Keilerei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Keilerei · Nominativ Plural: Keilereien
Aussprache
WorttrennungKei-le-rei
Wortzerlegungkeilen2-erei
eWDG, 1969

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) ostmitteldeutsch, salopp Schlägerei, Prügelei
Beispiele:
eine wüste, blutige Keilerei
im Wirtshaus gab es oft Keilereien
der Streit artete in eine allgemeine Keilerei aus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keil · Keilschrift · keilen · Keile · Keilerei · verkeilen · Keiler
Keil m. ‘Werkzeug mit spitzwinkliger, scharfer Kante’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. kīl, wohl verwandt mit anord. kīll, isl. kíll ‘enge Meeresbucht’ (eigentlich ‘schmaler Spalt’), ablautend mnl. kille, nl. kil ‘Rinne zwischen Sandbänken’ gehören zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (s. ↗Keim). Es handelt sich wie bei der Variante mhd. kīdel ‘Keil’ um Bildungen mit dem Suffix für Gerätebezeichnungen ie. -tlo- (germ. *kiðla- bzw. *kiþla-), wobei sich die Bedeutung ‘spitz zulaufendes Spaltwerkzeug’ entweder aus der Vorstellung eines spitzen Pflanzenkeimes oder der aufbrechenden Knospe entwickelt. Keilschrift f. Bezeichnung für die aus einer Bilderschrift entstandene, mit keilförmigen Schriftzeichen geschriebene Schrift der Sumerer, Babylonier und Assyrer (19. Jh.). keilen Vb. ‘Keile eintreiben, mit Keilen spalten, festmachen, (ein)schlagen’, mhd. kīlen, auch ‘in die Klemme bringen’, nhd. ‘schlagen’ (um 1600); (sich) keilen ‘(sich) prügeln’ (17. Jh.), verbreitet in der Gauner- und Studentensprache. Keile Plur. heute auch Sing. f., ‘Schläge, Prügel’ (18. Jh.). Keilerei f. ‘Prügelei’ (19. Jh.). verkeilen Vb. ‘mit Keilen festmachen’ (15. Jh.), ‘verprügeln’ (19. Jh.). Keiler m. ‘Wildeber’ (17. Jh.), zu keilen ‘hauen, schlagen’, nach der mit den Hauzähnen ausgeübten Tätigkeit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Prügelei · ↗Prügelorgie · ↗Rauferei · ↗Ringkampf · Tätlichkeiten · handfeste Auseinandersetzung(en) · tätliche Auseinandersetzung  ●  ↗Schlagabtausch (meist fig.)  auch figurativ · ↗Schlägerei  Hauptform · Keilerei  ugs. · ↗Klopperei  ugs. · ↗Raufhandel  geh., veraltend · Raufhändel  geh., veraltend
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gang Tannhaus Wartburg anzetteln ausarten brutal enden handfest losgehen wild wüst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keilerei‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daraufhin stieg der Ältere aus, und es kam zur Keilerei.
Süddeutsche Zeitung, 29.08.2002
Seht euch diese Keilerei an, so etwas wollen wir nicht.
Die Zeit, 20.08.2001, Nr. 34
Es hat in all den neun Jahren bis zum Abitur 1932 nie eine Keilerei, nie eine antisemitische Äußerung gegeben, die mich hätte warnen können.
Der Spiegel, 26.08.1996
Späterhin ist es allerdings nicht ausgeschlossen, daß die ganze Lustbarkeit in einer solennen Keilerei endet; das gehört bei einigen so mit zum Vergnügen.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„Keilerei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keilerei>, abgerufen am 17.09.2019.

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