Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kasten, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kastens · Nominativ Plural: Kästen
Nebenform selten Kasten · Substantiv · Nominativ Plural: Kasten
Aussprache  [ˈkastn̩]
Worttrennung Kas-ten
Wortbildung  mit ›Kasten‹ als Erstglied: Kastenaltar · Kastenbarren · Kastenbau · Kastenbrot · Kastendeckel · Kastenfalle · Kastenfenster · Kastenform · Kastenkuchen · Kastenschloss · Kastenstand · Kastenstapler · Kastenteufel · Kastenwagen · Kästchen · Kästlein · kastenförmig
 ·  mit ›Kasten‹ als Letztglied: Aalkasten · Abzweigkasten · Affenkasten · Almosenkasten · Arzneikasten · Aschekasten · Aschenkasten · Aschkasten · Aushangkasten · Aushängekasten · Ausstellungskasten · Balkonkasten · Baukasten · Besteckkasten · Bettkasten · Bierkasten · Blechkasten · Blumenkasten · Briefkasten · Brikettkasten · Brotkasten · Brustkasten · Brutkasten · Buchkasten · Buddelkasten · Bücherkasten · Dudelkasten · Einstichkasten · Eiskasten · Elektrokasten · Erste-Hilfe-Kasten · Farbenkasten · Farbkasten · Federkasten · Fischkasten · Flickkasten · Fragekasten · Gehirnkasten · Geigenkasten · Geldkasten · Getreidekasten · Getränkekasten · Glaskasten · Glotzkasten · Grammofonkasten · Grammophonkasten · Griffelkasten · Guckkasten · Handschuhkasten · Hirnkasten · Holzkasten · Instrumentenkasten · Jammerkasten · Karteikasten · Klapperkasten · Kleiderkasten · Klimperkasten · Kohlenkasten · Kommodenkasten · Kornkasten · Kummerkasten · Kurbelkasten · Kutschkasten · Käsekasten · Küchenkasten · Leierkasten · Lichtkasten · Malkasten · Meckerkasten · Milchkasten · Mörtelkasten · Müllkasten · Nachttischkasten · Nistkasten · Nähkasten · Opferkasten · Orgelkasten · Pappkasten · Postkasten · Protzkasten · Pumpenkasten · Putzkasten · Quasselkasten · Quetschkasten · Radkasten · Rappelkasten · Raritätenkasten · Ruderkasten · Rumpelkasten · Sandkasten · Sanitätskasten · Schallkasten · Schaltkasten · Schaukasten · Schiebekasten · Schlammkasten · Schmetterlingskasten · Schmuckkasten · Schreibtischkasten · Schubkasten · Schuhputzkasten · Schwertkasten · Schwitzkasten · Senkkasten · Setzkasten · Sicherungskasten · Silberkasten · Sinkkasten · Souffleurkasten · Speisekasten · Spielkasten · Sprungkasten · Spülkasten · Starenkasten · Starkasten · Streusandkasten · Stromkasten · Textkasten · Tischkasten · Tuschkasten · Uhrenkasten · Uhrkasten · Umstandskasten · Verbandkasten · Verbandskasten · Versandkasten · Verstandskasten · Verteilerkasten · Vexierkasten · Wagenkasten · Wasserkasten · Werkzeugkasten · Windkasten · Wirbelkasten · Zauberkasten · Zettelkasten · Zirkelkasten
eWDG

