Keks, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Keks/Kekses · Nominativ Plural: Kekse
Nebenform A Keks · Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Keks/Kekses · Nominativ Plural: Kekse
Aussprache  [keːks]
Wortbildung  mit ›Keks‹ als Erstglied: ↗Keksdose · ↗Keksriegel  ·  mit ›Keks‹ als Letztglied: ↗Butterkeks · ↗Glückskeks · ↗Hartkeks · ↗Schokoladenkeks
Herkunft zu cakesengl (Plural) ‘Kuchen(stücke), süße Gebäckstücke’
Formgeschichte Zum als Singular aufgefassten Keks findet sich in den 20er Jahren gelegentlich ein künstlich gebildeter, sprachpflegerisch reduzierter Singular Kek (Plural Keks), der in den 30er Jahren wieder aus den Nachschlagewerken verschwindet. Vgl.: »Duden aber erkühnt sich, den zum Lehnwort gewordenen Keks als ›Kek‹ aufzuführen – ein Beweis für die Unfähigkeit des Herausgebers, Gesprochenes zu hören. (Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 107), Verwendung: »Kleine appetitliche Sandwiches ohne Rand mit Gurkenscheibe … und Schinken kontrastieren zu den Keks und Schokoladenplätzchen …« (Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 12370).

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. trockenes, flaches Kleingebäckstück
  2. 2. [Informations- und Telekommunikationstechnik, Jargon] Synonym zu Cookie (1)
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
trockenes, flaches Kleingebäckstück
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: selbstgebackene, leckere, nahrhafte, süße, salzige, weiche, runde, trockene Kekse
als Akkusativobjekt: Kekse backen, anbieten, knabbern, stibitzen, [in den Kaffee, den Tee] tunken
in Koordination: Kekse und Kuchen, Schokolade; Kaffee, Tee und Kekse
Beispiele:
Wir tranken Kaffee, aßen Kekse und rauchten ein paar Zigaretten. [Die Zeit, 15.06.2015]
Kekse sollen knusprig sein, aber nicht zu sehr krümeln. [Die Zeit, 13.12.2012]
Neben ihm [dem hinter der Theke stehenden Ladenbesitzer] locken süße alfajores, zwei Kekse mit einer Füllung aus Milchcreme, von Schokolade umhüllt. [Der Spiegel, 31.05.2011 (online)]
A Gefallen hat den Testerpersonen vor allem der gute Geschmack der Schokolade; das Keks selbst wurde einige Male als »zu trocken« und »mit wenig Eigengeschmack« bewertet. [Der Standard, 21.01.2006]
Die lange Tafel […] ist mit Christstollen und Keksen gedeckt, Kaffee dampft in den Tassen. [Der Spiegel, 01.01.1996]
2.
Informations- und Telekommunikationstechnik, Jargon
Synonym zu Cookie (1)
Beispiele:
Im Jargon des Internets bezeichnet man als Kekse kleine Datenpakete, die auf dem Computer der Surfer abgelegt werden. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2000]
Schon ist mein Rechner wieder verstrickt ins Netz der Kekse. DoubleClick verfolgt mich wie zuvor über 40 Websites. [Der Spiegel, 26.03.2012]
Für uns paranoiahafte Datenschützer ein Alptraum, dass da Kekse auf unseren Rechnern rumkrümeln, von denen wir gar nichts wissen. [Super-Cookies/Flash-Cookies, 11.05.2009, aufgerufen am 31.08.2020]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keks1 m. n. ‘trockenes Kleingebäck’. Der Plural engl. cakes ‘Kuchen-, (süße) Gebäckstücke’ wird im 19. Jh. ins Dt. übernommen (Leibniz-Cakes 1889). Wahrscheinlich ist engl. cake ‘Kuchen, (süßes) Gebäck’ eine Entlehnung aus gleichbed. anord. kaka; vgl. isl. schwed. kaka, dän. kage, die im Ablaut zu dt.Kuchen (s. d.) stehen. Die Entlehnung Cakes wird zu Keeks (1905), dann zu Keks eingedeutscht. Vorschläge für eine Singularform Keek oder Kek werden nicht angenommen, vielmehr wird der Plural Keks singularisiert und eine neue Pluralform Kekse hinzugebildet (1911).

