Kausalsatz, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKau-sal-satz (computergeneriert)
WortzerlegungkausalSatz
eWDG, 1969

Bedeutung

Sprachwissenschaft Umstandssatz der Ursache, des Grundes, kausaler Satz
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kausal · Kausalsatz · Kausalität · Kausalverbindung · Kausalzusammenhang · Kausalnexus
kausal Adj. ‘auf dem Zusammenhang von Ursache und Wirkung beruhend’, in der Grammatik ‘den Grund angebend’. Von lat. caus(s)a ‘Veranlassung, Ursache, Angelegenheit, Rechtssache’ abgeleitetes spätlat. causālis ‘zur Ursache gehörig, den Grund angebend’ lebt in der lat. Wissenschaftssprache, namentlich in der Terminologie der Sprachlehre (z. B. coniunctio causalis ‘begründendes Bindewort’), bis in die Neuzeit fort und wird (entsprechend älterem frz. engl. causal) um die Wende zum 19. Jh. zu causal (Ende 19. Jh. kausal) eingedeutscht; nach Campe (1801) ersetzbar durch begründend, ursächlich. Dazu, ebenfalls als grammatischer Terminus, das Kompositum Kausalsatz m. ‘den Grund angebender Gliedsatz’ (19. Jh.). Kausalität f. gesetzmäßiger Zusammenhang zwischen zwei Erscheinungen, nach dem die eine als Ursache notwendig die andere als Wirkung hervorbringt. Der Ausdruck, eine schon in der Antike erörterte, wichtige philosophische Kategorie bezeichnend, ist im Dt. seit Ende des 18. Jhs. bezeugt (zunächst Causalität, wofür Campe 1801 die Übersetzung Ursächlichkeit vorschlägt); er setzt eine gelehrte lat. Substantivbildung (bereits mlat. causalitas, vgl. mfrz. frz. causalité, 15. Jh., engl. causality, 17. Jh.) zum Adjektiv spätlat. causālis (s. oben) fort. Übliche Benennungen des begrifflich zugrundeliegenden Verhältnisses von Ursache und Wirkung sind Kausalverbindung f. (um 1800), Kausalzusammenhang m. (Mitte 19. Jh.), Kausalnexus m. (2. Hälfte 19. Jh.), vorher causaler Nexus; vgl. lat. nexus ‘das Zusammenknüpfen, Verschlingung, Verbindlichkeit’ (von lat. nectere ‘binden, verknüpfen, anfügen’).

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Oberbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In beiden Fällen ergründete man mit Hilfe des Kausalsatzes den transzendenten Schöpfer.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 2: Neuzeit und Gegenwart. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1952], S. 1537
Sie treten in urteilenden Aussagesätzen oder in Begründungen (Kausalsätzen) für ein spezifisches Verhalten auf.
Hauschildt, Jürgen: Entscheidungsziele, Tübingen: Mohr 1977, S. 267
Der Kausalsatz verurteilt die Welt nicht zur ewigen Gebundenheit und Unfreiheit.
Eisler, Rudolf: Philosophen-Lexikon. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 12439
Es gab auch Zeiten, wo solche Kausalsätze sich einem Dank schuldeten.
Die Zeit, 27.10.2008, Nr. 43
Meist steht der Kausalsatz vorn, wenn er mit „da“ beginnt.
Der Tagesspiegel, 07.12.2003
Zitationshilfe
„Kausalsatz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kausalsatz>, abgerufen am 22.10.2017.

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