Kimme, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Kimme · Nominativ Plural: Kimmen
Aussprache
WorttrennungKim-me
Duden GWDS, 1999 und DWDS, 2016

Bedeutungen

1.
Einschnitt im Visier einer Handfeuerwaffe, durch den der Schütze beim Zielen über das Korn1 (Lesart 4) nach dem Zielpunkt sieht
Beispiele:
Fast immer verzichtete er auf Zielfernrohre, um seine Position nicht zu verraten, zielte nur über Kimme und Korn. [Spiegel, 30.11.2014 (online)]
Die ein Kilogramm schwere Waffe, mit nur einer Hand gehalten, muss noch in den Halteraum bewegt werden, da, wo Kimme, Korn und Ziel eine Linie bilden. [Spiegel, 12.08.2008 (online)]
H.[…] beobachtet über Kimme und Korn seines Gewehres die Menschenansammlung vor dem Polizeirevier. [Der Tagesspiegel, 24.06.2004]
Wenn man mit einem Blick über die Kimme hinweg feststellt, daß sich das Ziel mit dem Korn exakt deckt, das Ziel »aufs Korn genommen ist«, dann kann man annehmen, daß der Schuß trifft. [Röhrich, Lutz: Korn. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 3463]
Kollokation:
in Koordination: Kimme und Korn
2.
Böttcherei Kerbe, Einschnitt in den Dauben, in dem der Boden eines Fasses gehalten wird
Beispiele:
Wenn der Boden in der Kimme sitzt, wird mit einer Reifenzange die Daube etwas abgezwängt und das Eisen herausgenommen. [Stauch, Peter: Mein Leben als Böttcher. Bad Langensalza:Verlag Rockstuhl 2015, o. S.]
Kimme, Einschnitt, bes. in die Dauben für den Faßboden […]. [o. A.: K. In: Brockhausʼ Kleines Konversations-Lexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1906], S. 35856 7. Jan. 1826, 1856-58]
3.
salopp Gesäßspalte
Beispiele:
Als kleiner Junge habʼ ich auf dem Rummelplatz unseres Dorfes staunend den Weg einer Schlange verfolgt, die […] in kunstvollen Schlangenlinien den Rücken [einer Schaustellerin] herunterschlängelte, um dann in der Kimme eines wuchtigen Hinterteils zu verschwinden. [Frankfurter Rundschau, 08.12.2000]
Pippig flüsterte: »Weil der Arsch eines Scharführers noch immer der sicherste Verschlußdeckel ist. Wenn sie uns zwischen die Kimmen gucken, hier suchen sie nicht. Klar?« [Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 197]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kimme f. ‘Einschnitt’ (am Visier der Handfeuerwaffen, in der Faßdaube, wo der Boden des Fasses eingefügt ist), mnd. kimme ‘äußerster Rand, Horizont’, nd. Kimm ‘Rundung der Schiffswand, Horizont’, mnl. kimme ‘Rand eines Fasses’, nl. kim ‘Horizont’, ostfries. kim(me) ‘Einkerbung, in die der Boden eines Fasses paßt, Rand (eines Fasses), Horizont’, engl. chime, chimb ‘Rand eines Fasses’, vgl. auch aengl. cimbing ‘Verbindungsstelle, Fuge’. Herkunft unbekannt. Ein Deutungsversuch sieht in Kimme eine Ablautform zu ↗Kamm (s. d.) und stützt sich auf die Vorstellung, daß ein Kamm aus vielen Kerben (‘Zähnen’) bestehe. Kimme ist seit dem 16. Jh. vielfach fachsprachlich für ‘Kerbe, Einschnitt’ belegt.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Korn

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kimme‹.

Zitationshilfe
„Kimme“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kimme>, abgerufen am 23.10.2019.

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