Kielschwein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
WorttrennungKiel-schwein
WortzerlegungKiel1Schwein
eWDG, 1969

Bedeutung

Seemannssprache auf dem Kiel liegender Balken, Träger, der zu dessen Verstärkung dient
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiel2 · kielholen · kieloben · Kielschwein · Kielwasser
Kiel2 m. ‘unterster, mittlerer Längsbalken eines Schiffes’. Mnd. kēl, kiel, kil, anord. kjǫlr, auch ‘Bergrücken’, schwed. köl (vgl. mengl. kele, engl. keel aus dem Anord.) sind bei der Annahme einer Ausgangsbedeutung ‘halsförmig Geschwungenes’ mit den unter ↗Kehle (s. d.) genannten Formen verwandt und gehören wie diese zur Wurzel ie. *gel- ‘verschlingen’. Bedeutungsbeziehungen zwischen beiden Wortgruppen verdeutlicht aengl. ceole ‘Kehle, Schlucht, Schiffsschnabel’. Kiel wird im 16. Jh. aus der nd. Seemannssprache ins Hd. aufgenommen (anfangs Keyl). Vielleicht ist in mnd. kēl, kil ‘Längsbalken’ eine alte Bezeichnung für ‘Schiff’ aufgegangen, vgl. ahd. (8. Jh.), asächs. kiol, mhd. kiel, aengl. cēol, anord. kjōll, verwandt mit ↗Keule, ↗Kugel (s. d.), also eigentlich ‘gewölbtes Fahrzeug’. Entsprechend scheint die Bedeutung ‘Längsbalken, Bodenbalken’ aus dem Dt. ins Nl. gedrungen zu sein, vgl. de Vries Nl. 317, der nl. kiel ‘Bodenbalken eines Schiffes’ von mnl. kiel ‘Schiff’ absetzt. kielholen Vb. ‘ein Schiff zum Ausbessern auf die Seite legen, einen Menschen zur Strafe an einem Tau unter einem Schiff hindurchziehen’ (17. Jh.), nd. nl. kielhalen, vgl. auch engl. to keelhaul, schwed. kölhala. kieloben Adj. ‘mit dem Kiel nach oben’ (19. Jh.). Kielschwein n. ‘verstärkender Längsbalken auf dem Kiel’ (18. Jh.), nd. Kilswīn, entlehnt aus schwed. kölsvin ‘Kielschwelle, -bohle’, mit Dissimilation des Grundwortes aus schwed. syll, (mundartlich) svill ‘Schwelle’ und Anlehnung an schwed. svin, nd. Swīn ‘Schwein’. Elmer in: Skandinavistik 12 (1982) 128 ff. verweist auf das Nebeneinander von engl. (mundartlich) kelson (älter kelswyn) und kelsill, ostfries. kiolswin und kiolswil, erklärt beide Bezeichnungen als voneinander unabhängig und vermutet als Ausgangsformen anord. *kjǫlsvīn und *kjǫlsvill. Kielwasser n. ‘die Wasserspur hinter einem fahrenden Schiff’ (18. Jh.), nl. kielwater.

Verwendungsbeispiel
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Neuling heißt er wie alle Neulinge in der Polizeidirektion "Flacher", "Flachschwein" oder auch "Kielschwein".
Süddeutsche Zeitung, 05.09.1997
Zitationshilfe
„Kielschwein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kielschwein>, abgerufen am 12.12.2019.

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