Bedeutungen

1.
Behälter
siehe auch Kästchen
a)
kleiner oder mittelgroßer, rechteckiger Behälter, der aus Holz oder anderem Material fest zusammengefügt und meist durch einen Deckel verschließbar ist
Beispiele:
der Kasten stand offen, war geschlossen
ein mit Samt ausgeschlagenes Kästchen
den Deckel des Kastens aufklappen, abnehmen
das Brot aus dem Kasten nehmen
er holte seine Geige aus dem Kasten
die Kinder ordneten ihre Bausteine wieder in den Kasten ein
ein Kästchen aus Ebenholz
er bewahrte seine Fotos, Dias in Kästen auf
ein ganzer Kasten voll Münzen
Schublade, Tischkasten
Beispiele:
der Kasten klemmte
er zog den Kasten auf, schob den Kasten zu
offener, in Fächer unterteilter Behälter aus Holz oder Blech, der im Handel zum Transport von Flaschen dient
Beispiele:
im Laden stand nur noch ein Kasten Brause
drei Kästen Bier
die Verkäuferin hat zehn Kästen Milch bestellt
umgangssprachlich Briefkasten
Beispiele:
einen Brief zum Kasten bringen, in den Kasten werfen
den Kasten leeren
b)
Kiste
Beispiele:
veraltendein Kasten für Getreide, Futter, Bettzeug
veraltendKisten und Kasten sind gefüllt
veraltender setzte sich auf den bemalten Kasten in der Zimmerecke
veraltend[ich] schaue mir die alten Kasten und Truhen … an [ NablOrtliebsche Frauen177]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichjmd. hat einen Kasten voll Geld (= hat sehr viel Geld)
c)
geschlossener oder oben offener Aufsatz auf dem Fahrgestell von Kraftfahrzeugen und Pferdewagen, der zur Beförderung von Lasten oder auch Personen dient
d)
süddeutsch, österreichisch, schweizerisch Schrank
e)
Turnen kastenförmiges Gerät, das aus fünf übereinandersetzbaren Teilen besteht und das für Sprungübungen verwendet wird, Sprungkasten
Beispiele:
Übungen am Kasten
die Hechtrolle über den Kasten
f)
fachsprachlich Maßeinheit für Briketts und Brennholz
Beispiel:
der Kohlenhändler brachte einen, drei Kasten Holz
2.
übertragen Dinge, die einem Kasten äußerlich ähnlich sind
a)
salopp, abwertend großes, unschönes Gebäude
Beispiele:
den alten Kasten, in dem sie früher wohnten, hat man endlich abgerissen
Das beste wäre wohl, der Kasten [Theater] brennte einmal nieder [ MühsamNamen178]
Unser Gymnasium, dieser muffige, nicht zu lüftende Kasten [ GrassKatz43]
b)
salopp, abwertend großes Fahrzeug
Beispiele:
Der Omnibus fuhr an. Es war ein alter Kasten mit schlechtem Benzin [ RemarqueZeit zu leben77]
Man wurde da im Kielraum irgendeines alten Kastens [Dampfers] verstaut [ Feuchtw.Teufel144]
wir sollen die weiße Flagge setzen und die Kasten [Kriegsschiffe] nach England fahren [ TollerFeuer5]
c)
salopp Radioapparat, Fernsehapparat, Fotoapparat, Klavier
Beispiele:
den Kasten anstellen, abdrehen
Nach einer Weile beginnt ein Mann aus dem Kasten zu sprechen [ StrittmatterTinko150]
d)
Sport Tor beim Fußballspiel, Handballspiel, Hockeyspiel und Eishockeyspiel
Beispiele:
den Ball auf den Kasten feuern, in den Kasten knallen
der Torwart steht im Kasten
3.
Soldatensprache Arrest
Grammatik: nur im Singular
Beispiel:
er bekam, kriegte drei Tage Kasten, musste in den Kasten, wurde in den Kasten gesperrt
4.
umgangssprachlich etwas, nichts auf dem Kasten haben (= etwas, nichts können, verstehen)
Beispiel:
der hat etwas, gar nichts, nicht viel auf dem Kasten
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kasten m. ‘Behälter, Kiste’, obd. ‘Schrank’, nordd. ‘Kommode, Schublade’, ahd. kasto ‘Behälter, Kasten’ (8. Jh.), mhd. kaste, auch ‘Kornspeicher, Nebengebäude’, mnd. kaste, kasse ‘Kasten, Truhe, Geldkasten’, mnl. caste ‘Kornspeicher’, nl. kast ‘Schrank, Kasten’. Das im Frühnhd. aufkommende auslautende -n stammt aus den obliquen Kasus. Die Etymologie ist unklar. Stellt man einen Zusammenhang mit ahd. kar ‘Gefäß, Schüssel, Tonne’ und seinen Verwandten her (s. Bienenkorb, Imker), so läßt sich (neben *kaza-) germ. *kasa- ‘Gefäß’ erschließen, zu dem sich Kasten als Dentalableitung stellen würde. Eine andere Erklärung geht von der im Mhd. und Mnl. bezeugten Bedeutung ‘Kornspeicher’ aus (vgl. dazu rhein. Kaste ‘Kornkasten, Garbenhaufen auf dem Feld’) und vergleicht damit anord. kǫstr ‘Haufen’, norw. kost ‘Holzhaufen’ und anord. kasta ‘werfen’. Danach ließe sich eine Bedeutungsentwicklung von ‘aufgeworfener Getreidehaufen’ über ‘Getreidekiste’ zu ‘Behälter, Kiste’ denken. Schließlich kann für die dt. und nl. t-Formen Einfluß von lat. cista (nhd. Kiste, s. d.) nicht völlig ausgeschlossen werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Box · Kasten · Packung · Päckchen · Schachtel
Synonymgruppe
Box · Kasten · Kiste
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Gehäuse · Kasten · Schalung · Verkleidung
Assoziationen
  • Gleitbauverfahren · Gleitbauweise · Gleitschalungsfertigung
Sport
Synonymgruppe
Tor (Balllsport)  Hauptform · Kasten  ugs. · Kiste  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Spind  ●  Kasten  süddt. · Schrank  Hauptform · Schaff  ugs., regional · Schaft  ugs., schweiz., süddt. · Schapp  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kasten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kasten‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kasten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für ihn war das Haus von jeher Schule, ein alter baufälliger Kasten. [Heller, Gisela: Märkischer Bilderbogen, Berlin: Berlin Verlag der Nation 1978, S. 128]
Wenn er es auf dem Rücken trug, war es eigentlich nur ein Kasten. [Morgner, Irmtraud: Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura, Berlin: Aufbau-Verl. 1974, S. 450]
Er streckt sich aus, einen Meter zweiundachtzig, der Kasten erlaubt das. [Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 71]
Sie mußte dann ein Interesse daran haben, ihren sozialen Rang andern Kasten gegenüber zu sichern. [Weber, Max: Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen. In: Weber, Marianne (Hg.) Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. II, Tübingen: Mohr 1921 [1920-1921], S. 2]
Aber daneben sind viele Kasten in Auflösung begriffen, andere bilden sich neu. [Schmoller, Gustav: Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre Erster Teil, Berlin: Duncker & Humblot 1978 [1900], S. 442]
Zitationshilfe
„Kasten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kasten>.

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