Kautabak, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKau-ta-bak (computergeneriert)
WortzerlegungkauenTabak
eWDG, 1969

Bedeutung

mit einer würzigen Soße getränkter Tabak, der gekaut wird, Priem
Beispiele:
eine Rolle, ein Stück Kautabak
ein Stück von einer Rolle Kautabak abbeißen, abschneiden
Der Alte holte seinen Kautabak aus der Tasche ... und schob ihn hinter die Zähne [StormSchimmelr.7,156]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kauen · wiederkäuen · Wiederkäuer · Kautabak · Kaugummi
kauen Vb. ‘mit den Zähnen zerkleinern, malmen’. Die ältesten Formen des ursprünglich stark flektierten germ. Verbs sind ahd. kiuwan (8. Jh.), mhd. kiuwen, kiun, aengl. cēowan und (mit Anlautveränderung durch Dissimilation oder unter Einfluß von bedeutungsähnlichem anord. tǫgla ‘kauen, nagen’) anord. tyggja, tyggva. Neben mhd. kiuwen, das in nhd. käuen bis ins 18. Jh. lebendig bleibt, findet sich im 14. Jh. die für die heute übliche Lautgestalt vorauszusetzende Variante mhd. (md.) kūwen, die bereits (ebenso wie mnd. kouwen, mnl. cauwen, nl. kauwen, engl. to chew, schwed. tugga ‘kauen’) dem Paradigma der schwachen Verben folgt. Der Übergang zur schwachen Flexion ist bei frühnhd. käuen, kauen im 16. Jh. allgemein vollzogen. Der Vergleich mit außergerm. Entsprechungen wie serb.-kslaw. žьvati, russ. ževát’ (жевать) ‘kauen’, lit. žiáunos (Plur.) ‘Kiefer, Kiemen’, pers. ǰāvīdan ‘kauen’ führt auf die Wurzel ie. *g(i̯)eu-, *g̑(i̯)eu- ‘kauen’. Die Form käuen ist im Nhd. bis zur Gegenwart erhalten in wiederkäuen Vb. ‘nochmals kauen’ (bezogen auf bestimmte Paarhufer). Das seit dem 15. Jh. belegte Kompositum ersetzt nicht mehr verstandenes (und nur mannigfaltig entstellt in den Mundarten fortlebendes) gleichbed. ahd. itarucken (9. Jh.), mhd. it(e)rücken, aus ahd. it(a)- ‘wieder’ und germ. *rukjan ‘sich erbrechen, rülpsen’, vgl. lat. ērūgere ‘ausrülpsen’, ructāre ‘rülpsen, ausspeien’, russ. rygát’ (рыгать) ‘rülpsen, wiederkäuen’. Wiederkäuer m. ‘wiederkäuender Paarhufer’, als Nomen agentis vereinzelt schon im 16. Jh. (bei Fischart) gebildet, tritt in den 20er Jahren des 19. Jhs. an die Stelle des älteren zoologischen Fachausdrucks wiederkäuendes Tier (17. Jh.). Kautabak m. (2. Hälfte 19. Jh.), nach engl. chewing-tobacco (1835); vgl. die bereits im 18. Jh. vorkommende Fügung Tabak kauen. Kaugummi m. (20er Jahre 20. Jh.), nach amerik.-engl. chewing gum (1864).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kautabak · Mundtabak · ↗Priem · Snus
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Rauchen · Tabakrauchen  ●  Paffen  ugs. · Quarzen  ugs. · Schmauchen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Mund Zigarette Zigarre kauen spucken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kautabak‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als sie geht, steckt sie mir auch Kautabak in den Mund.
Bild, 17.02.2006
Allerdings geht Kautabak nicht mehr so gut wie früher, und das Drehen kommt auch immer mehr aus der Mode.
Die Zeit, 24.11.1961, Nr. 48
Sie vertrinkt es freilich nicht, sie kauft sich Kautabak dafür.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Ich bestrafe Sie mit Entzug des Kautabaks für drei Monate!
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 331
Zu Weihnachten schickten die Enkelinnen dem Großvater einen Brief und ein Päckchen Kautabak.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 303
Zitationshilfe
„Kautabak“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kautabak>, abgerufen am 17.09.2019.

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