Katze, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Katze · Nominativ Plural: Katzen
Aussprache  [ˈkaʦə]
Worttrennung Kat-ze
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Zoologie Familie (3) der Feliden aus der Ordnung (6) der Raubtiere mit mehreren (zum Teil bereits ausgestorbenen) Unterfamilien
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Die Katzen (Felidae) sind eine Familie aus der Ordnung der Raubtiere (Carnivora) innerhalb der Überfamilie der Katzenartigen (Feloidea) und auf allen Kontinenten außer Ozeanien und Antarktika verbreitet. [Gewichtsverlust bei Katzen!, 27.10.2014, aufgerufen am 31.08.2020]
Zur Familie der Katzen (Felidae) gehören knapp 40 Arten, die rund um den Globus verbreitet sind und sich an unterschiedlichste Umweltbedingungen angepasst haben. [Fränkischer Tag, 12.11.2014]
Die Gattung Panthera, zu der beispielsweise Löwen und Tiger zählen, ist vergleichsweise jung, nahm diese doch (erst) vor drei Millionen Jahren ihren Platz unter den Katzen der Welt ein. [Felis lunensis – die Urahnin unserer Hauskatze, 29.10.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
Die Wildkatze, Stammform der Hauskatze, ist eine frei lebende Art innerhalb der Familie der Katzen und in Rheinland‑Pfalz weitverbreitet. [Rhein-Zeitung, 07.07.2009]
2.
Katze (Leopard)
Katze (Leopard)
Zoologie Tier einer Spezies (●) aus der Familie der Feliden
Beispiele:
Die wilden Katzen gelten mit Ausnahme der Löwen und den Verbänden männlicher Geparden in der Regel als Einzelgänger, die einander soweit möglich meiden und nur bei Begegnungen an Reviergrenzen, während der Paarungszeit und bei der Jungenaufzucht näher miteinander zu tun haben. [Kleinkatzen Archives – Haustiger, 29.07.2020, aufgerufen am 31.08.2020]
Besonders bekannt ist der Park für seine große Anzahl Löwen[,] und Sie haben gute Chancen, die großen Katzen in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. [19 Tage Namibiareise, 10.07.2020, aufgerufen am 31.08.2020]
Millionen von Gnus, Zebras und Antilopen ziehen auf der Suche nach frischem Grün von Weidegrund zu Weidegrund. Aufgelauert wird Ihnen von den großen Katzen wie Löwen, Leoparden und Geparden – und natürlich an den Flüssen von Krokodilen. [Safari auf den Spuren der Großen Tierwanderung, 16.08.2020, aufgerufen am 31.08.2020]
Der Luchs, die größte Katze Europas, hat […] Chancen, in deutschen Wäldern wieder zu überleben. [Die Welt, 08.04.2015]
übertragenDie heißeste Katze aller Zeiten [Überschrift] […] laut fauchend rollt die stärkste Jaguar‑Limousine aller Zeiten auf den Markt. Der S‑Type R hat einen mächtigen 4,2 l großen Achtzylinder unter der gewölbten Haube. Satte 395 PS mobilisiert der angeflanschte Kompressor, [und dieser] beschleunigt die Raubkatze in nur 5,6 Sekunden auf Tempo 100. [Bild, 26.01.2002]
a)
Katze (Wildkatzenweibchen)
Katze (Wildkatzenweibchen)
(Peter Trimming, CC BY 2.0)
Katze (Luchsweibchen)
Katze (Luchsweibchen)
Jägersprache Weibchen einer Spezies des katzenartigen Raubwilds
siehe auch Kätzin, in gegensätzlicher Bedeutung zu Kuder
Beispiele:
Männliche Wildkatzen werden Kuder genannt, weibliche Katze oder Kätzin. [Rhein-Zeitung, 27.08.2015]
