Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Keimzelle, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Keimzelle · Nominativ Plural: Keimzellen
Aussprache  [ˈkaɪ̯mʦɛlə]
Worttrennung Keim-zel-le
Wortzerlegung Keim Zelle
Wortbildung  mit ›Keimzelle‹ als Letztglied: Urkeimzelle
eWDG

Bedeutung

Botanik, Zoologie Zelle, die der Fortpflanzung und Erhaltung der Art dient, Geschlechtszelle
Beispiele:
die männliche Keimzelle (= Samenzelle)
die weibliche Keimzelle (= Eizelle)
übertragen erster Anfang
Beispiele:
die Familie, die Keimzelle des Staates
Unter Führung von Johann Georg Lori … schufen sie [die Gelehrten] als Keimzelle der Bayerischen Akademie eine gelehrte Gesellschaft [ Dt. Literaturzeitg.1960]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keim · keimen · keimfrei · Keimzelle
Keim m. ‘erster Trieb einer Pflanze, befruchtete Eizelle, Krankheitserreger’, übertragen ‘Anfang, Ursprung’, ahd. kīmo ‘Keim, Same, Gewächs’ (8. Jh.), mhd. kīm(e) ‘Pflanzenkeim, Korn’, mnd. kīme, mnl. kieme, kijme, nl. kiem sowie ahd. kīnan ‘keimen’ mit seinen Verwandten (s. unten) und ahd. kīd (10. Jh.), mhd. kīde, kīt, nhd. (mundartlich) Keid ‘Sproß, Schößling’, asächs. kið, aengl. cīþ ‘Sproß, Keim’, lit. žydė́ti ‘blühen’ sind teils m-, teils n-, teils d-Ableitungen der Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ (germ. *kī-), zu der auch Keil und Kien1 (s. d.) gehören. keimen Vb. ‘Triebe entwickeln, entstehen’, mhd. mnd. kīmen ‘sich spalten, keimen, (aus)wachsen’, mit m-Suffix dem Substantiv (s. oben) folgend. Zugrunde liegt der Wortgruppe im Germ. das starke Verb germ. *kīnan, ahd. kīnan ‘keimen, hervorsprießen, hervorbringen’ (9. Jh.; vgl. irkīnan ‘aufkeimen’, 8. Jh.), mhd. kīnen, asächs. kīnan, mnd. kīnen, aengl. cīnan ‘aufbrechen, offenstehen’, got. keinan. keimfrei Adj. ‘steril’ (19. Jh.). Keimzelle f. ‘Geschlechtszelle, Ursprung’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausgangspunkt · Start · Startpunkt  ●  Keimzelle  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Biologie, Medizin
Synonymgruppe
Geschlechtszelle · Keimzelle  ●  Gamet  fachspr. · Konidie  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Keimzelle‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keimzelle‹.

Verwendungsbeispiele für ›Keimzelle‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anfangs würde man damit vielleicht nur Paaren mit defekten Keimzellen helfen. [o. A.: Klonen - Was die Forscher wirklich können. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 1998 [1997]]
Aber auch die Opposition ist längst davon abgekommen, in ihnen Keimzellen alternativen Lebens zu sehen. [Die Zeit, 27.09.1996, Nr. 40]
Schon geht das Wort von der „Keimzelle einer gesamteuropäischen Elite“ um. [Die Zeit, 24.03.2004, Nr. 13]
Denn mit ein paar Tricks kann man sie faktisch in Keimzellen umwandeln. [Die Zeit, 29.05.2000, Nr. 22]
So gelangen die beiden Chromosomensätze auch in die jungen Keimzellen. [Frisch, Karl von: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 287]
Zitationshilfe
„Keimzelle“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keimzelle>.

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