Kiesel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kiesels · Nominativ Plural: Kiesel
Worttrennung Kie-sel (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Kiesel‹ als Erstglied: ↗Kieselflusssäure · ↗Kieselstein · ↗Kieselsäure
 ·  mit ›Kiesel‹ als Letztglied: ↗Rheinkiesel
eWDG, 1969

Bedeutung

kleiner, durch strömendes Wasser rund geschliffener Stein
Beispiele:
weiße, bunte, harte, scharfkantige Kiesel
der Bach fließt über die glatten Kiesel am Grund
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kies1 · Kiesel
Kies1 m. ‘grobkörniger Sand’. Die Etymologie ist ungewiß. Für mhd. kis und das abgeleitete, aber früher bezeugte ahd. kisil (s. unten) vermutet man (vgl. Pokorny 1, 356) Verwandtschaft mit den balt. Formen apreuß. sixdo ‘Sand’ und lit. žiezdrà ‘Kies-, Sandkorn’, so daß ie. *g̑eis- bzw., wenn nl. kei ‘Kieselstein’ als zugehörig betrachtet wird, ie. *g̑ei- ‘Kies’ erschlossen werden kann. Kies begegnet seit dem 16. Jh. vielfach als bergmännischer Ausdruck zur Bezeichnung eines arsen- oder schwefelhaltigen Minerals mit geringerem Metallgehalt als Erz, vgl. Kupferkies Kupfereisensulfid (17. Jh.), Schwefelkies eisen- und schwefelhaltiges, metallisch glänzendes Mineral (18. Jh.). Kiesel m. ‘kleiner von Wasser abgeschliffener Stein’, Bildung mit Deminutiv- bzw. Zugehörigkeitssuffix zu Kies (s. oben), aber früher belegt als dieses, ahd. kisil (8. Jh.; vgl. auch kisilī(n), Hs. 12. Jh.), mhd. kisel ‘Kieselstein, Hagelstein, Schloße’, mnl. kēsel, aengl. ceosel.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kiesel · ↗Kieselstein
Assoziationen
  • Flussstein · großer Kiesel

Typische Verbindungen zu ›Kiesel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kiesel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Kiesel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie lagen in einem Glas auf schwarzen Kieseln, von denen sie kaum zu unterscheiden waren.
Die Zeit, 06.07.2009, Nr. 27
Autos dieser Größe machen keinen Lärm; nur die Kiesel knirschen unter den breiten Reifen.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2000
Zwischen diesen Bäumen plätscherte ein schäumender Bach und überspülte die Kiesel mit klagendem Naß.
Curtius, Ernst Robert: Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter, Tübingen: Francke 1993 [1948], S. 194
Er lag ihm schwer auf der Zunge wie ein Kiesel.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 408
Ich höre nichts als das Knirschen der Kiesel unter meinen Schuhsohlen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 209
Zitationshilfe
„Kiesel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kiesel>, abgerufen am 31.05.2020.

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