Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Kind, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kind(e)s · Nominativ Plural: Kinder
Aussprache  [kɪnt]
Wortbildung  mit ›Kind‹ als Erstglied: Kindbett · Kindchen · Kindel · Kinderabsetzbetrag · Kinderabzug · Kinderangebot · Kinderarbeit · Kinderarmut · Kinderarzt · Kinderaufzug · Kinderauge · Kinderauto · Kinderbadewanne · Kinderball · Kinderballett · Kinderbeauftragte · Kinderbecher · Kinderbeihilfe · Kinderbekleidung · Kinderbescherung · Kinderbesteck · Kinderbett · Kinderbewahranstalt · Kinderbibliothek · Kinderbild · Kinderbilderbuch · Kinderblick · Kinderbolzen · Kinderbuch · Kinderbuchladen · Kinderbühne · Kinderchor · Kinderclub · Kindercreme · Kindercrème · Kinderdorf · Kinderehe · Kindereinrichtung · Kinderelend · Kinderernährung · Kindererziehung · Kinderfacharzt · Kinderfahrrad · Kinderfasching · Kinderfassung · Kinderferienlager · Kinderfernsehen · Kinderfest · Kinderfibel · Kinderfilm · Kinderfrau · Kinderfreibetrag · Kinderfreund · Kinderfräulein · Kinderfunk · Kindergarten · Kindergebet · Kindergeburtstag · Kindergeld · Kindergelärm · Kindergelärme · Kindergemüt · Kindergenesungsheim · Kindergeplärr · Kindergeplärre · Kindergeschichte · Kindergeschrei · Kindergesicht · Kinderglaube · Kinderglauben · Kinderglück · Kindergottesdienst · Kindergrab · Kindergruppe · Kindergymnastik · Kinderhand · Kinderhandel · Kinderhandschrift · Kinderhaus · Kinderheilkunde · Kinderheilstätte · Kinderheim · Kinderheirat · Kinderherz · Kinderhilfswerk · Kinderhort · Kinderhospiz · Kinderjahr · Kinderjubel · Kinderjäckchen · Kinderkalender · Kinderkanal · Kinderkaufhaus · Kinderkino · Kinderklapper · Kinderkleid · Kinderklinik · Kinderklub · Kinderkopf · Kinderkorb · Kinderkost · Kinderkosten · Kinderkrankenhaus · Kinderkrankheit · Kinderkreuzzug · Kinderkrieg · Kinderkrippe · Kinderlachen · Kinderladen · Kinderleben · Kinderleiche · Kinderlesesaal · Kinderlied · Kinderliteratur · Kinderlähmung · Kinderlärm · Kinderlätzchen · Kindermantel · Kindermaskenball · Kindermehl · Kindermesse2 · Kindermesse1 · Kindermilch · Kindermode · Kindermord · Kindermund · Kindermädchen · Kindermädel · Kindermärchen · Kindermöbel · Kindermörder · Kindernarr · Kindernotdienst · Kinderoper · Kinderorchester · Kinderparadies · Kinderparlament · Kinderpflege · Kinderpfleger · Kinderpflegerin · Kinderporno · Kinderpornografie · Kinderpornographie · Kinderpost · Kinderprogramm · Kinderprostitution · Kinderpsychiater · Kinderpsychologe · Kinderpsychologie · Kinderpuder · Kinderpunsch · Kinderrad · Kinderrecht · Kinderreichtum · Kinderreigen · Kinderreim · Kinderroller · Kindersachen · Kindersarg · Kinderschar · Kinderschlafzimmer · Kinderschlitten · Kinderschreck · Kinderschrift · Kinderschuh · Kinderschule · Kinderschutz · Kinderschwarm · Kinderschwester · Kinderschänder · Kindersegen · Kindersendung · Kindersex · Kindersoldat · Kinderspiel · Kinderspielplatz · Kinderspielzeug · Kindersportschule · Kindersprache · Kindersterblichkeit · Kinderstimme · Kinderstrumpf · Kinderstube · Kinderstuhl · Kinderstück · Kindertag · Kindertageseinrichtung · Kindertagesheim · Kindertagesstätte · Kindertaufe · Kinderteller · Kindertheater · Kindertod · Kindertraum · Kindertrompete · Kinderträne · Kinderturnen · Kinderuhr · Kindervelo · Kindervers · Kinderverschickung · Kindervorstellung · Kinderwagen · Kinderwarenhaus · Kinderweinen · Kinderweise · Kinderwelt · Kinderwochenheim · Kinderwunsch · Kinderwärterin · Kinderwäsche · Kinderzeichnung · Kinderzeit · Kinderzeitschrift · Kinderzeitung · Kinderzimmer · Kinderzoo · Kinderzulage · Kinderzuschlag · Kindesabtreibung · Kindesalter · Kindesaussetzung · Kindesbeine · Kindesentführung · Kindesentziehung · Kindeshandel · Kindesheirat · Kindeskind · Kindesliebe · Kindesmissbrauch · Kindesmisshandlung · Kindesmord · Kindesmutter · Kindesmörder · Kindesmörderin · Kindesnöte · Kindespflege · Kindespflicht · Kindesraub · Kindesschänder · Kindestod · Kindestötung · Kindesunterschiebung · Kindesvater · Kindeswohl · Kindfrau · Kindlein · Kindsbewegung · Kindsfrau · Kindskopf · Kindslage · Kindsmagd · Kindsmord · Kindsmörder · Kindspech · Kindspflege · Kindsraub · Kindstaufe · Kindstod · Kindstötung · Kindsvater · Kindswohl · Kindtaufe · kinderfeindlich · kinderfrei · kinderfreundlich · kindergemäß · kindergerecht · kinderleicht · kinderlieb · kinderlos · kinderreich · kindersicher · kindesgemäß · kindgemäß · kindgerecht · kindhaft · kindsgemäß · kindsgerecht
 ·  mit ›Kind‹ als Letztglied: Achtmonatskind · Adamskind · Adoptivkind · Alleinkind · Arbeiterkind · Auflaufkind · Ausländerkind · Bauernkind · Beichtkind · Besatzungskind · Bettelkind · Blumenkind · Blumenstreukind · Brautkind · Brustkind · Chorkind · Christkind · Christuskind · Contergankind · Diplomatenkind · Dorfkind · Durchschnittskind · Einkind · Einlaufkind · Einzelkind · Elfenkind · Engelskind · Enkelkind · Erdenkind · Fatschenkind · Ferienkind · Findelkind · Flaschenkind · Flüchtlingskind · Geburtstagskind · Geschwisterkind · Glückskind · Goldkind · Gotteskind · Großkind · Großstadtkind · Grundschulkind · Haltekind · Heimkind · Herzenskind · Hortkind · Hurenkind · Hätschelkind · Jesuskind · Katzenkind · Kellerkind · Kindergartenkind · Kleinkind · Kleinstkind · Kommunionkind · Krabbelkind · Kriegskind · Krippenkind · Kuckuckskind · Königskind · Landeskind · Landkind · Lieblingskind · Mamakind · Mantelkind · Menschenkind · Menschenskind · Migrantenkind · Musenkind · Musterkind · Mutterkind · Nachbarskind · Naturkind · Negerkind · Papakind · Patenkind · Pflegekind · Prachtkind · Problemkind · Proletarierkind · Protektionskind · Puppenkind · Retortenkind · Risikokind · Sandwichkind · Scheidungskind · Schlüsselkind · Schmerzenskind · Schmuddelkind · Schoßkind · Schreikind · Schulkind · Schwabenkind · Schwiegerkind · Siebenmonatskind · Soldatenkind · Sonntagskind · Sorgenkind · Spielkind · Spätkind · Stadtkind · Sternenkind · Stiefkind · Straßenkind · Suchkind · Tageskind · Tierkind · Tochterkind · Trennungskind · Vaterkind · Vorschulkind · Vorzugskind · Wahlkind · Waisenkind · Weihnachtskind · Weltkind · Wickelkind · Wolfskind · Wunderkind · Wunschkind · Zehnmonatskind · Ziehkind · Zigeunerkind · Zwillingskind
