Kautel, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kautel · Nominativ Plural: Kautelen
Aussprache  [kaʊ̯ˈteːl]
Worttrennung Kau-tel
Herkunft aus cautēlalat ‘Vorsicht, Sicherstellung’ < cautuslat ‘vorsichtig, sichergestellt’ (Partizip Perfekt von cavērelat ‘sich vorsehen, sich hüten’)
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

besonders Recht, bildungssprachlich (vorsichtshalber, zur Absicherung ausbedungener) Vorbehalt (im Vertrag)
Beispiele:
Mit dieser Bestallung [des Direktors] war zwar ein Vorbehalt verbunden, nämlich eine Bewährungszeit von zwei Jahren, aber diese Kautel erwies sich bald als juristisch nicht haltbar. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.1999]
Die EU‑Diplomaten haben [im Vertrag mit Georgien] eine Reihe von Kautelen durchgesetzt. Zum einen ist die Visafreiheit für Georgier auf 90 Tage befristet, zum anderen gilt sie nur für Inhaber eines biometrischen Passes. [Hamburger Abendblatt, 04.02.2017]
Seit 84 Jahren gehört die altehrwürdige »Schwedische Literaturgesellschaft in Finnland« infolge einer Erbschaft zu Nokias grössten Aktionären. […] Eine an die Erbschaft geknüpfte Kautel verbietet allerdings den Verkauf der Aktien. [Neue Zürcher Zeitung, 20.09.2014]
Während diese [vorgenannten] Bedingungen kaum für Aufregung sorgen dürften, ist die Freistellung des Geschäfts mit Privatkunden an eine Kautel gebunden, die einigen Instituten sauer aufstossen könnte. Das Schweizer Geldhaus muss nämlich – neben dem Einreichen besagter Dokumente – einen deutschen Partner finden, über den das Geschäft angebahnt wird. [Neue Zürcher Zeitung, 14.07.2004]
Und, so fügte er [der Bundeskanzler] ziemlich pathetisch hinzu[,] »Deutsche pflegen ihre Versprechen zu halten«. Die übliche Kautel (»wenn die Kriterien erfüllt sind«) verblasste in Schröders Statements immer mehr […]. [Die Zeit, 26.02.2004]
[…] mit dem Vorsatz, keine Sänger‑Chronik vorzulegen, sondern »ein Buch über den Menschen Martha Mödl zu schreiben«, hat er eine problematische Kautel für sein Gesprächs‑Buch bemüht. […] Bücher über Primadonnen sind enttäuschend, sobald sie eine Diva durch alltägliche Quisquilien (= Kleinigkeiten) zu »vermenschlichen« versuchen. [Berliner Zeitung, 24.10.1998]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kautel f. ‘Vorkehrung, Vorbehalt, Absicherung’, entlehnt (16. Jh.) aus lat. cautēla ‘Vorsicht, Sicherstellung’; abgeleitet von lat. cautus Part.adj. ‘vorsichtig, sichergestellt’, Part. Perf. zu lat. cavēre ‘sich vorsehen, sich hüten’.
Zitationshilfe
„Kautel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kautel>, abgerufen am 21.09.2021.

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