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Keim, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Keim(e)s · Nominativ Plural: Keime
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Keim‹ als Erstglied: Keimbefall · Keimbildung · Keimblatt · Keimdrüse · Keimentwicklung · Keimesentwicklung · Keimfleck · Keimform · Keimgift · Keimhülle · Keimreife · Keimscheibe · Keimschleuder · Keimschädigung · Keimstimmung · Keimträger · Keimwurzel · Keimzelle · Keimöl · keimfrei · keimhaft · keimtötend · keimzerstörend
 ·  mit ›Keim‹ als Letztglied: Getreidekeim · Krankenhauskeim · Krankheitskeim · Lebenskeim · Pflanzenkeim · Todeskeim · Vorkeim · Weizenkeim
eWDG

Bedeutungen

1.
Gebilde, aus dem sich organisches Leben entwickelt
Beispiele:
grüne, zarte, verdorrte Keime
der Keim einer Pflanze
der Keim werdenden Lebens (= Embryo) im Mutterleib
im Frühling sprießen die ersten jungen Keime
übertragen erster Anfang
Beispiele:
der Keim der Liebe, des Hasses
die Keime ihres Talentes zeigten sich schon früh
den Keim des Todes in sich tragen
der Umgang mit bedeutenden Künstlern legte den Keim (= war der Ausgangspunkt) für seine ganze spätere Entwicklung
etw. im Keim erstickenetw. schon im Entstehen zunichtemachen
Beispiel:
der Widerstand, Aufstand wurde bereits im Keim erstickt
2.
kleinster organischer, besonders bakterieller Krankheitserreger
Beispiele:
der Keim einer Infektion
schädliche Keime durch Abkochen, Sterilisieren abtöten, vernichten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keim · keimen · keimfrei · Keimzelle
Keim m. ‘erster Trieb einer Pflanze, befruchtete Eizelle, Krankheitserreger’, übertragen ‘Anfang, Ursprung’, ahd. kīmo ‘Keim, Same, Gewächs’ (8. Jh.), mhd. kīm(e) ‘Pflanzenkeim, Korn’, mnd. kīme, mnl. kieme, kijme, nl. kiem sowie ahd. kīnan ‘keimen’ mit seinen Verwandten (s. unten) und ahd. kīd (10. Jh.), mhd. kīde, kīt, nhd. (mundartlich) Keid ‘Sproß, Schößling’, asächs. kið, aengl. cīþ ‘Sproß, Keim’, lit. žydė́ti ‘blühen’ sind teils m-, teils n-, teils d-Ableitungen der Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (germ. *kī-), zu der auch Keil und Kien1 (s. d.) gehören. – keimen Vb. ‘Triebe entwickeln, entstehen’, mhd. mnd. kīmen ‘sich spalten, keimen, (aus)wachsen’, mit m-Suffix dem Substantiv (s. oben) folgend. Zugrunde liegt der Wortgruppe im Germ. das starke Verb germ. *kīnan, ahd. kīnan ‘keimen, hervorsprießen, hervorbringen’ (9. Jh.; vgl. irkīnan ‘aufkeimen’, 8. Jh.), mhd. kīnen, asächs. kīnan, mnd. kīnen, aengl. cīnan ‘aufbrechen, offenstehen’, got. keinan. keimfrei Adj. ‘steril’ (19. Jh.). Keimzelle f. ‘Geschlechtszelle, Ursprung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Biologie
Synonymgruppe
Erreger · Krankheitserreger · Krankheitskeim  ●  Infektionserreger  medizinisch · Keim  medizinisch
Oberbegriffe
Botanik
Synonymgruppe
Keim · Knospenansatz · Pflanzentrieb · Sämling · Wurzeltrieb  ●  Keimling  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Keim‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keim‹.

Selbstzerstörung Verwesung Zersetzung Zwietracht abtöten antibiotikum-resistent antibiotikumresistent aufgetreten bergen coliforme coliformen entwicklungsfähig gefährlich gelangen gesundheitsgefährdend koliforme koliformen krankheitserregend krankmachend legen machend multiresistent nachweisen pathogen resistent schädlich vermehren widerstandsfähig

Verwendungsbeispiele für ›Keim‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Keimen, das ich bewirke, steuere, das ich unterbrechen kann. [Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 69]
Er fing mit dem Keim an, unter der Erde gleichsam. [Rilke, Rainer Maria: Auguste Rodin. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 1998 [1902], S. 9690]
Der harte Kampf ums Dasein erstickt die meisten ihrer Keime. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1807]
Der Keim zu einer Anzahl späterer Erfolge liegt darin begründet. [Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 211]
Schon oft wurde die These verfochten, irdisches Leben sei durch Keime aus dem All entstanden. [Die Zeit, 05.09.1997, Nr. 37]
Zitationshilfe
„Keim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keim>.

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