 ·  mit ›Kind‹ als Binnenglied: Einkindfamilie · Eltern-Kind-Gruppe · Eltern-Kinder-Gruppe · Mutter-Kind-Pass
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Mensch in der Lebensphase zwischen Geburt und (Beginn der) Pubertät, Geschlechtsreife
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das neugeborene, kleine, dreijährige, heranwachsende Kind; das minderjährige, schulpflichtige Kind; das gesunde, autistische, behinderte, erkrankte, gehörlose, kranke, krebskranke, übergewichtige Kind; das arme, bedürftige, benachteiligte, leidende, notleidende Kind; das entführte, ermordete, getötete, missbrauchte, vernachlässigte, vermisste, verwahrloste Kind; das fröhliche, geliebte, glückliche Kind; das begabte Kind
als Akkusativobjekt: ein Kind durchbringen, ernähren, retten, schützen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: ein Kind im Kindergarten, im Grundschulalter
mit Genitivattribut: Kinder aller, verschiedener Altersstufen
in Koordination: Kinder und Jugendliche, Heranwachsende, Eltern, Erwachsene
als Aktiv-/Passivsubjekt: Kinder basteln, freuen sich, lesen, malen, singen, spielen, toben, weinen
als Genitivattribut: die Bildung, die Entwicklung, die Erziehung, die Förderung, der Schutz, die Versorgung, das Wohl des Kindes
Beispiele:
ein hübsches, artiges, kluges, munteres, aufgewecktes, zartes, sensibles KindWDG
ein altkluges, schwieriges, verzogenes, verwöhntes, verhätscheltes, ungezogenes, unausstehliches, störrisches, verstocktes KindWDG
ein Kind von sechs JahrenWDG
Kinder bis zu zehn Jahren zahlen den halben PreisWDG
ein Kind wächst heran, wird großWDG
das Kind geht in den Kindergarten, in die Kita, zur SchuleWDG
[…] zu jedem Einkauf [gehört] ein prüfender Blick auf die Verpackung. […] Warnhinweise wie »nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren« sind auf jeden Fall zu beachten. [Halloween: Geruch entlarvt gefährliche Kostüme und Masken, 30.10.2014, aufgerufen am 18.09.2020]
Drei, vier Kinder sind es jedes Mal, die zu ihrer Lehrerin Luise D. rennen, kaum dass sie im Türspalt erscheint, […] in den Arm genommen werden wollen, »guten Morgen« sagen und kurz den Kopf ankuscheln. [Der Spiegel, 14.06.2002 (online)]
Generationen von Kindern und Jugendlichen haben Robert Louis Stevensons Abenteuerroman »Die Schatzinsel« gelesen und mit dem Schiffsjungen Jim Hawkins mitgezittert. [Leipziger Volkszeitung, 11.10.2013]
Schon als Kind war sie ein bezauberndes Geschöpf, anmutig, zartgliedrig, brav und fleißig. [Neue Osnabrücker Zeitung, 28.09.2013]
Kreativität und die ganz eigene Sicht der Dinge zeigen die Kinder […] beim Erstellen der bunten Kollagen, in denen die Eindrücke aus dem Besuch der Ausstellung […] »verarbeitet« werden. [Rhein-Zeitung, 06.04.2010]
a)
spezieller noch nicht oder erst vor kurzer Zeit geborener, sehr junger Mensch
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: ein Kind abtreiben [lassen]
Beispiele:
ein neugeborenes, vertauschtes, ungewolltes, unerwünschtes KindWDG
