Katapult, der oder das

GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Katapult(e)s · Nominativ Plural: Katapulte
Aussprache
WorttrennungKa-ta-pult (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Katapult‹ als Erstglied: ↗Katapultsitz · ↗Katapultstart
eWDG, 1969

Bedeutung

Vorrichtung, die mittels der Schnellkraft etw., besonders ein Geschoss, wegschnellt
a)
Technik Apparat, der bei zu kurzer Startbahn dem Flugzeug, der Rakete die erforderliche Startgeschwindigkeit gibt, Startschleuder
Beispiele:
der Flugzeugträger ist mit einem Katapult ausgerüstet
die Flugzeuge starten auf dem Schiff mit Hilfe eines Katapultes
Raketen mit einem Katapult starten
b)
gabelförmiger Gegenstand mit zwei Strängen aus Gummi, der zum Schießen dient, Schleuder
Beispiele:
mit dem Katapult auf Spatzen schießen
der Junge hat mit einem Katapult die Fensterscheibe getroffen
c)
historisch Wurfmaschine des Altertums und Mittelalters, die bei Belagerungen benutzt wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Katapult · katapultieren
Katapult m. n. ‘Wurf- oder Schleudermaschine’ (der Antike und des Mittelalters). Lat. catapulta, aus griech. katapáltēs oder katapéltēs (καταπάλτης, καταπέλτης), zu griech. katapállein (καταπάλλειν) ‘herabschütteln, -schwingen, -schleudern’, begegnet zunächst in seiner lat. Form (Catapulta), seit Anfang des 18. Jhs. (dem lat. Vorbild entsprechend) als Katapulte f. im Dt., das sich neben im 19. Jh. aufkommendem Katapult m. und n. bis in die 1. Hälfte des 20. Jhs. behauptet. Heute bezeichnet Katapult vor allem eine ‘Schleudereinrichtung zum Starten von Flugzeugen’ (bei kurzer Startbahn) und eine ‘gabelförmige, mit Gummibändern versehene Schleuder für Kinder’. katapultieren Vb. ‘wegschleudern, wegschnellen’ (20. Jh.).

Thesaurus

Geschichte, Militär
Synonymgruppe
Katapult · ↗Wurfmaschine
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Flugzeugkatapult  ●  Flugzeugschleuder  veraltet
Assoziationen
Militär
Synonymgruppe
Gambel · Kreuzbergschleuder · Schlatsche · Schlatte · ↗Schleuder · Spatzenschießer · Zwackel · Zwistel · Zwockel · Zwuschel  ●  Katschi  berlinerisch · ↗Steinschleuder  süddt. · Fletsche  ugs. · Flitsch(e)  ugs. · Katapult  ugs. · Katsch(e)  ugs. · ↗Zwille  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flugzeug Luft beschießen schießen schleudern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Katapult‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es ging bei diesem Spiel um die beste Zeit und die entscheidendste Funktion hatte dabei der Mann am Katapult.
Der Tagesspiegel, 02.05.2005
Sie kamen ohne Katapult - angetrieben von einem Gewicht am Seil - gar nicht erst in die Luft.
Die Welt, 18.08.2003
Aber nach zwei Wochen hatte ich keine Lust mehr, immerzu Katapult zu schießen.
Holtz-Baumert, Gerhard: Alfons Zitterbacke, Berlin: Kinderbuchverlag 1981 [1958], S. 78
Wenn man dem gedrungenen Anblick trauen durfte, so waren diese Katapulte imstande, Blöcke von Zentnergewicht bis in die Ruinen von Seleucia zu schleudern.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 336
Alfred und Siegfried holten vor dem Kampf die Messer und die Katapulte und die Schnupftücher aus den Taschen.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 108
Zitationshilfe
„Katapult“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Katapult>, abgerufen am 19.10.2019.

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