Katholik, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Katholiken · Nominativ Plural: Katholiken
Aussprache 
Worttrennung Ka-tho-lik
Herkunft Griechisch
Wortbildung  mit ›Katholik‹ als Erstglied: ↗Katholikentag · ↗Katholikin  ·  mit ›Katholik‹ als Letztglied: ↗Akatholik · ↗Erzkatholik
eWDG, 1969

Bedeutung

Religion Angehöriger der katholischen Kirche
Beispiel:
er ist ein gläubiger, strenger, fanatischer Katholik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

katholisch · Katholik · Katholizismus
katholisch Adj. ‘zur größten christlichen Kirche, an deren Spitze der Papst steht, gehörend, diese Kirche bezeichnend bzw. betreffend’, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. spätlat. catholicus, griech. (kirchensprachlich) katholikós (καθολικός); in lat. Form bereits im 8. Jh. in ahd. Texten. Das griech. (und lat.) Adjektiv bedeutet eigentlich ‘allgemein, generell, universal’ und ist eine Bildung zum Adverb griech. kathólū (καθόλου) ‘im ganzen, im allgemeinen, überhaupt’, einer präpositionalen Fügung (s. ↗kata-) mit dem Genitiv des Adjektivs griech. hólos (ὅλος) ‘ganz, ungeteilt, vollständig’ (also eigentlich ‘über das Ganze hin’). Seit dem 2. Jh. wird griech. katholikós auf die christliche Kirche bezogen; dadurch entwickelt sich die Bedeutung ‘universal, allgemeine Geltung besitzend’ auch zu ‘rechtgläubig’. Aus dem Griech. entlehntes lat. catholicus erscheint (adjektivisch wie substantivisch) vornehmlich im religiös-kirchlichen Bereich in den eben genannten Bedeutungen; dabei steht das substantivierte Maskulinum catholicus zunächst im Gegensatz zu kirchenlat. haereticus ‘Ketzer’. Katholik m. um 1700 aufkommend, zunächst wohl unter frz. Einfluß (vgl. die Schreibungen Catholicke, Plur. Catholiquen), nach lat. catholicus (s. oben). Katholizismus m. (2. Hälfte 17. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Katholik‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Katholik‹.

Verwendungsbeispiele für ›Katholik‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In einem gemeinsamen Änderungsvorschlag mit dem Rat der Evangelischen Kirche geben die Katholiken deshalb mehrere Übersetzungshilfen.
Der Tagesspiegel, 05.06.2003
Der Islam ist hier die wichtigste Religion, wie sind Sie Katholik geworden?
Süddeutsche Zeitung, 17.04.2003
Die Katholiken hatten führende Positionen auf allen Gebieten katholischen Lebens.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 19444
Die Zahl der Katholiken stieg von 1886 bis 1914 von 7000 auf 13000.
o. A.: Die Kirche in der Gegenwart. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1971], S. 9139
Den Katholiken stand von jetzt an eine geschlossene Front einflußreicher Männer gegenüber.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7621
Zitationshilfe
„Katholik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Katholik>, abgerufen am 03.12.2020.

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