jmdm. zur Geburt eines Kindes gratulierenWDG
ein Kind wird geboren, kommt zur WeltWDG
das Kind kann schon laufen, sprechenWDG
von einem Kind entbunden werdenWDG
ein Kind stillenWDG
die Mutter nährt ihr Kind an der BrustWDG
ein Kind versorgen, wiegen, trockenlegen, entwöhnenWDG
Sie hat ihr zweites Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. [Aachener Zeitung, 29.06.2021]
Auch wenn die meisten Schwangerschaften ohne Komplikationen verlaufen, ist die Zeit des Wartens häufig geprägt von Sorgen um das ungeborene Kind. Mit Hilfe des pränatalen Ultraschalls haben wir die Möglichkeit, Ihr Kind etwas genauer anzuschauen und Ihnen Ihre Bedenken zu nehmen. [Pränatale Medizin, 16.09.2020, aufgerufen am 18.09.2020]
Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, sind Frühchen. [Neue Westfälische, 31.03.2017]
Am 25. März (Mariä Verkündigung) […] wird an den Erzengel Gabriel erinnert, der […] Maria verkündigt, dass sie ohne Mitmischen eines irdischen Mannes (sondern durch den Heiligen Geist) ein Kind empfangen wird. [Süddeutsche Zeitung, 07.01.2000]
gehobenSarah haut ab. […] Was Daniel zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Sarah trägt sein Kind unter dem Herzen (= sie ist schwanger und er ist der Vater des Kindes). [Bild, 27.07.2005]
salopp Der hat ihr ein Kind gemacht (= hat sie geschwängert), aber geheiratet hat er sie nicht, und jetzt ist er auf und davon, hat die ledige Mutter sitzen lassen mit dem kleinen Mädchen. [Der Tagesspiegel, 26.10.2003]
b)
übertragen
Beispiele:
er ist ein großes, richtiges Kind (= er führt sich wie ein Kind auf)WDG
das weiß doch jedes Kind (= jeder)WDG
jmdn. als halbes Kind (= unreifen Menschen) behandelnWDG
c)
Phrasem:
das Kind mit dem Bade ausschütten (= etw. radikal, ohne Berücksichtigung positiver Seiten verurteilen, abschaffen)WDG
Beispiele:
»Jede Sperrung von Straßen für den Kfz‑Verkehr als überwiegend öffentliches Wohl zu definieren, hieße[,] das Kind mit dem Bade auszuschütten«, so E[…]: »Auch die Erreichbarkeit von Krankenhäusern, Gewerbehöfen oder Einkaufszentren für Kraftfahrzeuge bleibt für das öffentliche Wohl notwendig.« [Berliner Morgenpost, 17.05.2021]
Deutlich höhere Preise für […] das Parken [im Innenstadtbereich]? […] Der Chef der zweitgrößten Fraktion im Stadtrat warnt davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten und Wohnen in der Innenstadt unnötig zu belasten. »Wir wollen doch nicht die bestrafen, die in der Innenstadt wohnen und ohnehin schon von vielen Einschränkungen betroffen sind.« [Fränkischer Tag, 24.04.2021]
d)
Phrasem:
saloppwir werden das Kind schon schaukeln (= wir werden die Sache schon richtig erledigen)WDG
Beispiele:
Ein Dreivierteljahr bis zur Aufführung ist zwar wenig Zeit, doch […] die Laiendarsteller werden das Kind schon schaukeln. [Südkurier, 06.10.2016]
Vor der Geburt blicken werdende Eltern meist optimistisch in die Zukunft. Es wird anstrengend und eine große Umstellung, das ist ihnen bewusst, aber sie denken, sie werden das Kind schon schaukeln. Wenn sie dann aber ein schreiendes Bündel in den Armen halten, das sich einfach nicht mehr beruhigen lassen will, sind viele mit den Nerven schnell am Ende. [Hamburger Abendblatt, 20.08.2018]
