Keule, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Keule · Nominativ Plural: Keulen
Aussprache
WorttrennungKeu-le
Wortbildung mit ›Keule‹ als Erstglied: ↗Keulenschlag · ↗Keulenwerfen · ↗keulenförmig
 ·  mit ›Keule‹ als Letztglied: ↗Gänsekeule · ↗Hammelkeule · ↗Herkuleskeule · ↗Hinterkeule · ↗Holzkeule · ↗Hähnchenkeule · ↗Kalbskeule · ↗Lammkeule · ↗Medaukeule · ↗Moralkeule · ↗Nazikeule · ↗Pharmakeule · ↗Rehkeule · ↗Reibekeule · ↗Reibkeule · ↗Schinkenkeule · ↗Schlagkeule · ↗Schweinekeule · ↗Schweinskeule · ↗Vorderkeule · ↗Wurfkeule
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
nach unten an Dicke zunehmendes, meist hölzernes Gerät zum Schlagen, Werfen, Schwingen
a)
das als Waffe dient
Beispiele:
eine wuchtige, knorrige Keule
Herkules mit der Keule
mit Keulen kämpfen
die Eingeborenen jagten mit Keulen und Speeren
jmdn. mit einer Keule totschlagen
bildlich
Beispiel:
Die aber schlugen mit den Keulen der Kritik hinein in die andrängende junge Schar [MühsamNamen53]
b)
Sport das als Turngerät dient
Beispiel:
die Gymnastinnen schwangen, warfen mit Keulen
2.
hinterer Oberschenkel vom Schlachtvieh, Haarwild
Beispiele:
die Keule des Rehs, der Gans
der Fuchs setzte sich auf die Keulen
eine gebratene Keule
ich nahm mir ein Stück von der Keule
Heute gabs zum Mittag Hasenbraten / eine ganze dicke Keule / mit Mehlklößen und Rotkohl [P. WeissErmittlung23]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keule f. ‘Stock mit verdicktem (kugelartigem) Ende, Hinterschenkel (von Schlachtvieh, Wild, Geflügel)’, mhd. kiule ‘Keule, Stock, Stange’, mnd. kǖle ‘Keule, Kolben(stange), Streitkolben, Stößel’. Das nur im Dt. bezeugte Wort beruht auf einer Bildung mit l-Suffix (ie. *geulos ‘rundes Gefäß’) zur vielfach erweiterten Wurzel ie. *geu-, *gū- ‘biegen, krümmen, wölben’; s. auch ↗kauern, ↗Kaulbarsch, ↗Koben, ↗Kugel, ↗Kuhle.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keule · ↗Knüppel · ↗Prügel · ↗Schläger
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Baseballschläger  ●  Baseballkeule  ugs.
  • Softballschläger  ●  Softballkeule  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Herr · ↗Mannsbild · ↗Mannsperson · ↗Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandene Person · männlicher Mensch  ●  ↗Bursche  regional · ↗Mann  Hauptform · Person männlichen Geschlechts  Amtsdeutsch · erwachsene männliche Person  Amtsdeutsch · männliche Person  Amtsdeutsch · Dude  ugs., engl. · ↗Kerl  ugs. · Keule  ugs., positiv, salopp, regional · ↗Macker  ugs. · ↗Typ  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Axt Ball Baseballschläger Brust Filet Haumesser Jonglieren Knüppel Lanze Löwenfell Machete Pfeil Reifen Seil Speeren anbraten auspacken braten chemisch erschlagen geschmort hantieren hervorholen jonglieren moralisch rausholen rhetorisch schwingen verbal zusammenbinden

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keule‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich nahm eine Keule mit nach Hause - und ich kann nur sagen, fabelhaft!
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2000
Und sie schlugen die vermeintlichen Hunde mit groben Keulen nieder.
Die Zeit, 14.04.1961, Nr. 16
Eine kleine silberne Keule trug sie in der rechten Hand.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Das Fett unter der Haut schmeckte jetzt am Morgen kalt und talgig und sie legte die Keule zurück.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 76
Zwischen dem Bumm der stählernen Keule klangen doch auch gute, wohlwollende Worte.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 22168
Zitationshilfe
„Keule“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keule>, abgerufen am 23.05.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Keulchen
Keuchhusten
keuchen
Keuch
Ketzerverfolgung
keulen
Keulenärmel
keulenförmig
Keulenlilie
Keulenpilz