Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kartoffel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kartoffel · Nominativ Plural: Kartoffeln
Aussprache 
Worttrennung Kar-tof-fel
Wortbildung  mit ›Kartoffel‹ als Erstglied: Kartoffelacker · Kartoffelanbau · Kartoffelball · Kartoffelbauch · Kartoffelbauer · Kartoffelblüte · Kartoffelboden · Kartoffelbofist · Kartoffelbranntwein · Kartoffelbrei · Kartoffelchip · Kartoffeldämpfer · Kartoffeleinkellerung · Kartoffeleinsatz · Kartoffelernte · Kartoffelfeime · Kartoffelfeld · Kartoffelferien · Kartoffelfeuer · Kartoffelflocken · Kartoffelfäule · Kartoffelgabel · Kartoffelgulasch · Kartoffelhacke · Kartoffelhorde · Kartoffelkarte · Kartoffelkeller · Kartoffelkloß · Kartoffelknolle · Kartoffelknödel · Kartoffelkombine · Kartoffelkorb · Kartoffelkrankheit · Kartoffelkraut · Kartoffelkäfer · Kartoffellegemaschine · Kartoffelmehl · Kartoffelmiete · Kartoffelmus · Kartoffelnase · Kartoffelnudel · Kartoffelpfannkuchen · Kartoffelpflanze · Kartoffelpflanzmaschine · Kartoffelpresse · Kartoffelpuffer · Kartoffelpüree · Kartoffelquetsche · Kartoffelrodemaschine · Kartoffelroder · Kartoffelsack · Kartoffelsalat · Kartoffelschale · Kartoffelschmarren · Kartoffelschmarrn · Kartoffelschnaps · Kartoffelschnee · Kartoffelschäler · Kartoffelschälmaschine · Kartoffelschälmesser · Kartoffelsorte · Kartoffelsortiermaschine · Kartoffelspiritus · Kartoffelsprit · Kartoffelstock · Kartoffelstärke · Kartoffelsuppe · Kartoffelteig · Kartoffelwasser
 ·  mit ›Kartoffel‹ als Letztglied: Backkartoffel · Bratkartoffel · Brühkartoffel · Béchamelkartoffel · Couch-Kartoffel · Couchkartoffel · Dünstkartoffel · Einkellerungskartoffel · Fabrikkartoffel · Folienkartoffel · Frühkartoffel · Futterkartoffel · Marzipankartoffel · Mittelfrühkartoffel · Nierenkartoffel · Ofenkartoffel · Pellkartoffel · Petersilienkartoffel · Pflanzkartoffel · Quellkartoffel · Quetschkartoffel · Reibekartoffeln · Reibkartoffeln · Röstkartoffel · Saatkartoffel · Salatkartoffel · Salzkartoffel · Schmandkartoffel · Schmantkartoffel · Schälkartoffel · Sofakartoffel · Speisekartoffel · Spätkartoffel · Stampfkartoffeln · Strohkartoffel · Stärkekartoffel · Süßkartoffel · Trockenkartoffel · Vorratskartoffel · Winterkartoffel
Herkunft zu tartufoital ‘Trüffel’
eWDG

