Kerbtier, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungKerb-tier (computergeneriert)
WortzerlegungkerbenTier
eWDG, 1969

Bedeutung

Insekt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

kerben · Kerbe · Kerbholz · Kerbtier · Kerf
kerben Vb. ‘ritzen, einschnitzen, markieren’. Das ursprünglich starke, nur westgerm. belegte Verb geht allgemein zur schwachen Flexion über. Stark flektiert aengl. ceorfan ‘abschneiden, eingraben’, schwach mhd. kerben ‘einen Einschnitt machen, aufs Kerbholz einschneiden, feststellen’ (mit einem vereinzelten starken Part. Prät. gekurben); starke und schwache Formen zeigen mnd. mnl. nl. kerven, nur schwach ist engl. to carve ‘einschneiden, schnitzen’ (mit einem Part.adj. carven ‘geschnitzt’ in poetischer Sprache). Vielleicht besteht Verwandtschaft mit griech. gráphein (γράφειν) ‘einritzen, zeichnen, schreiben’, aslaw. žrěbъ, žrěbịjь ‘Würfel, Los, Geschick, Erbe’ (eigentlich ‘gekerbtes Stück Holz’), russ. žérebej (жеребей) ‘Los, durch Los zugefallener Anteil, kleines Stück’. Dazu stellt man auch die allerdings nur im Germ. verbreitete Wortgruppe ↗krabbeln, ↗Krabbe, ↗Krebs (s. d.) und vereinigt alle Formen unter einem Ansatz ie. *gerbh-, *grebh- ‘ritzen, kratzen, krabbeln’. Kerbe f. ‘Einschnitt, Einritzung’, mhd. kerbe, auch ‘Kerbholz’. Kerbholz n. ‘Holzstock, in den Zahlen und Zeichen zur Schuldenberechnung eingeritzt werden’ (15. Jh.), noch im 18. Jh. bei Verrechnungsaktionen in Gebrauch; daher etw. auf dem Kerbholz haben eigentlich ‘Schulden auf dem Kerbholz eingeritzt haben’, bildlich ‘etw. Unrechtes getan haben’. Kerbtier n. von Campe (1791) als dt. Ausdruck für ↗Insekt (s. d.) erfolgreich vorgeschlagen; daneben (in nd. Lautung mit f) Kerf m. von Oken (1815) geprägt.

Thesaurus

Eisenbahn, Zoologie
Synonymgruppe
Insekt · Kerbtier · ↗Kerf  ●  Hexapode  fachspr. · ↗Krabbeltier  ugs. · ↗Krabbelviech  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Käfer Wurm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kerbtier‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Diese gefangenen Kerbtiere werden teils lebend und roh gegessen, teils geröstet - sie schmeckten auch uns ausgezeichnet -, teils gemahlen, gebrüht und gekocht.
Grzimek, Bernhard: Kein Platz für wilde Tiere, Köln: Lingen [1973] [1954], S. 209
Die Lust auf Kerbtiere, fürchten die Pessimisten, könnte sich bis dahin erschöpft haben.
Süddeutsche Zeitung, 08.10.1998
Verputzt ansonsten lieber Würmer und Kerbtiere, als Vegetarier zu werden.
Die Zeit, 25.12.2000, Nr. 52
Sie ist ein zu den Hautflüglern gehöriges Kerbtier, bekannt als Sinnbild des Fleißes.
Simmel, Johannes Mario: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Güterlsoh: Bertelsmann u. a. [1973] [1971], S. 884
Die Wildschweine hätten offenbar großen Appetit auf das frische Eiweiß von Würmern und anderen Kerbtieren, sagte Algermissen.
Die Welt, 11.02.2003
Zitationshilfe
„Kerbtier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kerbtier>, abgerufen am 22.09.2018.

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