Kiepe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kiepe · Nominativ Plural: Kiepen
Aussprache
WorttrennungKie-pe
Wortbildung mit ›Kiepe‹ als Letztglied: ↗Tragekiepe · ↗Tragkiepe
eWDG, 1969

Bedeutung

norddeutsch, mitteldeutsch meist viereckiger Korb (mit Gurten) zum Tragen auf dem Rücken
Beispiele:
eine Kiepe (mit) Kohlen tragen, schleppen
eine Kiepe mit Grünkohl
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kiepe f. ‘Rückentragkorb’. Mnd. kīpe, nd. Kipe, Küpe ‘großer Tragkorb’ ist bereits im 15. Jh. auch im Md. nachzuweisen; über norddeutsche Schriftsteller wird der Ausdruck im 18. Jh. literatursprachlich. Vergleichbar sind nl. (mundartlich) kiep, aengl. cȳpa ‘Korb’, engl. (mundartlich) kipe ‘geflochtene Fischreuse, Korb’, vielleicht auch anord. kippa ‘Korb’. Herkunft unbekannt. Einfluß von nicht verwandtem lat. cūpa ‘Kufe, Tonne, größeres Holzgefäß’ (s. ↗Kufe, ↗Kübel) auf die Bedeutung kann hinsichtlich md. Kiepe ‘Faß’ (neben ‘Tragkorb’) angenommen werden.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bütte · ↗Hotte · Kiepe (Weinlese)  ●  ↗Butte  regional
Assoziationen
Synonymgruppe
(Rücken-) Tragekorb · ↗Trage · ↗Tragegestell · ↗Traggestell  ●  ↗Rückentrage  Hauptform · Kiepe  ugs., norddeutsch · ↗Kraxe  ugs., süddt., österr. · ↗Kötze  ugs., regional · Köze  ugs., regional · ↗Reff  ugs., regional · Räf  ugs., schweiz.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf dem Rücken trägt er eine Kiepe, so groß wie im Märchen.
Die Zeit, 23.07.2007, Nr. 30
Er nahm einige Handvoll Gras aus einer Kiepe und warf es ihnen hinein.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 12
Die LfA halte eine Minderheitsbeteiligung an Kiepe, die aber nicht auf Dauer angelegt sei.
Süddeutsche Zeitung, 09.10.1996
Ich hatte die Gelegenheit wahrgenommen, schnell eine kleine Kiepe mit Kartoffeln nach dem Wagen zu bringen.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Eine grauhaarige Alte, die schwer bepackte Kiepe auf dem krummen Rücken, keuchte im letzten Augenblick auf den Perron.
Braun, Lily: Lebenssucher. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1915], S. 2405
Zitationshilfe
„Kiepe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kiepe>, abgerufen am 07.12.2019.

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