Katze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Katze · Nominativ Plural: Katzen
Aussprache
WorttrennungKat-ze
Wortbildung mit ›Katze‹ als Erstglied: ↗Katzbalgerei · ↗Katzenauge · ↗Katzenbild · ↗Katzenblick · ↗Katzenbrut · ↗Katzenbuckel · ↗Katzencafé · ↗Katzendreck · ↗Katzenfell · ↗Katzengold · ↗Katzenhaar · ↗Katzenhai · ↗Katzenjammer · ↗Katzenklo · ↗Katzenkonzert · ↗Katzenkopf · ↗Katzenmusik · ↗Katzenpfote · ↗Katzenpfötchen · ↗Katzensprung · ↗Katzenstreu · ↗Katzentisch · ↗Katzentoilette · ↗Katzenvideo · ↗Katzenwäsche · ↗Katzenzunge · ↗Kätzchen2 · ↗Kätzin · ↗katzbalgen · ↗katzbuckeln · ↗katzenartig · ↗katzenfreundlich · ↗katzengleich · ↗katzenhaft
 ·  mit ›Katze‹ als Letztglied: ↗Angorakatze · ↗Eichkatze · ↗Geldkatze · ↗Großkatze · ↗Hauskatze · ↗Laufkatze · ↗Luchskatze · ↗Maikatze · ↗Meerkatze · ↗Miezekatze · ↗Naschkatze · ↗Perserkatze · ↗Raubkatze · ↗Schmeichelkatze · ↗Siamkatze · ↗Wildkatze · ↗Winkekatze
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
kleineres, als Haustier gehaltenes Raubtier mit ausgezeichnetem Hörvermögen und Sehvermögen, einem seidigen Fell, scharfen Zähnen und einziehbaren Krallen, das Ratten und Mäuse vertilgt, Hauskatze
Beispiele:
eine magere, dicke, wildernde, herumstreunende Katze
die Katze hat ein hübsches, weiches, graues, geschecktes, schwarz-weißes Fell
die Katze schnurrt, faucht, mauzt, ruft miau, macht einen Buckel
die Katze ist sehr reinlich, putzt, leckt ihr Fell
die Katze frisst Mäuse, junge Vögel
die Katze klettert gewandt, schleicht geduckt, fasst die Maus mit einem Satz
die Augen der Katze funkeln im Dunkeln
nachts geht die Katze auf Mäusejagd
uns ist eine kleine Katze zugelaufen
das Kätzchen spielt mit einem Wollknäuel
die Katze liegt zusammengerollt auf dem Sofa
sie ist falsch wie eine Katze
sie spielt mit ihm wie die Katze mit der Maus
salopp wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen, herumgehen (= nicht wagen, eine schwierige Sache in Angriff zu nehmen, mit jmdm. über eine heikle Sache zu reden)
umgangssprachlich die beiden leben zusammen, miteinander, stehen sich wie Hund und Katze (= vertragen sich nicht)
Ja, das Kätzchen hat gestohlen, / Und das Kätzchen wird ertränkt [HebbelI 6,194]
Wie eine Rakete schoß die Katze in den nächsten Baum [A. ZweigEinsetzung179]
übertragen
Beispiele:
die Katze aus dem Sack lassen (= seine wahre Meinung zeigen)
niemand will die Katze im Sack kaufen (= niemand will etw. kaufen, annehmen, ohne es vorher genau betrachtet, geprüft zu haben)
landschaftlich, salopp das hat die Katze gefressen (= das ist plötzlich verschwunden, nicht mehr da)
umgangssprachlich etw. ist für die Katz(e) (= etw. ist zu wenig, vergebens)
wer hängt der Katze die Schelle um? (= wer übernimmt diese heikle Aufgabe?)
sprichwörtlich die Katze lässt das Mausen nicht (= wer einmal gestohlen hat, stiehlt immer wieder)
sprichwörtlich bei Nacht sind alle Katzen grau (= nachts erkennt man keine äußerlichen Unterschiede)
sprichwörtlich wenn die Katze fort ist, tanzen die Mäuse (= bei fehlender Aufsicht nehmen sich manche allerlei Freiheiten heraus)
2.
umgangssprachlich, abwertend bezeichnet eine weibliche Person
Beispiele:
sie ist eine falsche, boshafte, alte Katze (= sie ist falsch, boshaft)
umgangssprachlich sie ist ein liebes Kätzchen (= schmeichelndes Mädchen)
3.