Die beiden Weibchen und das Männchen [der Spezies Luchs], in der Jägersprache Katze und Kuder geheißen, hatten zuvor [vor ihrer Auswilderung] in verschiedenen Wildparks gelebt. Sie gewöhnten sich schnell an die neue Freiheit. Bereits im folgenden Jahr wurden die ersten Jungtiere geboren. [Der Tagesspiegel, 26.06.2020]
Luchse sind Einzelgänger. Einmal im Jahr, zwischen Ende Februar und Anfang April in der sogenannten Ranzzeit, finden Kuder und Katze zusammen, um sich zu paaren. [Der Luchs: Ein Comeback mit Hindernissen, 09.09.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Ziel ist es, bundesweit einzelne Biotope in einen Verbund zu bringen, so dass am Ende ein durchgängiges Gebiet entsteht, in dem die Wildkatze alles findet, was sie schätzt: Wälder, die so wachsen wie vor Jahrhunderten, Lichtungen, Wiesen und viel Totholz, in dem die Katze Junge aufziehen kann. [Südkurier, 21.01.2011]
Höchst selten ist es Naturfreunden oder Jägern vergönnt, […] den jaulenden Schrei der Kuder, der männlichen Wildkatze[n], zu hören, wobei sie heftige Kämpfe um die Katzen ausführen. [Neues Deutschland, 15.11.1986]
b)
Katze (Hauskatze)
Katze (Hauskatze)
spezieller domestizierte bzw. als Heimtier (1) gehaltene (weibliche) Kleinkatze
Synonym zu Hauskatze, siehe auch Stubentiger, Mieze (1), Büsi
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ausgesetzte, entlaufene, freilebende, herrenlose, streunende, verwilderte, wildlebende Katzen; freilaufende Katzen; die geliebte, niedliche, süße Katze; eine gestreifte, getigerte Katze
als Akkusativobjekt: eine Katze füttern, streicheln
in Präpositionalgruppe/-objekt: mit der Katze kuscheln
als Aktivsubjekt: die Katze faucht, maunzt, miaut, schnurrt, schreit; die Katze beißt, kratzt
Beispiele:
die Katze ist sehr reinlich, putzt, leckt ihr FellWDG
die Katze frisst Mäuse, junge VögelWDG
die Katze klettert gewandt, schleicht geduckt, fasst die Maus mit einem SatzWDG
die Augen der Katze funkeln im DunkelnWDG
nachts geht die Katze auf MäusejagdWDG
uns ist eine kleine Katze zugelaufenWDG
die Katze liegt zusammengerollt auf dem SofaWDG
Sobald die Lichteinwirkung länger als zwölf Stunden anhält, wird bei frei lebenden Katzendamen die Sexualität angekurbelt. Während dieser Zeit – also meistens in den lichtintensiven Frühjahrs‑ und Sommermonaten – können Katzen, die keinen Kontakt zu Katern haben, alle zwei bis drei Wochen rollig werden. [Rollig rund ums Jahr, 07.10.2019, aufgerufen am 31.08.2020]
Mein Vater und ich machten uns an diesem Sommernachmittag mit dem Fahrrad auf den Weg, um die Katze am Strand auszusetzen. [Die Welt, 28.12.2019]
Katzen sind verspielt, sie lassen sich schnurrend unterm Kinn kraulen – bis sie plötzlich die Krallen ausfahren oder beißen. [Bild am Sonntag, 08.11.2015]
Rollen sie ein Wollknäuel zusammen und ziehen Sie es ruckartig von der Katze weg, damit regen Sie den Jagdinstinkt an. [Katzenspielzeug gratis, 12.11.2012, aufgerufen am 31.08.2020]
Die Katze richtete sich auf dem Stuhl auf, machte einen Buckel und gähnte, daß man ihr rosiges Maul sah und die spitzen, schimmernden Zähne. [Die Zeit, 04.09.1952]
α)
umgangssprachlich, vergleichend
