Kautschuk, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Kautschuks · Nominativ Plural: Kautschuke
Aussprache 
Worttrennung Kau-tschuk · Kaut-schuk
Herkunft indianische Sprachen → Französisch
Wortbildung  mit ›Kautschuk‹ als Erstglied: ↗Kautschukmilch · ↗Kautschukparagraf · ↗Kautschukparagraph · ↗Kautschukpflaster · ↗Kautschukproduktion · ↗Kautschukreifen · ↗Kautschukzapfer
 ·  mit ›Kautschuk‹ als Letztglied: ↗Kunstkautschuk · ↗Naturkautschuk · ↗Parakautschuk · ↗Rohkautschuk
eWDG, 1969

Bedeutung

aus dem Saft einiger tropischer Gewächse gewonnene zähe, elastische Masse, die den Rohstoff für Gummi bildet
Beispiele:
den Kautschuk vulkanisieren
aus Kautschuk hergestellter Gummi
ein Gummireifen, Autoreifen aus Kautschuk
natürlicher Kautschuk
künstlicher, synthetischer Kautschuk (= Buna)
Brasilien hatte lange Zeit das Monopol für Kautschuk
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kautschuk m. n. Rohstoff für die Gummiherstellung, zunächst ausschließlich der an der Luft gerinnende Milchsaft bestimmter tropischer Gewächse, im 20. Jh. auch synthetisch hergestellt, weshalb jetzt Natur- und Synthesekautschuk unterschieden werden. Die Bezeichnung beruht auf dem mit span. cauchuc (17. Jh.), caucho (seit dem 18. Jh.) wiedergegebenen Ausdruck für den eingedickten Pflanzensaft in einer bisher nicht sicher ermittelten Indianersprache Perus (Ketschua?). Genauere Kenntnisse über das Produkt erlangen die Europäer durch den französischen Naturforscher de la Condamine, der das Wort caoutchouc (daneben cahoutchou entsprechend der bis in die Gegenwart üblichen frz. Aussprache mit stummem Endkonsonanten) Mitte des 18. Jhs. ins Frz. einführt. Entlehnungen von frz. caoutchouc sind engl. caoutchouc, ital. caucciù sowie das erst im 19. Jh. (im Anschluß an A. v. Humboldt) geläufige, jedoch vereinzelt schon für das 18. Jh. (Cautschuck, Wieland 1783) nachzuweisende moderne dt. Kautschuk; frühere Erwähnungen im Dt. (Cachou, Cachuchu, Cahutchu, Cauchu, seit Mitte 18. Jh.) gehen wohl teils aufs Frz., teils auch (besonders bei Verzicht auf Wiedergabe des t-Lauts im Wortinnern) direkt auf die durch das Span. vermittelte indian. Form zurück.

Thesaurus

Synonymgruppe
Naturkautschuk  ●  Kautschuk  veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kautschuk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kautschuk‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kautschuk‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Längst gibt es auch synthetischen Kautschuk, aber einen Jet kann man damit nicht landen.
Die Zeit, 11.11.2013, Nr. 45
Auch in anderen Ländern fand die künstliche Herstellung des Kautschuks schnell Eingang.
Sandermann, Wilhelm: Grundlagen der Chemie und chemischen Technologie des Holzes, Leipzig: Geest & Portig 1956, S. 22
Von dem deutschen synthetischen Kautschuk "Buna" gibt es verschiedene Sorten.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 339
Gegenwärtig arbeiten fünf Werke an der Erzeugung dieses synthetischen Kautschuks.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]
Hierbei werden elastische, plastische und verformbare Massen gewonnen, die sich an Stelle von Kautschuk benutzen lassen.
Scheiber, Johannes: Chemie und Technologie der künstlichen Harze, Stuttgart: Wissenschaftl. Verl.-Ges. 1943, S. 140
Zitationshilfe
„Kautschuk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kautschuk>, abgerufen am 07.08.2020.

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