Kien, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kien(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungKi-en (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Kien‹ als Erstglied: ↗Kienapfel · ↗Kienfackel · ↗Kienholz · ↗Kienspan · ↗Kienzapfen · ↗kienen · ↗kienig
eWDG, 1969

Bedeutung

Holz, besonders von der Kiefer
Beispiele:
den Kien spalten
Im weißen Kachelofen knistert der Kien [R. Dehmel7,118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kien1 · Kienapfel · Kienspan
Kien1 m. ‘Holzspan, Fackel’, ahd. kien ‘Kienspan, Fackel, Kiefer’ (8. Jh.), mhd. kien, mnd. kēn, mnl. nl. kien, aengl. cēn ‘Fackel aus harzreichem Nadelholz’ (im Ablaut zu aengl. cīnan ‘bersten, offenstehen’) gehört wie ↗Keil und ↗Keim (s. d.) zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’, bedeutet ursprünglich ‘das Abgespaltene’, der ‘(zum Leuchten geeignete harzreiche) Holzspan’ und wird zur Bezeichnung der vornehmlich als Leuchtmittel verwendeten Holzart. S. auch ↗Kiefer. Kienapfel m. ‘Kiefernzapfen’, frühnhd. kienapfel, mnd. kēnappel. Kienspan m. ‘Scheit aus Kiefernholz’ (17. Jh.), eigentlich eine tautologische Bildung.

Kien2 m. in der Wendung auf dem Kien sein ‘scharf aufpassen’ (19. Jh.), Berliner Umgangssprache. Kien wird entweder aus engl. keen ‘scharf’ (von Blick und Verstand) hergeleitet (s. ↗kühn) oder von jidd. kiwen ‘aufmerksam, beflissen, geschäftig’. In jedem Fall ist volksetymologische Anlehnung an ↗Kien (s. d.) erfolgt.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was der aufrechte Gang war, das brauchte Franz Kien nicht zu lernen.
konkret, 1980
Während der folgenden Tage bemühte sich Kien, in seine alte Konzentration zurückzufinden.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 36
Was bliebe Peter Kien sonst noch, als sich mitsamt seinen Büchern anzuzünden?
Süddeutsche Zeitung, 22.07.1995
Die Luft roch würzig nach Walderde, nach Kien und Gras.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 66
Der Duft des brennenden Kiens ist der Weihrauchduft meiner Kindheit.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 93
Zitationshilfe
„Kien“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kien#1>, abgerufen am 07.12.2019.

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Kien, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKi-en (computergeneriert)
eWDG, 1969

Bedeutung

berlinisch, umgangssprachlich
Beispiele:
auf dem Kien sein (= scharf aufpassen, wachsam sein)
auf den Kien passen (= auf seinen Vorteil bedacht sein)
etw. auf dem Kien haben (= in seinem Fach gut Bescheid wissen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kien1 · Kienapfel · Kienspan
Kien1 m. ‘Holzspan, Fackel’, ahd. kien ‘Kienspan, Fackel, Kiefer’ (8. Jh.), mhd. kien, mnd. kēn, mnl. nl. kien, aengl. cēn ‘Fackel aus harzreichem Nadelholz’ (im Ablaut zu aengl. cīnan ‘bersten, offenstehen’) gehört wie ↗Keil und ↗Keim (s. d.) zur Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’, bedeutet ursprünglich ‘das Abgespaltene’, der ‘(zum Leuchten geeignete harzreiche) Holzspan’ und wird zur Bezeichnung der vornehmlich als Leuchtmittel verwendeten Holzart. S. auch ↗Kiefer. Kienapfel m. ‘Kiefernzapfen’, frühnhd. kienapfel, mnd. kēnappel. Kienspan m. ‘Scheit aus Kiefernholz’ (17. Jh.), eigentlich eine tautologische Bildung.

Kien2 m. in der Wendung auf dem Kien sein ‘scharf aufpassen’ (19. Jh.), Berliner Umgangssprache. Kien wird entweder aus engl. keen ‘scharf’ (von Blick und Verstand) hergeleitet (s. ↗kühn) oder von jidd. kiwen ‘aufmerksam, beflissen, geschäftig’. In jedem Fall ist volksetymologische Anlehnung an ↗Kien (s. d.) erfolgt.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was der aufrechte Gang war, das brauchte Franz Kien nicht zu lernen.
konkret, 1980
Während der folgenden Tage bemühte sich Kien, in seine alte Konzentration zurückzufinden.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 36
Was bliebe Peter Kien sonst noch, als sich mitsamt seinen Büchern anzuzünden?
Süddeutsche Zeitung, 22.07.1995
Die Luft roch würzig nach Walderde, nach Kien und Gras.
Kreuder, Ernst: Die Gesellschaft vom Dachboden, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1978 [1946], S. 66
Der Duft des brennenden Kiens ist der Weihrauchduft meiner Kindheit.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 93
Zitationshilfe
„Kien“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kien#2>, abgerufen am 07.12.2019.

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