Karren, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Karrens · Nominativ Plural: Karren
Aussprache
WorttrennungKar-ren
Wortbildung mit ›Karren‹ als Erstglied: ↗Karrengaul · ↗Karrenpferd · ↗Karrenrad · ↗Karrenspur
 ·  mit ›Karren‹ als Letztglied: ↗Badekarren · ↗Bretterkarren · ↗Bücherkarren · ↗Dieselkarren · ↗Elektrokarren · ↗Eselskarren · ↗Förderkarren · ↗Gemüsekarren · ↗Gepäckkarren · ↗Handkarren · ↗Henkerskarren · ↗Holzkarren · ↗Leichenkarren · ↗Mistkarren · ↗Ochsenkarren · ↗Panjekarren · ↗Schiebkarren · ↗Schinderkarren · ↗Schubkarren · ↗Schäferkarren · ↗Thespiskarren
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
einfaches Gefährt zur Beförderung von Lasten, das meist gezogen wird
Beispiele:
Jetzt folgten kleinere Karren, nur von einem Pferd gezogen [CramerKonzessionen148]
daß er ihn auf seinem Karren noch einmal hinausfahre vor die Stadt [WeismantelRiemenschneider275]
Aufrecht, so berichten die Augenzeugen, stand Trenck neben seinem Henker auf dem Karren und sang [B. FrankTrenck323]
Nur hie und da schob ein Geschäftsdiener einen zweirädrigen Karren vor sich her [KafkaAmerika290]
2.
salopp, abwertend
Synonym zu Karre (Lesart 2)
3.
salopp, übertragen
Beispiel:
jmdn. vor seinen Karren spannen (= jmdn. für seine Interessen einsetzen, ausnutzen)
Synonym zu Karre (Lesart 3)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karre · Karren · Karch · karren · karriolen · Kärrner
Karre f. (besonders md. und nordd.), Karren m. (besonders südd. und öst.) ‘einfaches, ein- bis vierrädriges Gefährt (zum Schieben oder Ziehen von Lasten)’, umgangssprachlich abschätzig ‘(altes) Fahrzeug’, ahd. karro m., karra f. (10. Jh.), mhd. karre f., karre(n) m., mnd. karre f., mnl. carre, kerre, nl. kar sind Entlehnungen aus lat. carrus bzw. mlat. carrus, carra ‘eine Art vierrädriger Transportwagen’, das aus gall. carros (aus *k̑ṛsos) latinisiert und mit lat. currus ‘Wagen’, Verbalnomen zu lat. currere (cursum) ‘laufen, rennen, eilen’, verwandt ist. Eine Nebenform zu Karre ist das heute vorwiegend noch im Südwestd. übliche Karch m. ‘zweirädriger Wagen’, ahd. karruh (9. Jh.), mhd. karrech, karrich, entlehnt aus lat. car(r)ūca, car(r)ūcha ‘Reisewagen, Staatskarosse (in der Kaiserzeit)’, mlat. ‘(meist zweirädriges) Gefährt, Räderpflug’. Vgl. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 94 ff. karren Vb. ‘mit einer Karre, einem Karren befördern’ (um 1500). karriolen Vb. auch (besonders nd.) karjolen ‘schnell umherfahren, herumkutschieren’ (18. Jh.), Ableitung von heute unüblichem, um 1700 aus gleichbed. frz. carriole entlehntem Karriol n., Karriole f. ‘zweirädriger leichter Kutschwagen’; dem frz. Substantiv geht aprov. carriola ‘kleiner zweirädriger Wagen’, Deminutivum zu aprov. carri ‘leichte Kutsche’, voraus, das wiederum über vlat. *carrium auf lat. carrus (s. oben) zurückgeht. Kärrner m. Das heute seltene, von Karren abgeleitete Substantiv bedeutet ursprünglich ‘Fuhrmann’, dann ‘mit einem Karren umherziehender Hausierer’, auch ‘Karrenschieber’, schließlich ‘harte körperliche Arbeit verrichtender Tagelöhner, Arbeiter’ (um 1500); heute vor allem in den Zusammensetzungen Kärrnerarbeit ‘harte, wenig geachtete Arbeit’, Kärrnerdienst ‘untergeordneter Dienst’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dreck Esel Morast Ochs Schlamm Sumpf Zugpferd anschieben beladen dreirädrig festfahren festgefahren flottmachen gezogen herausziehen hölzern parteipolitisch rattern rumpeln sizilianisch spannen spinnen verfahren vierrädrig wacklig weiterziehen ziehen zweirädrig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Karren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin stolz, bisher noch immer auf dem Karren der Verlierer gestanden zu haben.
Der Tagesspiegel, 08.05.2001
In der Tat war der Pfad im besten Fall für einen Karren breit genug.
Hettche, Thomas: Der Fall Arbogast, Köln: DuMont Buchverlag, 2001, S. 155
Der Karren für die Musikanten stand verwaist bei den Tischen.
Röhrig, Tilman: In dreihundert Jahren vielleicht, Würzburg: Arena 1984 [1983], S. 112
Dafür wurde abends der Lärm der Karren auf dem Pflaster unerträglich.
Die Zeit, 27.06.1980, Nr. 27
Als ich zurückkam, standen zwei geräumige Karren mit riesigen Rädern bereit.
Kubin, Alfred: Die andere Seite, München: Spangenberg 1990 [1909], S. 35
Zitationshilfe
„Karren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Karren>, abgerufen am 16.07.2019.

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