Kiefer, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kiefers · Nominativ Plural: Kiefer
Aussprache
WorttrennungKie-fer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kiefer‹ als Erstglied: Kieferhöhle · Kieferklemme · Kieferknochen · Kiefersperre
 ·  mit ›Kiefer‹ als Letztglied: Zwischenkiefer
eWDG, 1969

Bedeutung

bewegliche, starke, zangenförmig angeordnete Knochenpartie am Anfang des Verdauungsweges des Menschen und Tieres, die dem Erfassen und Zerkleinern der Nahrung dient, Kinnbacke, Kinnlade
Beispiele:
ein kräftiger, vorspringender Kiefer
eine Verletzung des Kiefers
die zangenförmigen Kiefer des Hirschkäfers
vor Staunen fiel sein Kiefer herab (= öffnete er den Mund)
die Kiefer zusammenbeißen
der Greis entblößte die zahnlosen Kiefer
er kaute mit mahlenden Kiefern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiefer f. ‘Föhre’. Der Name des Nadelbaums ist seit dem Anfang des 15. Jhs. belegt. Daneben auftretende Zeugnisse wie Kinforen (15. Jh.) und landschaftlich (ostfrk.) Kinfir, (böhm.) Kinfer, Kimfer legen nahe, nhd. Kiefer als verdunkelte Zusammensetzung aus den unter ↗Kien (s. d.) und ↗Föhre (s. d.) genannten Formen anzusehen. Vgl. dazu auch mhd. kienvorhe (Hs. kinuorha, 14. Jh., Ahd. Gl. 3, 39, 18), das jedoch eher als Doppelglossierung (kien, vorhe) und nicht als Kompositum anzusehen ist.

Kiefer m. ‘gebißtragender Kopfknochen’. Die mit r-, l- oder t-Suffix gebildeten germ. Bezeichnungen mhd. kiver, kivel, kivele, mnl. kēvel, nl. (Plur.) kevels, anord. kjaptr, kjǫptr, schwed. käft, mit Ablaut asächs. kaflos (Plur.), aengl. ceafl ‘Schnabel, Kiefer von Tieren’, engl. jowl ‘Kiefer, Wange’ führen wie die unter ↗Käfer und ↗kabbeln (s. d.) genannten Formen auf die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bissnahme · Kieferrelationsbestimmung
  • Axiographie · Condylographie · Kondylografie · Pantografie
Synonymgruppe
Dähle  ugs. · Föhre  ugs. · Forche (alemann.)  ugs. · Forle  ugs. · Pinus  fachspr.
Unterbegriffe
  • Arbe · Arve · Pinus cembra (bot.)  fachspr. · Zirbe · Zirbel · Zirbelkiefer
  • Bergföhre · Bergkiefer · Pinus mugo  fachspr.
  • Grannenkiefer · Langlebige Kiefer  fachspr. · Pinus longaeva  fachspr.
  • Aufrechte Bergkiefer  fachspr. · Hakenkiefer · Pinus mugo subsp. uncinata (bot.)  fachspr. · Spirke
  • Pinus wallichiana  fachspr. · Tränen-Kiefer  fachspr. · Tränenkiefer
  • Amerikanische Terpentin-Kiefer  fachspr. · Pinus taeda  fachspr. · Weihrauch-Kiefer  fachspr. · Weihrauchkiefer
  • Gemeine Kiefer  fachspr. · Kiefer  ugs. · Pinus sylvestris  fachspr. · Wald-Kiefer  fachspr. · Waldkiefer · normale Kiefer  ugs.
  • Pinus strobus  fachspr. · Strobe · Weymouth(s)kiefer · Weymouth-Kiefer  fachspr.
  • Pinus nigra  fachspr. · Schwarzkiefer
  • Parapluie-Baum (wienerisch) · Pinus nigra ssp. nigra (var. austriaca)  fachspr. · Schirmföhre · Österreichische Schwarzkiefer  fachspr.
  • Balkankiefer · Mazedonien-Kiefer · Mazedonische Kiefer · Pinus peuce  fachspr. · Rumelische Kiefer
Synonymgruppe
Gemeine Kiefer  fachspr. · normale Kiefer  ugs. · Pinus sylvestris  fachspr. · Wald-Kiefer  fachspr. · Waldkiefer
Oberbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die umstehenden Kiefern dagegen bleiben das ganze Jahr über Grün.
Der Tagesspiegel, 24.11.2000
Sie suchen sich freie Plätze an einem der hölzernen Tische unter den schütteren Kiefern.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.1995
Und dann erinnerte er mich an die sieben Kiefern, und ich sah uns dort stehen unter dem erfrischenden Wind, mit entblößten Armen.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 297
Von den früheren saurierhaften Dingen war wesentlich nur eines noch bei ihnen übrig - die Zähne in den Kiefern.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 182
Den Gottlosen werden die Zähne lang aus dem Kiefer wachsen.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5191
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Birken Buchen Daviscupspieler Eichen Einzelspieler Fichten Hannoveraner Lärchen Pappeln Pinien Rainer Schüttler Spitzenspieler Tannen Tennisprofi Tennisspieler Tommy Zypressen ausgerenkt gebrochen gebrochenen knorrige mahlen mahlenden malmenden malmt märkischen zahnlosen zertrümmert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kiefer‹.

