Keiler, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Keilers · Nominativ Plural: Keiler
Aussprache 
Worttrennung Kei-ler
eWDG

Bedeutung

Jägersprache männliches Wildschwein vom dritten bis zum siebenten Lebensjahr
Beispiele:
die Hauer des Keilers
einen Keiler abfangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keil · Keilschrift · keilen · Keile · Keilerei · verkeilen · Keiler
Keil m. ‘Werkzeug mit spitzwinkliger, scharfer Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. kīl, wohl verwandt mit anord. kīll, isl. kíll ‘enge Meeresbucht’ (eigentlich ‘schmaler Spalt’), ablautend mnl. kille, nl. kil ‘Rinne zwischen Sandbänken’ gehören zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (s. Keim). Es handelt sich wie bei der Variante mhd. kīdel ‘Keil’ um Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tlo- (germ. *kiðla- bzw. *kiþla-), wobei sich die Bedeutung ‘spitz zulaufendes Spaltwerkzeug’ entweder aus der Vorstellung eines spitzen Pflanzenkeimes oder der aufbrechenden Knospe entwickelt. Keilschrift f. Bezeichnung für die aus einer Bilderschrift entstandene, mit keilförmigen Schriftzeichen geschriebene Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer (19. Jh.). keilen Vb. ‘Keile eintreiben, mit Keilen spalten, festmachen, (ein)schlagen’, mhd. kīlen, auch ‘in die Klemme bringen’, nhd. ‘schlagen’ (um 1600); (sich) keilen ‘(sich) prügeln’ (17. Jh.), verbreitet in der Gauner- und Studentensprache. Keile Plur. heute auch Sing. f., ‘Schläge, Prügel’ (18. Jh.). Keilerei f. ‘Prügelei’ (19. Jh.). verkeilen Vb. ‘mit Keilen festmachen’ (15. Jh.), ‘verprügeln’ (19. Jh.). Keiler m. ‘Wildeber’ (17. Jh.), zu keilen ‘hauen, schlagen’, nach der mit den Hauzähnen ausgeübten Tätigkeit.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
Eber · Keiler · männliches Wildschwein
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Keiler‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keiler‹.

Verwendungsbeispiele für ›Keiler‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ist kastriert, und ein Keiler, der nicht mehr kann, hat keinen guten Stand im Wald. [Süddeutsche Zeitung, 09.09.2003]
Am nächsten Morgen habe ich dem Tod dann in Gestalt eines rabenschwarzen Keilers ins Auge gesehen. [Die Welt, 15.11.2003]
Die Züge glänzten wie die Augen eines frisch erlegten Keilers. [Die Welt, 02.02.2000]
Kurz nach der Trennung lief ihm ein Keiler in den Wagen. [Bild, 23.11.2005]
Plötzlich stürmte ein wild gewordener Keiler aus dem nahen Wald. [Bild, 23.12.2003]
Zitationshilfe
„Keiler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keiler>.

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