Keuschheit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Keuschheit · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungKeusch-heit (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Keuschheit‹ als Erstglied: ↗Keuschheitsgelübde
eWDG, 1969

Bedeutung

Unberührtheit, sittliche Reinheit
Beispiele:
die Keuschheit der Frau
eine strenge, unbedingte Keuschheit
die Keuschheit bewahren
das Gelübde der Keuschheit in einem Nonnenkloster ablegen
Und weil er eine seelische Keuschheit allen Eindrücken gegenüber hat [G. HermannGebert169]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

keusch · Keuschheit
keusch Adj. ‘rein, unberührt, enthaltsam, schamhaft’, ahd. kūski ‘geziemend, sittlich, mäßig, enthaltsam (in bezug auf Nahrungs- und Sexualtrieb), züchtig, makellos, passend’ (8. Jh.), mhd. kiusche, kiusch, auch ‘ruhig, vernünftig handelnd’, asächs. kūsko Adv., mnd. kǖsch(e), kūsch, kūs, aengl. cūsc (aus dem Asächs. entlehnt), mnl. cuusc, nl. kuis. Ahd. kūski verbreitet sich vom Alem. (Reichenau) aus; aus der allgemeinen Bedeutung ‘geziemend’, folglich auch ‘beherrscht, maßvoll’ (in bezug auf die menschlichen Urtriebe), entwickelt sich ‘maßvoll, enthaltsam in sinnlicher Beziehung’. Auf Grund eines aprov. cusc ‘rein, tugendhaft’ (mit zugehörigen Ableitungen), in dem v. Wartburg eine Entlehnung aus dem Germ., „vielleicht speziell dem Got.“, sieht, setzen auch Frings/Müller in: Festgabe Helm (1951) 134 ein got. *kūskeis als Entlehnung aus lat. cōnscius ‘mitbewußt, wissend’ (um das Rechte, Gute, um Reinheit und Keuschheit) voraus und nehmen an, daß ahd. kūski „aus dem gotisch-arianischen Christentum des europäischen Südwestens nach Süddeutschland gekommen ist“. Keuschheit f. ‘Reinheit, Unberührtheit, Enthaltsamkeit’, mhd. kiuscheheit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keuschheit · sexuelle Enthaltsamkeit
Assoziationen
  • Jungfrau  ●  Juffer  ugs., regional · ↗Jungfer  geh., veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Armut Askese Bordell Demut Ehe Engel Enthaltsamkeit Frömmigkeit Gebot Gehorsam Gelübde Göttin Ideal Jungfräulichkeit Reinheit Sinnbild Sinnlichkeit Sittsamkeit Treue Tugend Unschuld Wollust ehelich ehelos ewig geloben predigen preisen vollkommen vorehelich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Keuschheit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Danach flaut der Wind ab und die Zeichen stehen auf Keuschheit.
Die Zeit, 30.08.2012, Nr. 36
Oder wollte der Maler im Auftrag seines Herren nur die Reinheit und Keuschheit der Dame öffentlich darstellen?
Süddeutsche Zeitung, 12.01.1999
Was die überall gleich abweisende Kälte zu verheimlichen sucht, verrät die Keuschheit.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 103
Ich habe mich, unfähig zu billiger Liebe, entschieden der Keuschheit verschrieben.
Rinser, Luise: Mitte des Lebens, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1952 [1950], S. 294
Dieses angebliche Zeichen der Keuschheit fehlt oft auch bei unberührten Jungfrauen.
Gerling, Reinhold: Was muß man vor der Ehe von der Ehe wissen? In: ders., Das große Aufklärungswerk für Braut- und Eheleute, Dresden: Buchversand Gutenberg 1933 [1901], S. 272
Zitationshilfe
„Keuschheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Keuschheit>, abgerufen am 24.03.2019.

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