Kauf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kauf(e)s · Nominativ Plural: Käufe
Aussprache 
Grundformkaufen

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. das Kaufen
    1. [übertragen] ⟨etw. in Kauf nehmen⟩ Unwillkommenes als Zugabe hinnehmen
    2. [gehoben] ⟨leichten Kauf(e)s⟩ ohne weiteres
  2. 2. etw., was käuflich erworben worden ist
eWDG

Bedeutungen

1.
das Kaufen
Beispiele:
der Kauf eines Autos, Grundstückes
ein Kauf auf Teilzahlung, Raten
ein Kauf auf, zur Probe
etw. zum Kauf anbieten
mehrere Käufe abschließen
papierdeutscheinen Kauf tätigen
Kaufmannssprachediese Waren stehen zum Kauf (= Verkauf)
beim Sommerschlussverkauf ist ein günstiger, vorteilhafter Kauf möglich
übertragen etw. in Kauf nehmenUnwillkommenes als Zugabe hinnehmen
Beispiele:
materielle Nachteile, Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen
bei einer Reise nach Übersee muss man einige Formalitäten in Kauf nehmen
Ich wundere mich über uns, weil wir seinen Hochmut … in Kauf nehmen [ S. LenzZeit33]
gehoben leichten Kauf(e)sohne weiteres
Beispiel:
Wie ich sie kenne, wird sie so leichten Kaufs nicht preisgeben, was sie einmal auf sich genommen hat [ RinserMitte316]
2.
etw., was käuflich erworben worden ist
Beispiele:
seinen Kauf zeigen
die Vase, der Kleiderstoff, das Buch ist ein guter, günstiger, vorteilhafter Kauf
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kaufen · Kauf · Käufer · käuflich · verkaufen · Verkauf · Verkäufer · Verkäuferin · Kaufmann
kaufen Vb. ‘etw. durch Zahlen des Preises erwerben, jmdn. bestechen’. Ausgangswort für die gesamte Wortfamilie ist lat. caupo (Genitiv caupōnis) ‘Schankwirt, Herbergsvater, Kleinhändler’, das um die Zeitenwende den Germanen von römischen Soldaten am Mittel- und Niederrhein vermittelt wird, so daß in westgerm. *kaupan- ‘Händler’, vertreten in ahd. koufo (9. Jh.), aengl. cīepa, die Grundlage der im Germ. abgeleiteten Verben zu sehen ist, falls sie nicht aus lat. caupōnārī ‘schachern, hökern, Kleinhandel treiben’ entlehnt sind; ahd. koufen (8. Jh.), koufōn (9. Jh.), mhd. koufen ‘tauschen, Handel treiben, handeln’, d. h. ‘durch Kauf erwerben’ wie auch ‘verkaufen’, asächs. kōpon, mnd. kȫpen, aengl. cēapian, mnl. cōpen, nl. kopen, anord. kaupa, schwed. köpa, got. kaupōn. Aus dem Verb rückgebildet ist Kauf m. ‘Erwerb einer Sache gegen Geld’, ahd. kouf ‘Tausch, Handel’ (9. Jh.), mhd. kouf ‘Geschäft zwischen Käufer und Verkäufer, Tausch, Handel, Verabredung, Ware, Preis, Bezahlung’, asächs. mnd. kōp, aengl. cēap (vgl. engl. cheap ‘wohlfeil’), nl. koop, anord. kaup, schwed. köp. Käufer m. ‘wer durch Bezahlung etw. erwirbt’, ahd. koufāri (9. Jh.), mhd. koufer, köufer ‘wer kauft oder verkauft’, daher bis ins 16. Jh. auch ‘Kaufmann, Händler’, erst danach nur noch für den, der etw. kauft. käuflich Adj. ‘durch Kauf zu erwerben, bestechlich’, ahd. kouflīh (10./11. Jh.), mhd. kouflich ‘erwerbbar’ und ‘veräußerlich’, seit dem 17. Jh. nur ‘kaufbar’. verkaufen Vb. ‘etw. gegen Bezahlung an einen neuen Eigentümer übergeben’, ahd. firkoufen (8. Jh.), mhd. verkoufen, auch reflexiv ‘einen Fehlkauf tun’ (um 1800); dazu Verkauf m. (16. Jh.), Verkäufer m. mhd. verkoufære, -keufære, -keufer, Verkäuferin f. (17. Jh.). Kaufmann m. ‘wer kauft und verkauft, Händler’, Plur. Kaufleute, bis ins 16. Jh. auch Kaufmänner, ahd. koufman (9. Jh.), Plur. koufliuti (um 1000), mhd. koufman ‘Verkäufer’ und (bis ins 18. Jh.) ‘Käufer’, weitgehend synonym mit mhd. burgære ‘Bürger, Stadtbewohner’, da die Kaufleute den herausragenden Stand innerhalb des städtischen Bürgertums bilden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Ökonomie
Synonymgruppe
Ankauf · Anschaffung · Aufkauf · Einkauf · Erwerb · Erwerbung · Kauf · Übernahme  ●  Akquise  ugs. · Akquisition  geh.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kauf‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kauf‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kauf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit dem Kauf erst tritt das Auto in das Leben. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 10]
Daß er daher bald als »dienstgeil« verschrien war, nahm er in Kauf. [Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 84]
Das mußte man schon in Kauf nehmen, wenn man weiterkommen wollte. [Der Spiegel, 09.09.1985]
Doch ich zögere, wenn das bedeutet, zivile Opfer in Kauf zu nehmen. [Die Zeit, 02.06.1999, Nr. 23]
Wer etwas produziert, verwendet das Einkommen aus dem Verkauf wieder für den Kauf von Gütern. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Zitationshilfe
„Kauf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kauf>.

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