Der elende Sandburgenbau, die Sonnenbrand‑Prophylaxe, das Schwimmenlernen oder Schlichten von Geschwister‑Streitigkeiten: Omi wird das Kind schon schaukeln, während Mami und Papi entspannt am Strand liegen und schon mal das gemeinsame nächtliche Vergnügungsprogramm planen. [Berliner Morgenpost, 10.06.2018]
Du wirst das Kind schon schaukeln, Liebes. [Goldt, Max: Mini-Talk am Nachmittag. In: ders.: Schließ einfach die Augen und stell dir vor, ich wäre Heinz Kluncker. Zürich: Haffmans 1994, S. 80]
e)
Phrasem:
sprichwörtlichKinder und Narren sagen die Wahrheit (= jmds. meist spontane Äußerung lässt Taktgefühl vermissen) (= bestimmten Personen fällt es leichter als anderen, etwas offen, mutig auszusprechen)
Beispiele:
Kinder und Narren sagen die Wahrheit, lautet eine alte Weisheit. Das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Denn vieles, was an oder kurz nach Fastnacht gesagt wird, ist weder lustig, noch trifft es den wunden Punkt. [Allgemeine Zeitung, 15.02.2018]
»Opa, du siehst doch schon alt aus!« Kinder und Narren sagen die Wahrheit – diese uralte Erfahrung[…] kam mir augenblicks in den Sinn, aber die Situation verbot mir eine Entgegnung – ich hatte nichts dagegenzusetzen; denn ich akzeptiere mein Aussehen und die Falten[…]. [Rhein-Zeitung, 06.03.1997]
»Kinder und Narren sagen die Wahrheit«, heißt es im Volksmund. Von Politikern, Stadtverordneten oder Ortsbeiräten ist da nicht die Rede. [Frankfurter Rundschau, 03.02.1997]
»Getreu dem Motto ›Kinder und Narren sagen die Wahrheit‹ gelingt es Wolfgang Bosbach, das politische Berlin in Wallung zu bringen«[…]. [Goldene Narrenschelle 2017 für MdB Wolfgang Bosbach, 09.01.2017, aufgerufen am 01.09.2020]
2.
(leiblicher) unmittelbarer Nachkomme von jmdm.DWDS;
Person, für die eine oder mehrere Erziehungsberechtigte unterhaltspflichtig sind bzw. (bis zur Erreichung der Volljährigkeit) das elterliche Sorgerecht ausüben
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das erwachsene Kind; das eigene Kind
als Akkusativobjekt: ein Kind zeugen, machen, erwarten, austragen, bekommen, kriegen, hinterlassen; ein Kind adoptieren, aufziehen, großziehen, betreuen, erziehen, versorgen
in Präpositionalgruppe/-objekt: das Sorgerecht für, Zeit für Kinder; ein Haushalt mit [zwei, drei oder mehr, mehreren] Kindern; der Unterhalt für [leibliche, eigene] Kinder
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Kind im Mutterleib
Beispiele:
ein eigenes, (un)eheliches KindWDG
jmdn. an Kindes statt annehmen (= jmdn. adoptieren)DWDS
er, sie hat ein Kind aus erster EheWDG
ein minderjähriges, unmündiges KindWDG
große, erwachsene Kinder habenWDG
sie ist das einzige Kind ihrer ElternWDG
er ist das Kind eines BeamtenWDG
ein Kind anerkennen, verleugnenWDG
die Urgroßmutter verlebte ihren Geburtstag im Kreise ihrer Kinder und Kindeskinder (= ihrer gesamten Nachkommenschaft)WDG
ein Kind in Pflege gebenWDG