Kiefer, die
GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kiefer · Nominativ Plural: Kiefern
Aussprache
WorttrennungKie-fer (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kiefer‹ als Erstglied: Kiefernbestand · Kiefernforst · Kiefernharz · Kiefernholz · Kiefernnadel · Kiefernschonung · Kiefernschwärmer · Kiefernspanner · Kiefernspinner · Kiefernstamm · Kiefernwald · Kiefernzapfen · Kiefernzweig
 ·  mit ›Kiefer‹ als Letztglied: Strandkiefer · Weymouthskiefer · Zwergkiefer
 ·  Ableitung von ›Kiefer‹: kiefern
eWDG, 1969

Bedeutung

nicht ganz die Höhe der Fichte erreichender, harziger Nadelbaum mit kantigen, langen Nadeln und holzigen oder lederigen, kurzen Zapfen, der fast ausschließlich auf sandigen Böden der nördlichen Halbkugel vorkommt, sehr anpassungsfähig an Klima und Boden ist und dessen Holz vorzugsweise beim Bau verwendet wird
Beispiele:
eine hochstämmige, verkrüppelte Kiefer
die Kiefern der Mark
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiefer f. ‘Föhre’. Der Name des Nadelbaums ist seit dem Anfang des 15. Jhs. belegt. Daneben auftretende Zeugnisse wie Kinforen (15. Jh.) und landschaftlich (ostfrk.) Kinfir, (böhm.) Kinfer, Kimfer legen nahe, nhd. Kiefer als verdunkelte Zusammensetzung aus den unter ↗Kien (s. d.) und ↗Föhre (s. d.) genannten Formen anzusehen. Vgl. dazu auch mhd. kienvorhe (Hs. kinuorha, 14. Jh., Ahd. Gl. 3, 39, 18), das jedoch eher als Doppelglossierung (kien, vorhe) und nicht als Kompositum anzusehen ist.

Kiefer m. ‘gebißtragender Kopfknochen’. Die mit r-, l- oder t-Suffix gebildeten germ. Bezeichnungen mhd. kiver, kivel, kivele, mnl. kēvel, nl. (Plur.) kevels, anord. kjaptr, kjǫptr, schwed. käft, mit Ablaut asächs. kaflos (Plur.), aengl. ceafl ‘Schnabel, Kiefer von Tieren’, engl. jowl ‘Kiefer, Wange’ führen wie die unter ↗Käfer und ↗kabbeln (s. d.) genannten Formen auf die Wurzel ie. *g̑epʰ-, *g̑ebʰ-, ‘Kiefer, Mund; essen, fressen, schnappen’.
OpenThesaurus (09/2016)

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Bissnahme · Kieferrelationsbestimmung
  • Axiographie · Condylographie · Kondylografie · Pantografie
Synonymgruppe
Dähle  ugs. · Föhre  ugs. · Forche (alemann.)  ugs. · Forle  ugs. · Pinus  fachspr.
Unterbegriffe
  • Arbe · Arve · Pinus cembra (bot.)  fachspr. · Zirbe · Zirbel · Zirbelkiefer
  • Bergföhre · Bergkiefer · Pinus mugo  fachspr.
  • Grannenkiefer · Langlebige Kiefer  fachspr. · Pinus longaeva  fachspr.
  • Aufrechte Bergkiefer  fachspr. · Hakenkiefer · Pinus mugo subsp. uncinata (bot.)  fachspr. · Spirke
  • Pinus wallichiana  fachspr. · Tränen-Kiefer  fachspr. · Tränenkiefer
  • Amerikanische Terpentin-Kiefer  fachspr. · Pinus taeda  fachspr. · Weihrauch-Kiefer  fachspr. · Weihrauchkiefer
  • Gemeine Kiefer  fachspr. · Kiefer  ugs. · Pinus sylvestris  fachspr. · Wald-Kiefer  fachspr. · Waldkiefer · normale Kiefer  ugs.
  • Pinus strobus  fachspr. · Strobe · Weymouth(s)kiefer · Weymouth-Kiefer  fachspr.
  • Pinus nigra  fachspr. · Schwarzkiefer
  • Parapluie-Baum (wienerisch) · Pinus nigra ssp. nigra (var. austriaca)  fachspr. · Schirmföhre · Österreichische Schwarzkiefer  fachspr.
  • Balkankiefer · Mazedonien-Kiefer · Mazedonische Kiefer · Pinus peuce  fachspr. · Rumelische Kiefer
Synonymgruppe
Gemeine Kiefer  fachspr. · normale Kiefer  ugs. · Pinus sylvestris  fachspr. · Wald-Kiefer  fachspr. · Waldkiefer
Oberbegriffe
DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die umstehenden Kiefern dagegen bleiben das ganze Jahr über Grün.
Der Tagesspiegel, 24.11.2000
Sie suchen sich freie Plätze an einem der hölzernen Tische unter den schütteren Kiefern.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.1995
Und dann erinnerte er mich an die sieben Kiefern, und ich sah uns dort stehen unter dem erfrischenden Wind, mit entblößten Armen.
Lenz, Siegfried: Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 297
Von den früheren saurierhaften Dingen war wesentlich nur eines noch bei ihnen übrig - die Zähne in den Kiefern.
Bölsche, Wilhelm: Das Leben der Urwelt, Leipzig: Dollheimer 1931 [1931], S. 182
Den Gottlosen werden die Zähne lang aus dem Kiefer wachsen.
Ball, Hugo: Tenderenda der Phantast. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 5191
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Birken Buchen Daviscupspieler Eichen Einzelspieler Fichten Hannoveraner Lärchen Pappeln Pinien Rainer Schüttler Spitzenspieler Tannen Tennisprofi Tennisspieler Tommy Zypressen ausgerenkt gebrochen gebrochenen knorrige mahlen mahlenden malmenden malmt märkischen zahnlosen zertrümmert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kiefer‹.

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