Kater, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Katers · Nominativ Plural: Kater
WorttrennungKa-ter
Wortbildung mit ›Kater‹ als Erstglied: ↗Katerbummel · ↗Katerfrühstück · ↗Kateridee · ↗Katerstimmung
 ·  mit ›Kater‹ als Letztglied: ↗Angorakater · ↗Muskelkater · ↗Siamkater
eWDG, 1969

Bedeutungen

I.
männliche Hauskatze
Beispiele:
ein schwarzer, großer, bissiger Kater
das Märchen vom Gestiefelten Kater
der Kater mauzt, schnurrt, hat ein schönes, weiches Fell
der Kater sonnte sich auf dem Fensterbrett
er ist verliebt wie ein Kater
Jägersprache männliche Wildkatze, männlicher Luchs
II.
umgangssprachlich unangenehme Nachwehen eines Rausches, Katzenjammer
Beispiele:
am nächsten Morgen hatte er einen fürchterlichen Kater
mit einem Kater erwachen
er versuchte, seinen Kater loszuwerden
der Kater ist bald verraucht
übertragen
Beispiel:
er hat einen moralischen Kater (= hat Gewissensbisse)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kater1 m. ‘männliche Hauskatze’, in der Jägersprache ‘Männchen der Wildkatze und des Luchses’, ahd. kataro (9. Jh.), mhd. kater(e), mnd. kāter, mnl. cāter(e), nl. kater, vgl. ferner engl. to caterwaul ‘miauen, schreien’. Das nur im Westgerm. vorkommende, ursprünglich schwach flektierte Maskulinum ist an die bei ↗Katze (s. d.) dargestellten, nicht sicher etymologisierbaren Bildungen anzuschließen, unterscheidet sich aber von diesen durch fehlende Gemination des Dentals, was verschiedentlich als Kennzeichen seiner frühen Entstehung im Germ. angesehen wird. Noch nicht befriedigend erklärt ist weiterhin das r-Suffix, das vielleicht mit der Endung von ↗Marder (s. d.) in Verbindung gebracht werden kann und auch sonst (wohl erst nach dem Vorbild von Kater) bei einigen jüngeren Bezeichnungen für männliche Tiere auftritt (s. ↗Ganter, ↗Ganser, ↗Tauber); vgl. dazu Wilmanns Gramm. 2 (²1899) 277 und Kluge in: PBB 14 (1889) 585 ff.

Kater2 · Muskelkater
Kater2 m. ‘körperliches Unwohlsein als Nachwirkung eines Rausches’ (daher auch moralischer Kater ‘Reue, Gewissensqual’). Der seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. bezeugte, zuerst von Leipziger oder Jenaer Studenten verwendete Ausdruck ist offenbar eine durch die omd. Aussprache begünstigte Umbildung von ↗Katarrh (s. d.; den inhaltlichen Zusammenhang zeigen Fügungen wie physischer Catarrh und moralischer Catarrh bei Hippel 1793). Die scherzhafte Anlehnung an ↗Kater erfolgt sicherlich unter dem Einfluß von älterem gleichbed. ↗Katzenjammer (s. d.); zum umschreibenden Gebrauch von Tiernamen vgl. ferner Affe ‘Rausch’. Dazu das Kompositum (gebildet wohl in der Wandervogelbewegung) Muskelkater m. ‘Muskelschmerz nach Belastung’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Katerstimmung · ↗Katzenjammer  ●  Hangover  engl. · ↗Alkoholintoxikation  fachspr. · ↗Brummschädel  ugs. · ↗Haarspitzenkatarrh  ugs., veraltend · Kater  ugs. · ↗Schädel  ugs. · Veisalgia  fachspr. · dicker Kopf  ugs. · dicker Schädel  ugs. · leichte Alkoholvergiftung  fachspr. · postalkoholisches Intoxikationssyndrom  fachspr. · schwerer Kopf  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Emir Katz Katze Lebensansicht Möwe Pfote Pseudonym Rausch aufwachen auskurieren ausschlafen entlaufen fett fürchterlich gestiefelt gestreift getigert kastrieren kastriert kraulen miauen quirlig räudig schnurren schnurrend schwarz schwarz-weiß sprechend streunend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kater‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anfangs war es nur ein Rausch, doch der Kater blieb aus.
Bild, 24.10.2002
Nun ja, wie bei jedem Kater bessert sich das Befinden allmählich wieder.
Der Tagesspiegel, 03.10.2000
Er schlug die Augen auf, es war der schwarze Kater.
Held, Kurt: Die rote Zora und ihre Bande, Aarau: Sauerländer 1989 [1941], S. 28
Unsere Olympia ist in ihrem Verhalten zum Kater bestimmt anormal.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1921. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1921], S. 223
Und nun erst zu Zweien - davon bekommt man regelmäßig eine Art moralischen Kater.
Reventlow, Franziska Gräfin zu: Von Paul zu Pedro. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 10969
Zitationshilfe
„Kater“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kater>, abgerufen am 19.03.2019.

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