit, 20.12.1951, Nr. 51
Der rote Farbstoff, der dem Campari seine unvergleichliche Farbe gibt, heißt Karmin.
Bild, 24.02.2000
Vor Anwendung von Anilinfarben fertigte man rote T. meist aus Pernambukholz, Cocheuille oder Karmin, blaue aus Indigokarmin oder Berliner Blau.
o. A.: T. In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 1650
Zitationshilfe
„Karmin“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Karmin>, abgerufen am 21.02.2019.

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