Phrasem:
wie Hund und Katze, Katz (= im Wesen sehr unterschiedlich und untereinander zutiefst verfeindet)
β)
Phrasem:
die Katze im Sack (= ungeprüfte, oft minderwertige Ware) (= unbekannte Person oder ungewisse Sache, auf die man sich einlässt)
a)
Phrasem:
die Katze im Sack kaufen (= unbesehen etwas kaufen) (= sich auf eine unbekannte Person oder etw. Ungewisses einlassen)
b)
Phrasem:
die Katze im Sack lassen (= etwas (vorläufig) im Ungefähren lassen, nicht offenbaren)
Beispiele:
Das Regie‑Duo […] hat sich in ihrer [sic!, seiner] Inszenierung dafür entschieden, so lange wie möglich die Katze im Sack zu lassen. Schließlich funktioniert LaButes »diabolische Komödie« [bis zur zynischen Schlusspointe] lange als Lachstück. [Südkurier, 19.10.2019]
»Die große Koalition ist für Bremen und Bremerhaven die beste Lösung«[…]. Dennoch hat die SPD auf eine Koalitionsaussage verzichtet. »Die SPD läßt [sic!] die Katze im Sack und die Bürger im Unklaren«[…]. [Berliner Zeitung, 22.04.2003]
Der Bootsmotoren‑Newcomer lässt die Katze im Sack, mit welchem Antriebshersteller er kooperieren will. [Die Welt, 25.11.2000]
c)
Phrasem:
die Katze aus dem Sack lassen (= die wahre Absicht zu erkennen geben) (= die Wahrheit ans Licht kommen lassen, etwas Verheimlichtes offenbaren) (= eine (positive) Überraschung verkünden)
γ)
salopp
Phrasem:
wie die Katze um den heißen Brei herumstreichen, laufen, herumschleichen (= nicht wagen, eine schwierige Sache in Angriff zu nehmen) (= nicht wagen, mit jmdm. über eine heikle Sache zu reden)
Beispiele:
Ursprünglich hieß es »Wie die Katze um den heißen Brei herumschleichen«, wobei die metaphorische Katze dabei die kühlste Stelle zum ablecken gesucht hat. Die Redensart bedeutet also, dass der Gesprächspartner zögert und um das Thema herumredet, anstatt klare Aussagen zu treffen aus Angst, sich zu verbrennen. [10 deutsche Redewendungen, 07.05.2018, aufgerufen am 05.03.2021]
Die Politik schleicht derzeit um anstehende Probleme wie die Katze um den heißen Brei. [Die Katze um den heißen Brei, 11.09.2010, aufgerufen am 12.08.2021]
δ)
salopp
Phrasem:
abgehen wie Schmidts Katze (= sehr schnell, rasant sein) (= begeistert sein) (= zustimmende, begeisterte Reaktionen hervorrufen)
Beispiele:
»Wir [ein momentan sehr erfolgreiches Unternehmen] schaffen Kapazitäten für Produkte, die gerade abgehen wir Schmidts Katze«[…]. [Neue Westfälische, 15.02.2020]
[Die Musikerin] Kerstin Ott hat es […] beim Zeltfestival in Lebach geschafft, die Fans und Zuhörer von null auf Hundert zu bringen, und das in noch nicht mal einer Minute[…]: »Ihr geht ja ab wie Schmidts Katze«[…]. [Saarbrücker Zeitung, 10.09.2019]
Das Rad fährt wie die Pest und geht ab wie Schmidts Katze. [Welt am Sonntag, 03.06.2018]
Nachdem der Pentium in diversen Varianten das Chip‑Geschäft von Intel über zehn Jahre beherrscht hat, stellt der Halbleiterhersteller nun mit dem »Core 2 Duo« eine ganz neue Prozessorgeneration vor. […] Die Pentium‑Nachfolger gehen ab wie Schmidts Katze. [Leipziger Volkszeitung, 17.07.2006]
ε)
sprichwörtlich
Phrasem:
nachts, bei Nacht, in der Nacht, des Nachts sind alle Katzen grau (= unter bestimmten Umständen sind die Unterschiede zwischen Menschen, Objekten, Ideen (im Guten wie im Schlechten) nicht erkennbar und damit bedeutungslos)
ζ)
sprichwörtlich
Phrasem:
die Katze, der Kater lässt das Mausen nicht (= (schlechte) Angewohnheiten legt man nicht oder nur schwer ab, meist verfällt man wieder in alte Muster)
Beispiele:
Die Katze lässt das Mausen nicht, oder anders ausgedrückt: Kriminalkommissar Christoph Leyendecker, Leiter der Hachenburger Polizeiinspektion, kann nicht aufs Ermitteln verzichten. [Rhein-Zeitung, 30.11.2020]
»Ich kann mir nur wünschen, dass der Wahlkampf sachlich und ruhig verlaufen wird, denn es geht um unseren Ort und nicht um persönliche Machtkämpfe«. Doch die Katze lässt das Mausen nicht und der Bürgermeister nicht das Sticheln. So auch zuletzt im Gemeinderat beim Finanzplan: »Die Situation jetzt haben einige Blender verursacht.« [Münchner Merkur, 26.02.2020]
Die Katze lässt das Mausen nicht […]: Michael Rummenigge hat auch nach seiner erfolgreichen Karriere noch Großes vor[.] [Neue Westfälische, 10.01.2005]
η)
sprichwörtlich
Phrasem:
ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse (auf dem Tisch) (= bei fehlender Aufsicht nehmen sich manche allerlei Freiheiten heraus)
Beispiele:
Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch, besagt ein geläufiges Sprichwort. [St. Galler Tagblatt, 19.01.2019]
Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. So mögen es sich Mitarbeiter augenzwinkernd zuraunen, genießen sie einmal die Abwesenheit ihres Chefs. Fehlt aber auf Dauer der Mann oder die Frau an der Spitze, wird es haarig. Denn einer muss die Leitlinien vorgeben, die Belegschaft führen und fordern. [Thüringer Allgemeine, 22.01.2015]
Kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch. Angela Merkels letzte Ansage vor dem Urlaub war, dass es derzeit »keine Spielräume« für Steuersenkungen gebe[,] »auch nicht im Bereich des Abbaus der kalten Progression«. Trotzdem drängen Mittelstandspolitiker der Union mit der gegenteiligen Forderung jetzt massiv an die Öffentlichkeit. [Saarbrücker Zeitung, 01.08.2014]
3.
Katze (Murmeltierweibchen)
Katze (Murmeltierweibchen)
Zoologie Weibchen einer Spezies (●) aus der Gattung (b) der Murmeltiere (●)
Beispiele:
Beim Tier‑Quiz grübeln die zwei Teams angestrengt über Fragen wie diese: »Ich bin ein Bär, meine Frau ist eine Katze, meine Kinder sind Affen, und für den Winter sammle ich viel Heu. Was für ein Tier bin ich?« (Ein Murmeltier – mal ehrlich, hätten Sie’s gewusst?) [Südkurier, 06.09.2011]
Das männliche Murmel[-Tier] wird auch »Bär« genannt, das weibliche Murmeltier »Katze« […]. [Münchner Merkur, 12.05.2018]
Zur Familie des Hirsches gehören: Hirsch, Hirschkuh, Hir[s]chkalb[.] Beim Reh nennt sich diese Triage: Rehbock, Reh und Rehkitz[.] Ganz originell das Murmeltier: Bär, Katze, Äffchen[.] [Kleine Aufklärungsrunde, 17.02.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
Die zweijährige Katze (so heisst das weibliche Murmeltier), die an den Beinen angebunden unter Vollnarkose auf einem ausgemusterten Gartentisch liegt, lässt das Ganze [einen veterinärmedizinischen Versuch] ruhig über sich ergehen. [Basler Zeitung, 13.09.2000]
4.
