Kiel, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kiel(e)s · Nominativ Plural: Kiele
Aussprache
Wortbildung mit ›Kiel‹ als Erstglied: ↗Kielbogen · ↗Kielboot · ↗Kielfurche · ↗Kielgang · ↗Kiellegung · ↗Kiellinie · ↗Kielplanke · ↗Kielraum · ↗Kielschwein · ↗Kielschwert · ↗Kielwasser · ↗kielholen · ↗kieloben
 ·  mit ›Kiel‹ als Letztglied: ↗Bootskiel · ↗Schiffskiel · ↗Schlingerkiel
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
unterster, in der Mitte befindlicher Längsbalken eines Schiffes
Beispiele:
ein Kiel aus Eiche, Stahl
der Kiel des Schiffes gerät auf Grund
ein flacher Kiel
ein Schiff auf Kiel legen (= mit seinem Bau beginnen)
2.
dichterisch Boot, Schiff
Beispiel:
Die Fischer ... / ... zogen die Kiele bis hoch auf den Strand [A. HolzinBalladenbuch333]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiel · Federkiel
Kiel m. ‘mittlerer harter Teil der Vogelfeder’, früher Schreibgerät, mhd. kil m. n., niederrhein. keil, kijl (15. Jh.), nd. (westfäl.) Kwiəle, (nsächs.) Kīl. Herkunft ungeklärt. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit engl. quill ‘Feder, Federkiel’, falls dieses nicht aus dem Dt. entlehnt ist. Federkiel m. (15. Jh.).

Kiel · kielholen · kieloben · Kielschwein · Kielwasser
Kiel m. ‘unterster, mittlerer Längsbalken eines Schiffes’. Mnd. kēl, kiel, kil, anord. kjǫlr, auch ‘Bergrücken’, schwed. köl (vgl. mengl. kele, engl. keel aus dem Anord.) sind bei der Annahme einer Ausgangsbedeutung ‘halsförmig Geschwungenes’ mit den unter ↗Kehle (s. d.) genannten Formen verwandt und gehören wie diese zur Wurzel ie. *gel- ‘verschlingen’. Bedeutungsbeziehungen zwischen beiden Wortgruppen verdeutlicht aengl. ceole ‘Kehle, Schlucht, Schiffsschnabel’. Kiel wird im 16. Jh. aus der nd. Seemannssprache ins Hd. aufgenommen (anfangs Keyl). Vielleicht ist in mnd. kēl, kil ‘Längsbalken’ eine alte Bezeichnung für ‘Schiff’ aufgegangen, vgl. ahd. (8. Jh.), asächs. kiol, mhd. kiel, aengl. cēol, anord. kjōll, verwandt mit ↗Keule, ↗Kugel (s. d.), also eigentl. ‘gewölbtes Fahrzeug’. Entsprechend scheint die Bedeutung ‘Längsbalken, Bodenbalken’ aus dem Dt. ins Nl. gedrungen zu sein, vgl. de Vries Nl. 317, der nl. kiel ‘Bodenbalken eines Schiffes’ von mnl. kiel ‘Schiff’ absetzt. kielholen Vb. ‘ein Schiff zum Ausbessern auf die Seite legen, einen Menschen zur Strafe an einem Tau unter einem Schiff hindurchziehen’ (17. Jh.), nd. nl. kielhalen, vgl. auch engl. to keelhaul, schwed. kölhala. kieloben Adj. ‘mit dem Kiel nach oben’ (19. Jh.). Kielschwein n. ‘verstärkender Längsbalken auf dem Kiel’ (18. Jh.), nd. Kilswīn, entlehnt aus schwed. kölsvin ‘Kielschwelle, -bohle’, mit Dissimilation des Grundwortes aus schwed. syll, (mundartlich) svill ‘Schwelle’ und Anlehnung an schwed. svin, nd. Swīn ‘Schwein’. Elmer in: Skandinavistik 12 (1982) 128 ff. verweist auf das Nebeneinander von engl. (mundartlich) kelson (älter kelswyn) und kelsill, ostfries. kiolswin und kiolswil, erklärt beide Bezeichnungen als voneinander unabhängig und vermutet als Ausgangsformen anord. *kjǫlsvīn und *kjǫlsvill. Kielwasser n. ‘die Wasserspur hinter einem fahrenden Schiff’ (18. Jh.), nl. kielwater.

Thesaurus

Geografie
Synonymgruppe
Kiel Sailing City · Kieler Woche
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballastbombe Bootes Handbreit Kieler Rumpf Sand Schiffes Segelschulschiff Vorstandsvorsitzende Wasser Yacht ebenen eigenem fernen festem flachen schiebt tiefem wiegt wünsche

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kiel‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sonnenverwöhnt war unter anderem Kiel im Monat Juni mit 267 Stunden - die Norm sind 237.
Die Welt, 28.12.2005
Juristisch wagt sich Kiels rotgrüne Regierung dennoch auf schwieriges Terrain.
Die Zeit, 22.11.1996, Nr. 48
Die Mutter hat sich dann noch verlaufen und irrte weinend in Kiel herum.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 331
Er war einige Jahre älter als ich und war nun Student in Kiel.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 447
In Kiel sind von den Studenten undeutsche Schriften ihrer bisherigen und nicht mehr tragbaren Lehrer auf den Index gesetzt worden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 17
Zitationshilfe
„Kiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kiel#1>, abgerufen am 22.10.2017.

