Keule, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Keule · Nominativ Plural: Keulen
Aussprache 
Worttrennung Keu-le
Wortbildung  mit ›Keule‹ als Erstglied: Keulenlilie · Keulenpilz · Keulenschlag · Keulenwerfen · Keulenärmel · keulenförmig
 ·  mit ›Keule‹ als Letztglied: Gänsekeule · Hammelkeule · Herkuleskeule · Hinterkeule · Holzkeule · Hähnchenkeule · Kalbskeule · Lammkeule · Medaukeule · Moralkeule · Nazikeule · Pharmakeule · Rehkeule · Reibekeule · Reibkeule · Schinkenkeule · Schlagkeule · Schweinekeule · Schweinskeule · Vorderkeule · Wurfkeule
eWDG

Bedeutungen

1.
nach unten an Dicke zunehmendes, meist hölzernes Gerät zum Schlagen, Werfen, Schwingen
a)
das als Waffe dient
Beispiele:
eine wuchtige, knorrige Keule
Herkules mit der Keule
mit Keulen kämpfen
die Eingeborenen jagten mit Keulen und Speeren
jmdn. mit einer Keule totschlagen
bildlich
Beispiel:
Die aber schlugen mit den Keulen der Kritik hinein in die andrängende junge Schar [ MühsamNamen53]
b)
Sport das als Turngerät dient
Beispiel:
die Gymnastinnen schwangen, warfen mit Keulen
2.
hinterer Oberschenkel vom Schlachtvieh, Haarwild
Beispiele:
die Keule des Rehs, der Gans
der Fuchs setzte sich auf die Keulen
eine gebratene Keule
ich nahm mir ein Stück von der Keule
Heute gabs zum Mittag Hasenbraten / eine ganze dicke Keule / mit Mehlklößen und Rotkohl [ P. WeissErmittlung23]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Keule f. ‘Stock mit verdicktem (kugelartigem) Ende, Hinterschenkel (von Schlachtvieh, Wild, Geflügel)’, mhd. kiule ‘Keule, Stock, Stange’, mnd. kǖle ‘Keule, Kolben(stange), Streitkolben, Stößel’. Das nur im Dt. bezeugte Wort beruht auf einer Bildung mit l-Suffix (ie. *geulos ‘rundes Gefäß’) zur vielfach erweiterten Wurzel ie. *geu-, *gū- ‘biegen, krümmen, wölben’; s. auch kauern, Kaulbarsch, Koben, Kugel, Kuhle.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keule · Knüppel · Prügel · Schläger
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Baseballschläger  ●  Baseballkeule  ugs.
  • Softballschläger  ●  Softballkeule  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
Herr · Mannsbild · Mannsperson · Patron (halb-scherzhaft oder abwertend) · Vertreter des männlichen Geschlechts · Y-Chromosom-Träger (halb-ironisch) · gestandener Mann  ●  Bursche  regional · Mann  Hauptform · männlicher Mensch  biologisch · Dude  ugs., engl. · Kerl  ugs. · Keule  ugs., positiv, salopp, regional · Macker  ugs. · Person männlichen Geschlechts  fachspr., Amtsdeutsch · Typ  ugs. · erwachsene männliche Person  fachspr., Amtsdeutsch · männliche Person  fachspr., Amtsdeutsch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Keule · Schlegel  ●  Biegel  österr. · Stotzen  schweiz.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Keule‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keule‹.

Verwendungsbeispiele für ›Keule‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich nahm eine Keule mit nach Hause - und ich kann nur sagen, fabelhaft!
Süddeutsche Zeitung, 07.04.2000
Und sie schlugen die vermeintlichen Hunde mit groben Keulen nieder.
Die Zeit, 14.04.1961, Nr. 16
Eine kleine silberne Keule trug sie in der rechten Hand.
Klabund: Bracke. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1918], S. 2325
Das Fett unter der Haut schmeckte jetzt am Morgen kalt und talgig und sie legte die Keule zurück.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 76
Zwischen dem Bumm der stählernen Keule klangen doch auch gute, wohlwollende Worte.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 22168
Zitationshilfe
„Keule“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keule>, abgerufen am 23.01.2022.

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