umgangssprachlich, gelegentlich salopp, vergleichend Bezeichnung für eine (weibliche) Person, der bestimmte Fertigkeiten, Verhaltensweisen, charakterliche Eigenschaften o. Ä. zugeschrieben werden
Beispiele:
sie ist eine falsche, boshafte, alte Katze (= sie ist falsch, boshaft)WDG
sie ist ein liebes Kätzchen (= schmeichelndes, gutmütiges, herzensgutes Mädchen)WDG
Meinem Mann gratulierte sie mit einem: »Na, da hast du die Katze geschwängert!« (Katze ist mein Spitzname; er wurde mir von ihren Geschwistern gegeben). [BABY-NEID, 24.08.2016, aufgerufen am 20.08.2020]
Ich bin eine 20[-]Jährige in den Midlifecrisis, Künstlerin, […] Freizeitphilosophin. Man nennt mich Katze und Prinzesschen, Mieze und Verpissdich. […] Meistens halte ich mich für durchaus intelligent, allerdings verhalte ich mich nicht selten wie ein ziemlich großer Trottel. Ich versuche mir einzureden, dass das liebenswert ist. [Der Schmierfink, 11.01.2011, aufgerufen am 01.09.2020]
»Er nannte mich Katze, weil ich als kleines Mädchen sehr vernascht und sehr verschmust war«, sagt die 21‑Jährige[.] [Bild am Sonntag, 27.01.2008]
Dariusz: »Zugegeben – zuletzt war ich eine richtig fette Katze (= phlegmatische, übergewichtige, passive Person). Ich habe mich geschämt. Jetzt habe ich wieder einen Waschbrett‑Bauch. 500 Sit‑Ups täglich […] [Bild, 25.02.2005]
a)
gewandte, lebhafte, reaktionsschnelle und meist junge (weibliche) Person
Beispiele:
Meine Freundin […] nenne ich Katze, weil sie sich wie eine bewegt. [Bild, 08.03.2006]
Auf dem Rasenplatz des TV Lampertheim machte der 18‑Jährige seine ersten Versuche als Torhüter. Bei den Kleinfeldpartien, vor allem aber beim Neunmeterschießen hinterher verdiente er sich schnell den Spitznamen »die Katze«. [TV Lampertheim Fussball, 01.07.2011, aufgerufen am 01.09.2020]
b)
kesse, reizende, aufreizende, sexuell anziehende (weibliche) Person
Beispiele:
Ich mag erotische Massage, ich bin eine echte Katze im Bett … [Mollige Frauen, 09.08.2016, aufgerufen am 01.09.2020]
Du bei einer richtig heißen Katze, die von vielen Typen umzingelt ist: Weist [sic!] du[,] warum du nervst? [–] Sie entsetzt: Äh[,] ne (= nein)! [Die besten Opener bzw. Anmachsprüche, 12.01.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
vergleichendEs [das Gedicht] vergleicht in zwölf Zeilen den Abend, die Nacht, die Geliebte, die Erinnerung mit einer Katze. Das Bild der Katze evoziert eine erotische Begegnung und die Erinnerung an sie. [Gerhard Falkner: der atem unter der erde, 14.04.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
5.
Katze
Katze
(Adam Cuerden, CC0)
Katze (Sternbild)
Katze (Sternbild)
(Ultima Thulean, CC BY-SA 4.0)
Astronomie, veraltet kleines, nicht offiziell anerkanntes Sternbild der südlichen Hemisphäre (2), Teil des Sternbilds der Wasserschlange (2)
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Worüber ich mich […] wunderte, ist die Tatsache, dass die Katze kein offizielles Sternbild ist. […] Man findet dieses Sternbild des Südhimmels nicht in der moderneren astronomischen Literatur oder auf Sternenkarten, aber den Platz, den ihr einst […] [Joseph Jérôme] Lalande zugewiesen hatte, gibt es natürlich noch. Ein Teil der Katze (Felis) gehört heute zur Luftpumpe (Antlia), ein anderer Teil zur Wasserschlange (Hydra). Die Katze ist kein spektakuläres Sternbild, da sie keine besonders hell leuchtenden Sterne enthält und somit nicht so sehr ins Auge sticht wie zum Beispiel die gut sichtbaren Sterne des Löwen. [Sternbild Katze, 14.12.2017, aufgerufen am 01.09.2020]
Knapp 30 Jahre nach Voltaires Tod setzte Lalande um 1800 triumphierend das Sternbild der Katze durch und nannte es Felis. [Das Sternbild der Katze, 09.04.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
Auf […] Tafel XIX […] [des Sternenatlas von Johann Elert Bode] erscheint die Katze, etwas in die Zange genommen von der Hydra und dem Sternbild der Luftpumpe. Vielleicht schaut die Katze deshalb etwas griesgrämig drein, vielleicht hat sie auch geahnt, daß [sic!] ihr der Himmelsplatz nicht lange vergönnt sein würde. In Deutschland jedenfalls tauchte ihr Sternbild 1865 letztmalig in Meyers Lexikon auf[…]. [Das Sternbild der Katze, 09.04.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
6.
