Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Karrieremacher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Karrieremachers · Nominativ Plural: Karrieremacher
Aussprache 
Worttrennung Kar-ri-ere-ma-cher · Kar-rie-re-ma-cher
Wortzerlegung Karriere machen -er
eWDG

Bedeutung

abwertend jmd., der Karriere machen will
Beispiele:
er ist ein übler, rücksichtsloser Karrieremacher
Instetten ist ein Karrieremacher – vom Streber will ich nicht sprechen [ FontaneBriestI 4,162]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Karriere · Karrieremacher · Karrierist
Karriere f. ‘(schneller) erfolgreicher Aufstieg im Beruf, Laufbahn’ wird im 18. Jh. als Carriere von frz. carrière ‘Rennbahn, Lauf, Fahrt, Lebensweg, (berufliche) Laufbahn’ übernommen, das vermutlich über aprov. carriera ‘Fahrweg, Straße’ auf spätlat. (via) *carrāria ‘Fahrweg’, eigentlich ‘(Straße) für Wagen’ (vgl. gleichbed. mlat. via carraria sowie spätlat. carrārius ‘Wagenbauer, Stellmacher’, zu lat. carrus ‘Wagen, Karren’, s. Karre) zurückgeht. Gamillscheg ²194, der die Entlehnung aus aprov. carriera für unwahrscheinlich hält, führt das frz. Substantiv auf ital. carriera ‘Rennbahn, Lauf’, älter auch ‘Fahrstraße’ (dieses zu ital. carro ‘Karren, Wagen’, aber wohl gleichfalls dem Aprov. folgend) zurück. Als unmittelbare Entlehnung aus ital. carriera, das außerdem ‘schnellste Gangart des Pferdes’ bedeutet, erscheint Ende des 16. Jhs. Carriera, Carrera, später unter Einfluß von frz. carrière meist Carrier, Carrière, schließlich Karriere in der Bedeutung ‘gestreckter Galopp’. Karrieremacher m. ‘wer in rücksichtsloser Weise seinen beruflichen Aufstieg erkämpft’ (20. Jh.), aus der Wendung Karriere machen ‘beruflich schnell vorankommen, zu Einfluß und Ansehen gelangen’ (19. Jh.); Karrierist m. (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ehrgeizler · Ehrgeizling · Karrieremacher · Karrierist · Streber
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Karrieremacher‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Karrieremacher‹.

Verwendungsbeispiele für ›Karrieremacher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sie fleißig büffeln, werden sie als angepaßte Karrieremacher kritisiert, wenn sie öffentlich demonstrieren, als unreife Unruhestifter abgetan. [Süddeutsche Zeitung, 01.08.1994]
Selbst die zielstrebigsten, intelligentesten Karrieremacher fallen angesichts der Erfolgsdaten des Bundespräsidenten in dumpfe Resignation. [Süddeutsche Zeitung, 23.01.1998]
Kein Karrieremacher strampelt sich ab, sondern das Mondgesicht eines unsicheren Aufsteigers erstarrt im Dauerlächeln. [Die Zeit, 02.03.1984, Nr. 10]
In der Tat ziehen die ORF‑Positionen vornehmlich parteipolitisch orientierte Karrieremacher an, wobei sich vor allem Parteisekretäre besonderer Beliebtheit erfreuen. [Die Zeit, 11.02.1980, Nr. 06]
Natürlich will keiner der Studenten eine reine business school, eine eingleisige Veranstaltung für Yuppies, Karrieremacher und Kids reicher Eltern. [Die Zeit, 01.03.1996, Nr. 10]
Zitationshilfe
„Karrieremacher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Karrieremacher>.

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