Kiefer, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kiefers · Nominativ Plural: Kiefer
Aussprache 
Worttrennung Kie-fer
eWDG

Bedeutung

bewegliche, starke, zangenförmig angeordnete Knochenpartie am Anfang des Verdauungsweges des Menschen und Tieres, die dem Erfassen und Zerkleinern der Nahrung dient, Kinnbacke, Kinnlade
Beispiele:
ein kräftiger, vorspringender Kiefer
eine Verletzung des Kiefers
die zangenförmigen Kiefer des Hirschkäfers
vor Staunen fiel sein Kiefer herab (= öffnete er den Mund)
die Kiefer zusammenbeißen
der Greis entblößte die zahnlosen Kiefer
er kaute mit mahlenden Kiefern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiefer1 m. ‘gebißtragender Kopfknochen’. Die mit r-, l- oder t-Suffix gebildeten germ. Bezeichnungen mhd. kiver, kivel, kivele, mnl. kēvel, nl. (Plur.) kevels, anord. kjaptr, kjǫptr, schwed. käft, mit Ablaut asächs. kaflos (Plur.), aengl. ceafl ‘Schnabel, Kiefer von Tieren’, engl. jowl ‘Kiefer, Wange’ führen wie die unter Käfer und kabbeln (s. d.) genannten Formen auf die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’.

Typische Verbindungen zu ›Kiefer‹

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Verwendungsbeispiele für ›Kiefer‹

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Von den früheren saurierhaften Dingen war wesentlich nur eines noch bei ihnen übrig - die Zähne in den Kiefern.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 182
Den Gottlosen werden die Zähne lang aus dem Kiefer wachsen.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5191
Sie haben einen sehr großen Kopf und sehr starke Kiefer.
Lucanus, Friedrich von: Im Zauber des Tierlebens, Berlin: Wegweiser-Verl. 1926 [1926], S. 324
Der Mund breit verzerrt, Kiefer und Hals verspannt, die Augen schmal.
Maron, Monika: Stille Zeile Sechs, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1991, S. 132
Er preßte so heftig die harten, zahnlosen Kiefer aufeinander, daß er den Pfeifenstiel dazwischen zermalmte, und lief aus dem Zimmer.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 349
Zitationshilfe
„Kiefer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kiefer#1>, abgerufen am 30.11.2021.

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Kiefer, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kiefer · Nominativ Plural: Kiefern
Aussprache 
Worttrennung Kie-fer
Wortbildung  mit ›Kiefer‹ als Erstglied: Kiefernbestand · Kiefernblasenrost · Kiefernboden · Kiefernbusch · Kiefernforst · Kiefernharz · Kiefernholz · Kiefernkreuzschnabel · Kiefernnadel · Kiefernschlag · Kiefernschonung · Kiefernschwärmer · Kiefernspanner · Kiefernspinner · Kiefernstamm · Kieferntrieb · Kiefernwald · Kiefernwaldung · Kiefernzapfen · Kiefernzweig
 ·  mit ›Kiefer‹ als Letztglied: Aleppokiefer · Bergkiefer · Krummholzkiefer · Latschenkiefer · Schwarzkiefer · Strandkiefer · Weymouthskiefer · Zirbelkiefer · Zwergkiefer
 ·  mit ›Kiefer‹ als Grundform: kiefern
eWDG

Bedeutung

nicht ganz die Höhe der Fichte erreichender, harziger Nadelbaum mit kantigen, langen Nadeln und holzigen oder lederigen, kurzen Zapfen, der fast ausschließlich auf sandigen Böden der nördlichen Halbkugel vorkommt, sehr anpassungsfähig an Klima und Boden ist und dessen Holz vorzugsweise beim Bau verwendet wird
Beispiele:
eine hochstämmige, verkrüppelte Kiefer
die Kiefern der Mark
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiefer2 f. ‘Föhre’. Der Name des Nadelbaums ist seit dem Anfang des 15. Jhs. belegt. Daneben auftretende Zeugnisse wie Kinforen (15. Jh.) und landschaftlich (ostfrk.) Kinfir, (böhm.) Kinfer, Kimfer legen nahe, nhd. Kiefer als verdunkelte Zusammensetzung aus den unter Kien1 (s. d.) und Föhre (s. d.) genannten Formen anzusehen. Vgl. dazu auch mhd. kienvorhe (Hs. kinuorha, 14. Jh., Ahd. Gl. 3, 39, 18), das jedoch eher als Doppelglossierung (kien, vorhe) und nicht als Kompositum anzusehen ist.

Typische Verbindungen zu ›Kiefer‹

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Verwendungsbeispiele für ›Kiefer‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die umstehenden Kiefern dagegen bleiben das ganze Jahr über Grün.
Der Tagesspiegel, 24.11.2000
Sie suchen sich freie Plätze an einem der hölzernen Tische unter den schütteren Kiefern.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.1995
Und dann erinnerte er mich an die sieben Kiefern, und ich sah uns dort stehen unter dem erfrischenden Wind, mit entblößten Armen.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 297
Aus den Kiefern floß das Harz und gerann zu riesigen Zapfen.
Bieler, Manfred: Der Bär, Hamburg: Hoffmann und Campe 1983, S. 356
Eichen und Kiefern streckten ihre Äste bis an das geöffnete Fenster.
Noll, Dieter: Die Abenteuer des Werner Holt, Berlin: Aufbau-Verl. 1984 [1960], S. 98
Zitationshilfe
„Kiefer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kiefer#2>, abgerufen am 30.11.2021.

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