Katze (Geldbeutel)
Katze (Geldbeutel)
historisch meist aus Leder hergestellter Beutel zur Aufbewahrung von Bargeld
Synonym zu Geldkatze, Geldbeutel
Beispiele:
Die Katze wurde im Mittelalter und wieder im frühen und mittleren 19. Jahrhundert getragen. Die Geldkatze des 19. Jh. ist ein schlauchartig genähter, an beiden Enden verschlossener Beutel aus Leder. […] Beim Zahlen wird die Katze vom Gürtel genommen. [Geldkatze, Braun, aufgerufen am 12.08.2021]
Man brauchte viel Platz für Münzen. Diese trug man in einem bestimmten Beutel um die Hüfte, ähnlich wie Hip Bags in den 90er Jahren (Gürteltaschen). Dieser Beutel hieß Geldkatze – kurz Katze – und bestand aus Leder oder Strick‑ bzw. Häkelkram. Sein Name rührt entweder von seiner Form oder seinem Material, letzteres war nämlich häufig Katzenleder. Wahrscheinlich ist auch, dass das althochdeutsche Wort chazza für »Gefäß, Beutel zum Tragen« als klangliche Vorlage […] diente. [Rubbel die Katz, 09.09.2013, aufgerufen am 01.09.2020]
7.
Katze (Unterstand)
Katze (Unterstand)
(Unknown author, CC0)
historisch aus Holzbrettern oder Weidenruten bestehender, fahrbarer Unterstand, der bei der Belagerung befestigter Anlagen zur geschützten Annäherung eingesetzt wurde
Beispiele:
Auf das Schutzdach der Katze wurden feuchte Grassoden, frischer Mist oder feucht gehaltene Tierhäute gelegt, um ein Inbrandstecken durch die Verteidiger zu verhindern. Die Katze lief auf Rollen oder einer Räderkonstruktion. Sie wurde mit Winden und Umlenkrollen gegen die Mauer geschoben. In ihrem Schutz konnten Gräben zugeschüttet und Planierungsarbeiten durchgeführt werden[…]. [Katze (Belagerungsgerät), aufgerufen am 11.08.2021]
Es kam [den Belagerern einer Stadt] nun darauf an, den tiefen Wassergraben […] auszufüllen, die Mauern an einer oder an verschiedenen Stellen zu durchrennen und sie zu übersteigen. Dazu hatten die Belagerer verschiedene Gegenstände. Zur Ausfüllung des Grabens benutzten sie die Katze; sie war ein großer, viereckiger Holzkasten, der mit starken Seitenwänden und einem festen Dache versehen war. Im Innern arbeiteten Krieger, die mittels langer Stangen Strohbündel Fässer, Bäume, Tierleichen und andere Gegenstände in den Graben stießen, um eine Brücke herzustellen. Die Katze war mit nassen Häuten bedeckt, um das Entzünden des Holzes durch die Brandpfeile zu verhüten[…]. [Donat, Friedrich: Lehrbuch der Geschichte für preußische Mittelschulen. [Teil 2]. Ausg. für konfessionell gemischte Schulen. Leipzig 1912]
8.
