Kaulbarsch, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kaulbarsch(e)s · Nominativ Plural: Kaulbarsche
WorttrennungKaul-barsch
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2018

Bedeutung

(in Schwärmen (I) lebender) oberseits olivgrüner Barsch (1) mit stachliger Rückenflosse und rundlichem, dickem Kopf
Beispiele:
Kaulbarsche werden mit etwa 15-20 cm nicht sehr groß und zählen auch nicht unbedingt zu den beliebten Speisefischen. Laichzeit ist wie bei ihren größeren Verwandten im Frühjahr (April/Mai). Die gelblich-weißen Eier werden in Schnüren oder Klumpen meist an Steinen ausgelegt. [Tauchrevier Deutschland, 08.11.2015, aufgerufen am 14.02.2017]
Wollhandkrabben und kleine Fische, Gründling und Kaulbarsch sind heute einziger Fang. [Osmerusʼ Blog, 16.08.2013, aufgerufen am 29.04.2016]
Am Haken hängt ein Kaulbarsch, ein Fischchen von höchstens 15 Zentimetern Länge. [Die Zeit, 29.04.1988, Nr. 18]
Dort fingen wir die vielfarbigen Barsche, die zinnfarbenen Plötzen und die Kaulbarsche, deren Augen wie zwei kleine Monde waren. [Berliner Zeitung, 16.07.1965]
In den östlichen Küstengewässern kommen […] an Süßwasserfischen noch Blei, Zander, Rotfeder, Güster, Ukelei und Kaulbarsch hinzu. [Zeiske, Wolfgang: Angle richtig!, Berlin: Sportverl. 1974 [1959], S. 169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kaulbarsch · Kaulquappe
Kaulbarsch m. im Süßwasser Nord-, Mittel- und Osteuropas lebender kleinerer Barsch, mnd. kūl(e)bārs, frühnhd. kulperske (um 1400), dann (mit schwankender Schreibung) Kaulbersch, Kaulepers, Kaulperschk, Kaulparsch, daneben bis ins 18. Jh. nach nd. Vorbild Kuhlbarsch. Das erste Glied dieser Zusammensetzung mit ↗Barsch (s. d.), zuvor schon als Bestandteil eines anderen Fischnamens bezeugt (ahd. kūlhoubit, Hs. 13. Jh., vgl. nhd. Kaulhaupt, auch Kaulkopf ‘Groppe’, ein ebenfalls barschartiger Fisch mit auffällig dickem, kugelförmigem Kopf), ist identisch mit mnd. kūle ‘runder, knotenförmiger oder verdickter Gegenstand’, auch ‘Vertiefung, Grube’ (s. ↗Kuhle), mhd. (md.) kūle, nhd. (md.) Kaule ‘Kugel, Grube, Loch’ (dieses noch lebendig im Deminutivum omd. Keulchen, Käulchen ‘in der Pfanne gebackenes flaches Klößchen’). Das besonders auf md. Gebiet vorkommende mhd. kūle kann in der Bedeutung ‘Kugel’ kontrahierte Form von mhd. kugel(e) (s. ↗Kugel) sein, im Sinne von ‘Grube, Loch’ ist es jedoch wie mnd. kūle, das nach außen gewölbte Gegenstände und auch nach innen gewölbte Höhlungen bezeichnet (mnd. kugel tritt daneben erst im 16. Jh. auf, wohl als Entlehnung aus dem Hd.), eine Bildung mit l-Suffix zu der für Kugel (dieses eine Erweiterung mit Guttural) ebenfalls vorauszusetzenden Wurzel ie. *geu-, *gū- ‘biegen, krümmen, wölben’. An diese sich anschließende vergleichbare Formen mit dem Element -l- sind anord. kūla ‘Bodenerhebung, Beule’ und (mit anderer Ablautstufe) ahd. kiol, mhd. kiel ‘großes Schiff’ (s. ↗Kiel), mhd. kiule (s. ↗Keule) sowie wahrscheinlich griech. gyliós (γυλιός) ‘Tasche, Tornister’, während die Zugehörigkeit von lat. vola ‘Höhlung der Hand oder des Fußes’, aind. gōlaḥ ‘Kugel, Ball, kugelförmiger Wasserkrug’ unsicher bleibt. Dasselbe Kaul- ‘Kugel-’ findet sich auch in Kaulquappe f. der vor allem im Nordd. und Md. üblichen Bezeichnung für ‘Froschlarve’ (so Kulquabbe im 18. Jh. als landschaftliche Variante neben Kulpatte, Kaulpadde, Kaulkröte u. ä.); in älterer Zeit ist Kaulquappe auch Fischname (meist synonym mit Kaulbarsch oder Kaulkopf, s. oben), vgl. mnd. kūlequappe ‘capotenus, piscis’ (15. Jh.). Zum Grundwort s. ↗Quappe.

Thesaurus

Synonymgruppe
Döbel · Kaulbarsch
Oberbegriffe
Zitationshilfe
„Kaulbarsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kaulbarsch>, abgerufen am 21.11.2019.

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