Bedeutungen

1.
krautiges Nachtschattengewächs mit unpaarig gefiederten Blättern und weißen oder violetten Blüten, dessen an unterirdischen Sprossen sich bildende stärkereiche Knollen ein wichtiges Nahrungsmittel sind
Beispiele:
Kartoffeln anbauen, anpflanzen
die Kartoffeln häufeln, hacken
(mittel)frühe Kartoffeln
das ist eine späte Kartoffel
übertragen, umgangssprachlich rin in die Kartoffeln, raus aus die, den Kartoffeln (= bald so, bald so)
wird gesagt bei einander widersprechenden Maßnahmen, ständiger Änderung einer Anordnung
2.
Knolle von 1
Beispiele:
Kartoffeln legen
landschaftlich, umgangssprachlich Kartoffeln buddeln, stoppeln
die Kartoffeln einkellern, einmieten, auslesen
alte, neue, kleine, glasige, mehlige Kartoffeln
eine besonders große Kartoffel
Kartoffeln schälen, aufsetzen, kochen, abgießen
die Kartoffeln sind weich, gar
die Kartoffeln zerdrücken, zerquetschen
gebratene, geröstete Kartoffeln
salopp, sprichwörtlichdie dümmsten Bauern haben die größten Kartoffeln
3.
salopp, übertragen
a)
große, dicke Nase
Beispiel:
der hat aber eine Kartoffel!
b)
große Taschenuhr
c)
großes Loch im Strumpf
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kartoffel f. krautiges Nachtschattengewächs, anfangs auch der Korbblütler Topinambur sowie beider eßbare Wurzelknollen. Schweiz. Cartoffel (1. Hälfte 17. Jh.), nhd. Kartoffel (2. Hälfte 18. Jh.) ist durch Dissimilation entstanden aus Tartuffel (Mitte 17. Jh.), Tartoffel (2. Hälfte 17. Jh.), auch mit Umlaut Tartüffel (1. Hälfte 18. Jh.), die aus Formen wie ital. tartufolo, auch (landschaftlich) tartüfol, tartufula, tartufole entlehnt sind. Diese Namen gelten eigentlich für ‘Trüffel’, werden aber auf das aus Südamerika stammende, im 16. Jh. auch in Italien angebaute und kultivierte Nachtschattengewächs auf Grund seiner den Trüffeln ähnlich in der Erde wachsenden Knollen übertragen. Ausgangsform ist daher ital. tartufo ‘Trüffel’, hervorgegangen aus vlat. *terrae tūfer ‘Erdtrüffel’, lat. terrae tūber ‘Alpenveilchen’, eigentlich ‘Erdknolle’. Vgl. osk.-umbr. *tūfer, wovon spätlat. tūfera, eine Variante von lat. tūber ‘Auswuchs, Buckel, Beule, Geschwulst, Knorren, Wurzelknolle, Erdschwamm’, und lat. terra ‘Erde’; s. Trüffel. Zur Dissimilation im Dt. vgl. König in: Acta Univ. Carol. – Phil. 3 Germanistica Prag. 18, 95 ff.

Thesaurus

Botanik, Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Arber · Erdbirn · Grumbier · Knulle · Ärpel  ●  Eachtling  regional · Erdapfel  bayr., österr., schweiz., rheinisch · Erdbirne  österr., schweiz., bayr., rheinisch · Kartoffel  Hauptform · Krumber  regional · Apona  ugs. · Bramburi  ugs. · Grundbirne  ugs. · Potacken  ugs., regional · Solanum tuberosum  fachspr., griechisch, lat.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kartoffel‹ (berechnet)

Basf-konzern anbauen braten ernten essen festkochend frittiert gebacken gebraten geerntet gekocht gerieben geröstet geschält gewürfelt heissen heiß kochen kochend mehlig pflanzen roh schneiden schälen transgen verfault verändert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kartoffel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kartoffel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach ungefähr 20 Minuten stichst du mit der Gabel eine Kartoffel an. [Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 201]
Damals hätte ich sofort zugestimmt, die restlichen sechzehn Monate zwölf Stunden täglich Kartoffeln zu schälen. [Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 279]
Mittlerweile hat es sich die intergalaktische Kartoffel anders überlegt und rauscht in gebührendem Abstand an uns vorbei. [Die Zeit, 26.03.1998, Nr. 14]
An Kartoffeln werden wir voraussichtlich eine Ernte von 60 Mill. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1940]]
Ich legte noch ein paar Kartoffeln an die Glut; nachts würden sie hungrig sein. [Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 242]
Zitationshilfe
„Kartoffel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kartoffel>.

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