Den Freibetrag erhalten Sie als alleinerziehender Vater oder als alleinerziehende Mutter auch dann, wenn Sie mit volljährigen Kindern zusammenleben, solange Sie noch Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag haben. [Badische Zeitung, 17.07.2021]
Gummistiefel im Flur und ein Märchenbuch im übersichtlich eingerichteten Wohnzimmer lassen vermuten, dass das Ehepaar Kinder hat. [Münchner Merkur, 17.01.2020]
Er [der Lebensgefährte einer verwitweten Mutter] will ihre beiden minderjährigen Kinder adoptieren, damit beide gleichberechtigt als Eltern gelten. Heiraten wollen sie vorerst nicht[…]. Eine Adoption jedoch ist nach den derzeit geltenden Paragrafen unmöglich: Wer nicht verheiratet ist, kann ein Kind zwar mit Zustimmung der Eltern allein adoptieren – würde diese damit aber aus der Elternposition verdrängen. [Süddeutsche Zeitung, 07.03.2017]
Für die Pflege eines kranken Kindes im Alter von bis zu zwölf Jahren kann ein Elternteil bei vollem eigenen Krankengeld jährlich 60 Tage zu Hause bleiben, in Härtefällen bis zu 120 Tage. [Der Spiegel, 24.06.1991]
a)
übertragen
Kollokationen:
mit Genitivattribut: ein Kind seiner Zeit, des [neuen, analogen, technischen, digitalen] Zeitalters
Beispiele:
der Verstorbene war ein echtes Berliner KindWDG
die Orchidee ist ein Kind der TropenWDG
gehobendie Kinder Floras (= Blumen)WDG
gehobenBlumen sind Kinder des LenzesWDG
umgangssprachlichda kann man sehen, wes Geistes Kind er ist (= wie er ist)WDG
Mit seiner Orientbegeisterung war König Ludwig II. von Bayern ganz »Kind seiner Zeit« (= durch seine Zeit geprägt worden). [Mittelbayerische, 10.02.2021]
Meine Eltern, Kinder des Krieges und ihren Traumata ausgeliefert, bekämpften sich vor allem selbst, konkurrierten mit jedem, grenzten sich im Heimatort ab und aus, unterstellten allen böse Absichten. [Der Tagesspiegel, 31.01.2021]
Die Schweizer, verwöhnte Kinder Europas, sind nie zufrieden. [Die Welt, 25.07.2017]
Sozialwissenschaftler gehen davon aus, dass die Erfahrungen, die man während der Adoleszenz macht, die prägendsten des Lebens sind. […] Diese [1990er-]Jahre werden von den Kindern der Wende mal als große Freiheit beschrieben und mal als Zeit der Orientierungslosigkeit. [Süddeutsche Zeitung, 02.10.2015]
Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Das hat [SPD-Politikerin] Hannelore Kraft wohl einerseits ihrem Naturell als Kind des Ruhrgebiets zu verdanken – aber auch der Tatsache, dass sie als Unternehmensberaterin lernte, komplizierte Prozesse gelassen zu analysieren und zu begleiten. [Der Spiegel, 13.06.2010 (online)]
Alle sollen gleichberechtigte Kinder des Staates (= Staatsbürger) sein […] [ Th. MannBuddenbrooks1,139]WDG
b)
Phrasem:
umgangssprachlichKind und Kegel (= die gesamte Familie)
Beispiele:
sie reisten mit Kind und KegelWDG
Wo am Tag zuvor noch Hunderte Familien mit Kind und Kegel den windstillen Sonntag feierten, hüpfen jetzt nur ein paar Papierfetzen und Plastikflaschen über den Strand. [Die Welt, 02.12.2017]
Wir nehmen an Dorffesten teil und die Dörfler kommen mit Kind und Kegel, Salaten und Grillfleisch zu unseren Nachbarschaftsfeiern. [Mittelbayerische, 04.12.2014]
3.