historisch Lederpeitsche
Beispiel:
die neunschwänzige Katze
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Katze · Kätzchen · Katzenauge · Katzengold · Katzenjammer · Katzenmusik · Katzensprung
Katze f. Der Name des domestizierten, seit der Spätantike als Mäusevertilger gehaltenen kleinen Raubtiers (dann auch zoologischer Sammelbegriff für alle Angehörigen dieser Raubtierfamilie) findet sich (allerdings mit wechselnder Stammbildung) im Westgerm. und Nordgerm., ahd. kazza f., kazzo m. (9. Jh.), mhd. katze f., afries. mnd. katte f., mnl. catte f., nl. kat f., aengl. catte f., catt m., mengl. engl. (von nordafrz. anglonorm. cat beeinflußt) cat, anord. kǫttr m., ketta f., schwed. katt m., katta f.; für das Got. fehlen Belege. Die nicht zum gemeinsamen ie. Bestand gehörende Bezeichnung läßt sich in den meisten europ. und einigen außereurop. Sprachen nachweisen, doch sind Herkunft und Entlehnungswege ungeklärt. Auf spätlat. cattus, catta (4. Jh., für lat. fēlēs, fēlis) beruhen mgriech. kátta (κάττα), káttos (κάττος) und die roman. Formen frz. chat m., chatte f., ital. gatto m., gatta f., span. gato m., gata f. Möglicherweise sind auch die übereinstimmenden Formen in den baltoslaw. Sprachen hier anzuschließen, z. B. aruss. kslaw. kotъka ‘Katze’, russ. kot (кот) ‘Kater’, lit. katẽ ‘Katze’, kãtinas ‘Kater’. Höheres Alter könnte dagegen den kelt. (air. cat, kymr. cath, im ir. Fürstennamen Cenn Cait ‘Katzenkopf’ vielleicht schon auf das 1. Jh. zurückgehend) und den germ. Bildungen zukommen, so daß der Ursprung der Benennung (zunächst für die einheimische Wildkatze?) mehrfach in diesen beiden Sprachgruppen vermutet wird; vgl. Kaspers in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 67 (1942) 218 f., der Katze als ‘Tier mit dem krummen Rücken’ an germ. *kat(t)- ‘Krümmung’ anzuschließen sucht. Auffällig sind aber nordafrikan. Entsprechungen wie nub. kadīs, berber. kaddîska, affadeisch gâda (FEW 2, 520), die an eine Ausbreitung des Tiernamens von Afrika her (durch kelt. Vermittlung?) denken lassen, da die gezähmte Katze zuerst in Ägypten vorkommt und von dort nach Europa gelangt. Kätzchen n. ‘ährenähnlicher Blütenstand bestimmter Gehölze’ (z. B. Weide, Erle, Birke, Haselstrauch), durch Vergleich mit dem weichen Katzenfell motivierte Übertragung des Deminutivums von Katze (s. oben), frühnhd. ketzgin, palmketzel (15. Jh.); vgl. gleichbed. nl. katje, engl. catkin. Katzenauge n. ‘Rückstrahler, besonders am Fahrrad’ (20. Jh.), in der Mineralogie ‘einen streifenförmigen Lichtschein zeigender Edelstein’ (18. Jh.). Katzengold n. ‘goldgelb glänzender Glimmer’ (daneben Katzensilber für einen Glimmer mit silbrigem Glanz, beide 16. Jh.), vorher ahd. kazzūngold ‘goldgelbes Kirschharz’ (Hs. 12. Jh.); diesen Verwendungen liegt die Vorstellung des Falschen, Unechten zugrunde. Katzenjammer m. ‘körperliches Unwohlsein als Nachwirkung eines Rausches’ (2. Hälfte 18. Jh.), anfangs vor allem in der Studentensprache; seit dem 19. Jh. häufig auf Gemütszustände übertragen ‘Reue, Gewissensqual’ (s. auch ↗Kater). Katzenmusik f. ‘mißtönende Musik’, ursprünglich jmdm. von Studenten als Ständchen dargebracht, um ihn zu verhöhnen (letztes Viertel 18. Jh.); bei Stieler (1691) ‘Geschrei der Katzen’. Katzensprung m. ‘unbedeutende Entfernung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hauskatze · Katze  ●  Büsi  ugs., schweiz. · ↗Dachhase  ugs., scherzhaft · Fellnase  ugs. · ↗Mieze  ugs. · ↗Miezekatze  ugs. · ↗Muschi  ugs. · Pussy  ugs. · Samtpfote  ugs. · ↗Samtpfötchen  ugs. · ↗Stubentiger  ugs.
