Kaugummi, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKau-gum-mi (computergeneriert)
WortzerlegungkauenGummi2
Wortbildung mit ›Kaugummi‹ als Erstglied: ↗Kaugummiautomat · ↗Kaugummiblase
eWDG, 1969

Bedeutung

Erzeugnis, das einem erfrischenden Bonbon ähnlich ist, aber eine unlösliche gummiartige Masse enthält und nur gekaut wird
Beispiele:
Kaugummi kauen
Kaugummi ist gut für die Zähne
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kauen · wiederkäuen · Wiederkäuer · Kautabak · Kaugummi
kauen Vb. ‘mit den Zähnen zerkleinern, malmen’. Die ältesten Formen des ursprünglich stark flektierten germ. Verbs sind ahd. kiuwan (8. Jh.), mhd. kiuwen, kiun, aengl. cēowan und (mit Anlautveränderung durch Dissimilation oder unter Einfluß von bedeutungsähnlichem anord. tǫgla ‘kauen, nagen’) anord. tyggja, tyggva. Neben mhd. kiuwen, das in nhd. käuen bis ins 18. Jh. lebendig bleibt, findet sich im 14. Jh. die für die heute übliche Lautgestalt vorauszusetzende Variante mhd. (md.) kūwen, die bereits (ebenso wie mnd. kouwen, mnl. cauwen, nl. kauwen, engl. to chew, schwed. tugga ‘kauen’) dem Paradigma der schwachen Verben folgt. Der Übergang zur schwachen Flexion ist bei frühnhd. käuen, kauen im 16. Jh. allgemein vollzogen. Der Vergleich mit außergerm. Entsprechungen wie serb.-kslaw. žьvati, russ. ževát’ (жевать) ‘kauen’, lit. žiáunos (Plur.) ‘Kiefer, Kiemen’, pers. ǰāvīdan ‘kauen’ führt auf die Wurzel ie. *g(i̯)eu-, *g̑(i̯)eu- ‘kauen’. Die Form käuen ist im Nhd. bis zur Gegenwart erhalten in wiederkäuen Vb. ‘nochmals kauen’ (bezogen auf bestimmte Paarhufer). Das seit dem 15. Jh. belegte Kompositum ersetzt nicht mehr verstandenes (und nur mannigfaltig entstellt in den Mundarten fortlebendes) gleichbed. ahd. itarucken (9. Jh.), mhd. it(e)rücken, aus ahd. it(a)- ‘wieder’ und germ. *rukjan ‘sich erbrechen, rülpsen’, vgl. lat. ērūgere ‘ausrülpsen’, ructāre ‘rülpsen, ausspeien’, russ. rygát’ (рыгать) ‘rülpsen, wiederkäuen’. Wiederkäuer m. ‘wiederkäuender Paarhufer’, als Nomen agentis vereinzelt schon im 16. Jh. (bei Fischart) gebildet, tritt in den 20er Jahren des 19. Jhs. an die Stelle des älteren zoologischen Fachausdrucks wiederkäuendes Tier (17. Jh.). Kautabak m. (2. Hälfte 19. Jh.), nach engl. chewing-tobacco (1835); vgl. die bereits im 18. Jh. vorkommende Fügung Tabak kauen. Kaugummi m. (20er Jahre 20. Jh.), nach amerik.-engl. chewing gum (1864).

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik, Medizin
Synonymgruppe
Chicle · Kaugummi  ●  ↗Mastix  griechisch
Assoziationen
  • Zahn  ●  ↗Beißerchen (kindersprachlich)  ugs.
  • Grüne Minze · Krause Minze · Speer-Minze · Ährige Minze  ●  Spearmint  engl. · Mentha spicata  fachspr., lat., griechisch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausspucken Bonbon Kauen Kugelschreiber Lutscher Nasenspray Nikotinpflaster Pflaster Schokolade Schokoriegel Schuhsohle Süßigkeit Wegwerfen Zahnpasta Zigarettenkippe ausgelutscht ausgespuckt ausspucken durchgekaut festgetreten gekaut herumkauen kauen kleben nikotinhaltig spucken verkleben verschluckt zermalmen zuckerfrei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kaugummi‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie zieht mich an der Hand mit den Kaugummis in Richtung Typ.
Bach, Tamara: Marsmädchen, Hamburg: Verlag Friedrich Oetinger 2003, S. 28
Kahn kaut auf seinem Kaugummi, wie er es während all der Spiele gemacht hat.
Der Tagesspiegel, 01.07.2002
Es half nichts, noch schnell das Loch mit einem Kaugummi zuzukleben.
Stadler, Arnold: Sehnsucht, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 300
Man sollte nicht zu lange an einem Kaugummi herumkauen, sonst ekelt man sich plötzlich selber davor.
Süddeutsche Zeitung, 02.03.2000
In den letzten Jahren hat sich der Kaugummi wieder einmal durchgesetzt.
Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 139
Zitationshilfe
„Kaugummi“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kaugummi>, abgerufen am 18.07.2019.

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