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Kiel, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kiel(e)s · Nominativ Plural: Kiele
Aussprache
Wortbildung mit ›Kiel‹ als Erstglied: ↗Kielfeder · ↗Kielflügel · ↗Kielinstrument
 ·  mit ›Kiel‹ als Letztglied: ↗Federkiel · ↗Gänsekiel
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
mittlerer, harter Teil der Vogelfeder
Beispiele:
der lange Kiel der Pfauenfeder
die Kiele des jungen Vogels waren noch weich
2.
veraltet, übertragen Schreibfeder
Beispiele:
der Kiel des Schreibers kratzte über das Papier
Er schnitt sich seine Kiele selbst [MoloEin Deutscher23]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiel · Federkiel
Kiel m. ‘mittlerer harter Teil der Vogelfeder’, früher Schreibgerät, mhd. kil m. n., niederrhein. keil, kijl (15. Jh.), nd. (westfäl.) Kwiəle, (nsächs.) Kīl. Herkunft ungeklärt. Vielleicht besteht Verwandtschaft mit engl. quill ‘Feder, Federkiel’, falls dieses nicht aus dem Dt. entlehnt ist. Federkiel m. (15. Jh.).

Kiel · kielholen · kieloben · Kielschwein · Kielwasser
Kiel m. ‘unterster, mittlerer Längsbalken eines Schiffes’. Mnd. kēl, kiel, kil, anord. kjǫlr, auch ‘Bergrücken’, schwed. köl (vgl. mengl. kele, engl. keel aus dem Anord.) sind bei der Annahme einer Ausgangsbedeutung ‘halsförmig Geschwungenes’ mit den unter ↗Kehle (s. d.) genannten Formen verwandt und gehören wie diese zur Wurzel ie. *gel- ‘verschlingen’. Bedeutungsbeziehungen zwischen beiden Wortgruppen verdeutlicht aengl. ceole ‘Kehle, Schlucht, Schiffsschnabel’. Kiel wird im 16. Jh. aus der nd. Seemannssprache ins Hd. aufgenommen (anfangs Keyl). Vielleicht ist in mnd. kēl, kil ‘Längsbalken’ eine alte Bezeichnung für ‘Schiff’ aufgegangen, vgl. ahd. (8. Jh.), asächs. kiol, mhd. kiel, aengl. cēol, anord. kjōll, verwandt mit ↗Keule, ↗Kugel (s. d.), also eigentl. ‘gewölbtes Fahrzeug’. Entsprechend scheint die Bedeutung ‘Längsbalken, Bodenbalken’ aus dem Dt. ins Nl. gedrungen zu sein, vgl. de Vries Nl. 317, der nl. kiel ‘Bodenbalken eines Schiffes’ von mnl. kiel ‘Schiff’ absetzt. kielholen Vb. ‘ein Schiff zum Ausbessern auf die Seite legen, einen Menschen zur Strafe an einem Tau unter einem Schiff hindurchziehen’ (17. Jh.), nd. nl. kielhalen, vgl. auch engl. to keelhaul, schwed. kölhala. kieloben Adj. ‘mit dem Kiel nach oben’ (19. Jh.). Kielschwein n. ‘verstärkender Längsbalken auf dem Kiel’ (18. Jh.), nd. Kilswīn, entlehnt aus schwed. kölsvin ‘Kielschwelle, -bohle’, mit Dissimilation des Grundwortes aus schwed. syll, (mundartlich) svill ‘Schwelle’ und Anlehnung an schwed. svin, nd. Swīn ‘Schwein’. Elmer in: Skandinavistik 12 (1982) 128 ff. verweist auf das Nebeneinander von engl. (mundartlich) kelson (älter kelswyn) und kelsill, ostfries. kiolswin und kiolswil, erklärt beide Bezeichnungen als voneinander unabhängig und vermutet als Ausgangsformen anord. *kjǫlsvīn und *kjǫlsvill. Kielwasser n. ‘die Wasserspur hinter einem fahrenden Schiff’ (18. Jh.), nl. kielwater.

Thesaurus

Geografie
Synonymgruppe
Kiel Sailing City · Kieler Woche
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballastbombe Bootes Handbreit Kieler Rumpf Sand Schiffes Segelschulschiff Vorstandsvorsitzende Wasser Yacht ebenen eigenem fernen festem flachen schiebt tiefem wiegt wünsche

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kiel‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sonnenverwöhnt war unter anderem Kiel im Monat Juni mit 267 Stunden - die Norm sind 237.
Die Welt, 28.12.2005
Juristisch wagt sich Kiels rotgrüne Regierung dennoch auf schwieriges Terrain.
Die Zeit, 22.11.1996, Nr. 48
Die Mutter hat sich dann noch verlaufen und irrte weinend in Kiel herum.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 331
Er war einige Jahre älter als ich und war nun Student in Kiel.
Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest, Berlin: Grote 1920 [1906], S. 447
In Kiel sind von den Studenten undeutsche Schriften ihrer bisherigen und nicht mehr tragbaren Lehrer auf den Index gesetzt worden.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1933. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1933], S. 17
Zitationshilfe
„Kiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kiel#2>, abgerufen am 22.10.2017.

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