Oberbegriffe
  • Katze  ●  Felidae (Familie)  fachspr. · Katzen (Familie)  fachspr.
Unterbegriffe
  • Katzenbaby · Katzenkind · ↗Kätzchen · Kätzlein · junge Katze
  • Bengal-Katze · Leopardette
  • Birma-Katze · Heilige Birma
  • Burma-Katze · ↗Burmese
Assoziationen
Zoologie
Synonymgruppe
Katze  ●  Felidae (Familie)  fachspr. · Katzen (Familie)  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Berglöwe · ↗Kuguar · ↗Puma · ↗Silberlöwe
  • Hauskatze · Katze  ●  Büsi  ugs., schweiz. · ↗Dachhase  ugs., scherzhaft · Fellnase  ugs. · ↗Mieze  ugs. · ↗Miezekatze  ugs. · ↗Muschi  ugs. · Pussy  ugs. · Samtpfote  ugs. · ↗Samtpfötchen  ugs. · ↗Stubentiger  ugs.
  • Leu · ↗Löwe  ●  König der Tiere  ugs.
  • Bengalkatze · Leopardkatze
  • Jaguarundi · Wieselkatze
  • Genette · Ginsterkatze
  • Baumozelot · Bergozelot · Langschwanzkatze · Margay · Peludo
  • Ozelotkatze · ↗Tigerkatze
  • Andenkatze · Bergkatze
  • Chilenische Waldkatze · Kodkod · Nachtkatze
  • Geoffroy-Katze · Kleinfleckkatze · Salzkatze
  • Afrikanische Wildkatze · ↗Falbkatze  ●  Felis silvestris lybica  fachspr.
  • Europäische Wildkatze · Waldkatze  ●  Felis silvestris silvestris  fachspr. · ↗Wildkatze  ugs.
  • Jaguar
  • Leopard  ●  ↗Pard  veraltet · ↗Pardel  veraltet · ↗Parder  veraltet · Panthera pardus (zool.)  fachspr.
  • Karakal · Wüstenluchs
  • Tiger  ●  Panthera tigris  fachspr.
  • (Eigentliche) Großkatze(n) (Gattung)  fachspr. · ↗Großkatze  ugs. · Pantherinae  fachspr.
  • Iberischer Luchs · Pardelluchs
  • Rotluchs  ●  Bobcat  engl.
  • Eurasischer Luchs · ↗Luchs · Nordluchs
Assoziationen
  • Angst vor Katzen · Galeophobie · Gatophobie · Katzenangst · Katzenphobie  ●  Ailurophobie  fachspr. · Felinophobie  fachspr.
  • katzenartig · ↗katzenhaft
  • Schildpattmuster  ●  Tortie  fachspr.
  • Agranulomatose · Aleukozytose · Katzenpest · Katzenseuche · Katzenstaupe · Panleukopenie · infektiöse Enteritis der Katzen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Affe Blechdach Brei Esel Hamster Hase Haustier Huhn Hund Kaninchen Kleintier Maus Meerschweinchen Pferd Ratte Sack Schwanz Schwein Vogel Ziege beißen fett fressen füttern herrenlos schleichen schnurren schwarz streunend tot

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Katze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Sibirische Tiger gilt als einer der größten Katzen der Welt.
Die Zeit, 25.08.2012 (online)
Katzen gehörten bei Anna daheim dazu, doch wenn ihnen was fehlte, mussten sie selber damit fertig werden.
Süddeutsche Zeitung, 30.12.2004
Doch auch der Hund findet das Verhalten der Katze entsetzlich.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 9
Sollen wir heute wie die Katze um den heißen Brei schleichen?
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 440
Vor einiger Zeit stieß ich auf eine wunderhübsche amerikanische Geschichte über Katzen.
Graudenz, Karlheinz u. Pappritz, Erica: Etikette neu, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1967 [1956], S. 73
Zitationshilfe
„Katze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Katze>, abgerufen am 24.07.2019.

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