Kelch, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kelch(e)s · Nominativ Plural: Kelche
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Kelch‹ als Erstglied: ↗Kelchblatt · ↗Kelchglas · ↗kelchförmig
 ·  mit ›Kelch‹ als Letztglied: ↗Abendmahlkelch · ↗Abendmahlskelch · ↗Blumenkelch · ↗Blütenkelch · ↗Hüllkelch · ↗Leidenskelch · ↗Schmerzenskelch · ↗Sektkelch · ↗Spitzkelch
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
oft geschliffenes, sich nach unten verjüngendes Trinkglas mit breitem Fuß und langem Stiel
Beispiele:
ein schlanker, kostbarer, geschliffener Kelch
am Rand des Kelches nippen
aus kostbaren Kelchen trinken
Sie leerte den Kelch Sekt bis zur Neige [ Kellerm.Totentanz260]
Religion Trinkgefäß beim Abendmahl; Abendmahlskelch
bildlich
Beispiele:
den Kelch des Glückes genießen
den bitteren Kelch der Leiden bis auf den Grund leeren
möge dieser Kelch an mir vorübergehen! (= möge ich vor diesem schweren Schicksal bewahrt bleiben!)
sie hat / Den vollen Kelch der Freuden ausgetrunken [ SchillerStuartII 9]
2.
Botanik äußerer, meist grüner Teil einer Blütenhülle, der die Blumenblätter umschließt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kelch m. ‘kostbares Trinkgefäß mit Fuß’, ahd. kelih (8. Jh.), mhd. kelch, kelich ist wie asächs. kelik, mnl. kēlec, mnd. nl. kelk, aengl. celc eine Entlehnung aus lat. calix (Genitiv calicis) ‘tiefe Schale, Becher, Kelch’, auch ‘Schüssel’, das mit griech. kýlix (κύλιξ) ‘Trinkbecher’ verwandt ist. Das ebenfalls verwandte lat. calyx ‘Blumenkelch, Blütenknospe’, Entlehnung von gleichbed. griech. kályx (κάλυξ), wird Bestandteil der lat. Wissenschaftssprache der Botanik und bezeichnet den äußeren Teil der Blütenhülle. Die dt. Entsprechung Kelch gilt seit dem 17. Jh.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kelch · ↗Pokal · Sportpokal
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Becher · Kelch · ↗Kelchglas  ●  ↗Gral  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Kelch‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kelch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kelch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der liberale Kelch mit gewandeltem Inhalt ist an der Union vorübergegangen, und sie ist darüber, was zum Bild paßt, heilfroh.
Die Welt, 29.03.2006
Das ist der Kelch, das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird.
Der Tagesspiegel, 30.08.2000
Bald darauf perlt das köstliche Getränk schon in den Kelchen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 140
Keinesfalls darfst du es am Kelch oder mit der ganzen Hand umschließen.
Franken, Konstanze von [d.i. Stoekl, Helene]: Handbuch des guten Tones, Berlin: Hesse 1936, S. 28
Nachdem er den ganzen Tisch mit gefüllten Kelchen reihum besetzt hatte, ließ er auch die Musik mit Wein bewirten.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 888
Zitationshilfe
„Kelch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kelch>, abgerufen am 25.09.2020.

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