Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Katzengold, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Katzengold(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Kat-zen-gold
Wortzerlegung Katze Gold
eWDG

Bedeutung

goldgelb glänzender Glimmer
Beispiel:
Auf der Brust baumeln dicke Uhrketten aus Katzengold [ FedererBerge39]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Katze · Kätzchen · Katzenauge · Katzengold · Katzenjammer · Katzenmusik · Katzensprung
Katze f. Der Name des domestizierten, seit der Spätantike als Mäusevertilger gehaltenen kleinen Raubtiers (dann auch zoologischer Sammelbegriff für alle Angehörigen dieser Raubtierfamilie) findet sich (allerdings mit wechselnder Stammbildung) im Westgerm. und Nordgerm., ahd. kazza f., kazzo m. (9. Jh.), mhd. katze f., afries. mnd. katte f., mnl. catte f., nl. kat f., aengl. catte f., catt m., mengl. engl. (von nordafrz. anglonorm. cat beeinflußt) cat, anord. kǫttr m., ketta f., schwed. katt m., katta f.; für das Got. fehlen Belege. Die nicht zum gemeinsamen ie. Bestand gehörende Bezeichnung läßt sich in den meisten europ. und einigen außereurop. Sprachen nachweisen, doch sind Herkunft und Entlehnungswege ungeklärt. Auf spätlat. cattus, catta (4. Jh., für lat. fēlēs, fēlis) beruhen mgriech. kátta (κάττα), káttos (κάττος) und die roman. Formen frz. chat m., chatte f., ital. gatto m., gatta f., span. gato m., gata f. Möglicherweise sind auch die übereinstimmenden Formen in den baltoslaw. Sprachen hier anzuschließen, z. B. aruss. kslaw. kotъka ‘Katze’, russ. kot (кот) ‘Kater’, lit. katẽ ‘Katze’, kãtinas ‘Kater’. Höheres Alter könnte dagegen den kelt. (air. cat, kymr. cath, im ir. Fürstennamen Cenn Cait ‘Katzenkopf’ vielleicht schon auf das 1. Jh. zurückgehend) und den germ. Bildungen zukommen, so daß der Ursprung der Benennung (zunächst für die einheimische Wildkatze?) mehrfach in diesen beiden Sprachgruppen vermutet wird; vgl. Kaspers in: Zs. f. vgl. Sprachforsch. 67 (1942) 218 f., der Katze als ‘Tier mit dem krummen Rücken’ an germ. *kat(t)- ‘Krümmung’ anzuschließen sucht. Auffällig sind aber nordafrikan. Entsprechungen wie nub. kadīs, berber. kaddîska, affadeisch gâda (FEW 2, 520), die an eine Ausbreitung des Tiernamens von Afrika her (durch kelt. Vermittlung?) denken lassen, da die gezähmte Katze zuerst in Ägypten vorkommt und von dort nach Europa gelangt. Kätzchen n. ‘ährenähnlicher Blütenstand bestimmter Gehölze’ (z. B. Weide, Erle, Birke, Haselstrauch), durch Vergleich mit dem weichen Katzenfell motivierte Übertragung des Deminutivums von Katze (s. oben), frühnhd. ketzgin, palmketzel (15. Jh.); vgl. gleichbed. nl. katje, engl. catkin. Katzenauge n. ‘Rückstrahler, besonders am Fahrrad’ (20. Jh.), in der Mineralogie ‘einen streifenförmigen Lichtschein zeigender Edelstein’ (18. Jh.). Katzengold n. ‘goldgelb glänzender Glimmer’ (daneben Katzensilber für einen Glimmer mit silbrigem Glanz, beide 16. Jh.), vorher ahd. kazzūngold ‘goldgelbes Kirschharz’ (Hs. 12. Jh.); diesen Verwendungen liegt die Vorstellung des Falschen, Unechten zugrunde. Katzenjammer m. ‘körperliches Unwohlsein als Nachwirkung eines Rausches’ (2. Hälfte 18. Jh.), anfangs vor allem in der Studentensprache; seit dem 19. Jh. häufig auf Gemütszustände übertragen ‘Reue, Gewissensqual’ (s. auch Kater2). Katzenmusik f. ‘mißtönende Musik’, ursprünglich jmdm. von Studenten als Ständchen dargebracht, um ihn zu verhöhnen (letztes Viertel 18. Jh.); bei Stieler (1691) ‘Geschrei der Katzen’. Katzensprung m. ‘unbedeutende Entfernung’ (17. Jh.).

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Eisenkies · Eisensulfid · Katzengold · Narrengold · Schwefelkies  ●  Pyrit  griechisch
Oberbegriffe

Verwendungsbeispiele für ›Katzengold‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was einem so lockend aus dem Forellenbach entgegenblinkt, ist jedoch leider nur das sogenannte Katzengold. [Süddeutsche Zeitung, 14.08.1996]
In den Schlünden glänzte es von bunten Glassplittern und Katzengold. [Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 194]
Dies freilich überrascht wenig, und oft hilft ein Quant gesunder Menschenverstand, um Gold von Katzengold zu unterscheiden. [Süddeutsche Zeitung, 22.01.1998]
Wie gut, daß es die Taschenbuchreihen gibt, die lesenswerten Romanen wie Katzengold neue Aufmerksamkeit sichern können. [Süddeutsche Zeitung, 25.01.1997]
Was immer man über Katzengold sagen mag, es ist schwer, sogar im Lexikon von Meyer, schwer zu finden. [Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 330]
Zitationshilfe
„Katzengold“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Katzengold>.

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