Katze (Peitsche)
Katze (Peitsche)
(Wellcome Images, CC BY 4.0)
meist aus Leder hergestellte Peitsche mit mehreren Peitschenschnüren
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine neunschwänzige, siebenschwänzige Katze
Beispiele:
In dieser [im 19. Jahrhundert als Sträflingsunterkunft genutzten und] als Museum erhaltenen Kaserne erinnern Neunschwänzige [sic!] Katzen, Fesseln, Häftlingskleidung und Hängematten in einem Massenschlafsaal an Sydneys Wurzeln und an den erbärmlichen Alltag für aus Großbritannien deportierte Sträflinge. [Hamburger Abendblatt, 14.09.2000]
Katzen sind Peitschen mit kurzem Griff und mehreren Schnüren. Die Schnüre können aus verschiedenen Materialien bestehen, manchmal auch mit Metallkugeln oder anderen Zusätzen am Ende der Schnüre. […] Je nach Ausführung und Dicke […] können mit dieser Peitsche große Schmerzen verursacht werden. [Peitsche – Nicht nur Indianer Jones weiß sie zu schwingen, 30.08.2014, aufgerufen am 01.09.2020]
Die neunschwänzige Katze ist ein Ausdruck für eine Peitsche, die Striemen auf der Haut hinterlässt, wie die Krallen einer Katze. [Die Symbolik der Katze, 09.06.2012, aufgerufen am 01.09.2020]
Hängt es nicht auch von der Partnerin ab, ob sie sowas mitmacht? Für die eine sind rosarote Plüschhandschellen schon weit im Bereich SM (= Sadomasochismus), für andere reicht dafür nicht einmal ein Kreuz und die siebenschwänzige Katze aus. [Jörg Kachelmann und das Chaos, 30.08.2010, aufgerufen am 01.09.2020]
Seit vielen Jahren […] erfahre [ich in der psychosozialen Betreuung] gerade auch von jungen Frauen, dass sie von ihren Müttern mit der »siebenschwänzigen Katze« sprich einer Peitsche, mit Schuh‑ und Kochlöffeln geprügelt wurden. [Offener Brief an Ethikrat wegen weiblicher häuslicher Gewalt, 13.11.2008, aufgerufen am 01.09.2020]
Der in schwarzen Strumpfhosen und Samtwams mit Spitzenkrausen erschienene Künstler stach [in einer Performance] ein Florett in den grellgelben Haarschopf einer lebensgroßen Pappdame, ihre Schenkel peitschte er mit einer neunschwänzigen Katze, die er zuvor in rote Farbe getaucht hatte; auf den Brüsten ließ er sechs rohe Eier platzen. [Der Spiegel, 09.10.1967]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Katze · Kätzchen · Katzenauge · Katzengold · Katzenjammer · Katzenmusik · Katzensprung
Katze f. Der Name des domestizierten, seit der Spätantike als Mäusevertilger gehaltenen kleinen Raubtiers (dann auch zoologischer Sammelbegriff für alle Angehörigen dieser Raubtierfamilie) findet sich (allerdings mit wechselnder Stammbildung) im Westgerm. und Nordgerm., ahd. kazza f., kazzo m. (9. Jh.), mhd. katze f., afries. mnd. katte f., mnl. catte f., nl. kat f., aengl. catte f., catt m., mengl. engl. (von nordafrz. anglonorm. cat beeinflußt) cat, anord. kǫttr m., ketta f., schwed. katt m., katta f.; für das Got. fehlen Belege. Die nicht zum gemeinsamen ie. Bestand gehörende Bezeichnung läßt sich in den meisten europ. und einigen außereurop. Sprachen nachweisen, doch sind Herkunft und Entlehnungswege ungeklärt. Auf spätlat. cattus, catta (4. Jh., für lat. fēlēs, fēlis) beruhen mgriech. kátta (κάττα), káttos (κάττος) und die roman. Formen frz. chat m., chatte