Thesaurus

Synonymgruppe
Keks · ↗Kräcker
Synonymgruppe
Biskuit · Keks
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Keks‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keks‹.

Zitationshilfe
„Keks“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keks#1>, abgerufen am 05.03.2021.

Weitere Informationen …

Keks, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Keks/Kekses · Nominativ Plural: Kekse
Aussprache  [keːks]
Mehrwortausdrücke auf den Keks gehen
DWDS-Vollartikel

Bedeutung

salopp Kopf, Gehirn
Beispiele:
Und weil wir schon beim unkonventionellen sprachlichen Keks‑Gebrauch sind: Der Keks ist selbstverständlich auch eines der ältesten saloppen Synonyme für den Kopf (»weicher Keks«), und zu meiner Zeit wurde er auch beim Bundesheer als abschätzige Bezeichnung für die Sterne von Unteroffizieren und Offizieren verwendet: […] [Der Standard, 19.05.2009]
Umgangssprachenexperte Heinz Küpper und Hermann Ehmann (»Affengeil – ein Lexikon der Jugendsprache«) meinen, der Ausdruck »Keks = Kopf« sei zunächst im Norddeutschen aufgekommen und deuten Keks als Ableitung aus jiddisch »gag/geg = Dach«, wobei »Dach« seit um 1900 den Kopf bezeichne. [Rhein-Zeitung, 13.09.2008]
a)
Phrasem:
jmdm. auf den Keks gehen (= jmdm. auf die Nerven gehen, fallen)
Beispiele:
Diese permanente Fragerei geht mir auf den Keks. [Die Zeit, 06.11.2014 (online)]
Sie ging mir einfach auf den Keks mit ihren ewigen Identitätskrisen. [Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 78]
Uns Franken geht der Komödienstadel München langsam auf den Keks. [Süddeutsche Zeitung, 03.02.1994]
»Wenn ein Ostler durch die Tür kommt, dann sieht man’s sofort«, sagt eine taz‑Redakteurin, »die gehen einem auf den Keks, wie die schon rumlaufen.« [Die Zeit, 29.06.1990]
b)
Phrasem:
einen weichen Keks haben (= nicht ganz bei Verstand, verrückt sein)
Beispiele:
Was soll dieses dämliche Grinsen? Du hast einen weichen Keks. Obwohl du eigentlich ganz normal aussiehst. [Yeui-eomneun geotdeul, 2006, aufgerufen am 31.10.2014]
Dolph der Elch ist überzeugt: »Aigil und Ailrūn haben einen weichen Keks«. [Zwei Alemannen suchen einen Elch, 17.07.2012, aufgerufen am 01.09.2020]
Äußert jemand ganz verrückte Gedanken oder benimmt sich unfein, dann wird nur nachgefragt, ob man ihn früher mal mit dem Klammerbeuel gepudert oder er einen weichen Keks habe. [Berliner Zeitung, 10.10.1987]
»Sie ha’m woll ’n weichen Keks?« soll Uschi, wie protokollarisch festgelegt, bei diesem plumpen Annäherungsversuch weniger freundlich als schlagfertig geäußert haben. [Berliner Zeitung, 13.09.1949]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keks2 m. berlin. ‘Kopf, Gehirn’, einen feuchten Keks haben ‘nicht bei Verstand, verrückt sein’, auf den Keks gehen ‘auf den Verstand, auf die Nerven gehen’ (20. Jh.), aus der Gaunersprache; wohl eine Zersprechung (in lautlicher Anlehnung an ↗Keks1) von jidd. gag ‘Dach’, hier bildlich (ähnlich wie ↗Oberstübchen, s. d.) für ‘Kopf, Verstand’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keks · ↗Kräcker
Synonymgruppe
Biskuit · Keks
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Keks‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keks‹.

Zitationshilfe
„Keks“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keks#2>, abgerufen am 05.03.2021.

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