f., ital. gatto m., gatta f., span. gato m., gata f. Möglicherweise sind auch die übereinstimmenden Formen in den baltoslaw. Sprachen hier anzuschließen, z. B. aruss. kslaw. kotъka ‘Katze’, russ. kot (кот) ‘Kater’, lit. katẽ ‘Katze’, kãtinas ‘Kater’. Höheres Alter könnte dagegen den kelt. (air. cat, kymr. cath, im ir. Fürstennamen Cenn Cait ‘Katzenkopf’ vielleicht schon auf das 1. Jh. zurückgehend) und den germ. Bildungen zukommen, so daß der Ursprung der Benennung (zunächst für die einheimische Wildkatze?) mehrfach in diesen beiden Sprachgruppen vermutet wird; vgl. Kaspers in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 67 (1942) 218 f., der Katze als ‘Tier mit dem krummen Rücken’ an germ. *kat(t)- ‘Krümmung’ anzuschließen sucht. Auffällig sind aber nordafrikan. Entsprechungen wie nub. kadīs, berber. kaddîska, affadeisch gâda (FEW 2, 520), die an eine Ausbreitung des Tiernamens von Afrika her (durch kelt. Vermittlung?) denken lassen, da die gezähmte Katze zuerst in Ägypten vorkommt und von dort nach Europa gelangt. Kätzchen n. ‘ährenähnlicher Blütenstand bestimmter Gehölze’ (z. B. Weide, Erle, Birke, Haselstrauch), durch Vergleich mit dem weichen Katzenfell motivierte Übertragung des Deminutivums von Katze (s. oben), frühnhd. ketzgin, palmketzel (15. Jh.); vgl. gleichbed. nl. katje, engl. catkin. Katzenauge n. ‘Rückstrahler, besonders am Fahrrad’ (20. Jh.), in der Mineralogie ‘einen streifenförmigen Lichtschein zeigender Edelstein’ (18. Jh.). Katzengold n. ‘goldgelb glänzender Glimmer’ (daneben Katzensilber für einen Glimmer mit silbrigem Glanz, beide 16. Jh.), vorher ahd. kazzūngold ‘goldgelbes Kirschharz’ (Hs. 12. Jh.); diesen Verwendungen liegt die Vorstellung des Falschen, Unechten zugrunde. Katzenjammer m. ‘körperliches Unwohlsein als Nachwirkung eines Rausches’ (2. Hälfte 18. Jh.), anfangs vor allem in der Studentensprache; seit dem 19. Jh. häufig auf Gemütszustände übertragen ‘Reue, Gewissensqual’ (s. auch Kater2). Katzenmusik f. ‘mißtönende Musik’, ursprünglich jmdm. von Studenten als Ständchen dargebracht, um ihn zu verhöhnen (letztes Viertel 18. Jh.); bei Stieler (1691) ‘Geschrei der Katzen’. Katzensprung m. ‘unbedeutende Entfernung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hauskatze · Katze  ●  Büsi  ugs., schweiz. · Dachhase  ugs., scherzhaft · Fellnase  ugs. · Mieze  ugs. · Miezekatze  ugs. · Muschi  ugs. · Pussy  ugs. · Samtpfote  ugs. · Samtpfötchen  ugs. · Stubentiger  ugs.
Oberbegriffe
  • Katze  ●  Felidae (Familie)  fachspr. · Katzen (Familie)  fachspr.
Zoologie
Synonymgruppe
Katze  ●  Felidae (Familie)  fachspr. · Katzen (Familie)  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Katze‹ (berechnet)

Haustier Rabbiner beißen entlaufen fett freilaufend freilebend fressen füttern gefleckt geliebt getigert grau herrenlos infiziert kaufen neunschwänzige schleichen schnurren schnurrend schwarz springen streicheln streunen streunend tot unkastriert verwildert wasserscheu wildernd

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Katze‹.

Zitationshilfe
„Katze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Katze>.

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