vertraulich, häufig scherzhaft Anrede
Beispiele:
mein liebes KindWDG
Kinder, wie die Zeit vergehtWDG
salopp Kinder, hört mal zu! (= Anrede für Erwachsene)WDG
Kinder, Kinder, was für ein Murks! Zu viele Schadstoffe, verschluckbare Kleinteile, Verletzungsgefahr: Daran krankt vieles, was für Kinder entworfen wurde und eigentlich extrasicher sein sollte. [Bild, 07.12.2018]
Okay kann aggressiv klingen, wenn es an das Ende einer Frage gestellt wird. Es kann am Anfang eines Satzes der Versuch sein, die Aufmerksamkeit einer Gruppe auf sich zu ziehen – Okay, Kinder, hört mal her. [Süddeutsche Zeitung, 12.02.2011]
»Kommt Kinder, los jetzt!« spornt [die Leiterin des Schulorchesters] Angelika M[…] ihre Musikanten an. Dann hebt sie den Taktstock. [Berliner Zeitung, 23.09.1998]
4.
Mathematik, Informatik in der Graphentheorie   der Wurzel oder einem inneren Knoten eines Binärbaums direkt untergeordnetes Element
Beispiele:
Ein Binärbaum ist eine Baum‑Datenstruktur, in der jeder Knoten maximal zwei Kindknoten hat. Die Kindknoten werden als linkes und rechtes Kind bezeichnet. [Binärbaum (mit Java-Code), 28.05.2021, aufgerufen am 19.08.2021]
Im Gegensatz zu anderen Arten von Bäumen können die Knoten eines Binärbaumes nur höchstens zwei direkte Nachkommen haben. Meist wird verlangt, dass sich die Kindknoten eindeutig in linkes und rechtes Kind einteilen lassen. [Binärbaum, 31.05.2020, aufgerufen am 19.08.2021]
Ein Baum besteht aus vielen Knoten, die dann sinnigerweise vom Node‑Objekt bereitgestellt werden. Da wir mit einem Binär‑Baum arbeiten, hat jeder Knoten zwei Kinder. Ein solches Kind kann null oder wiederum ein Node‑Objekt mit einem Datum sein. [Binary Trees, 06.10.2010, aufgerufen am 19.08.2020]

letzte Änderung:

Zum Originalartikel des WDG gelangen Sie hier.

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kind · Kindheit · kindisch · kindlich · Kindlichkeit · Kindbett · Kindergarten · Kinderhort · Kinderstube · Kindeskind · Kindskopf
Kind n. ‘Nachkomme (Sohn oder Tochter), Junge oder Mädchen’, ahd. kind ‘Kind, Sohn, Nachkomme, junger Mann, Knabe, Zögling’ (8. Jh.), mhd. kint und (als frühe Entlehnungen aus dem Hd., vgl. Simon Sprachmischung im Heliand (1965) 26 ff.) asächs. kind, mnd. mnl. kint, nl. kind führen auf ein mit ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv zur Verbalwurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ (zur Bildungsweise s. auch alt). Germ. Verwandte sind (mit anderer Dentalableitung) anord. kind ‘Geschlecht, Kind, Stamm’, aengl. cynd ‘Geschlecht, Geburt, Art, Gattung’, engl. kind, ablautend anord. kundr ‘Sohn, Verwandter’, kunnr ‘verwandt’, got. -kunds ‘herstammend’ sowie die unter König (s. d.), eigentlich ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, behandelten Formen. Außergerm. entsprechen als to-Partizipien, aber in ihrer Form deutlich auf eine zweisilbige Wurzel weisend, aind. jātáḥ, lat. nātus (alat. gnātus) ‘geboren’. Zur Wurzel gehören ferner griech. gígnesthai (γίγνεσθαι) ‘werden, entstehen’, lat. gignere (genitum) ‘(er)zeugen, gebären, hervorbringen’, genus ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’ (s. Genus und die dort genannten Verwandten). Auf Grund der aus früher Zeit überlieferten Gewohnheit, kniend zu gebären, sowie des Brauches, ein Kind dadurch anzuerkennen, daß es sich der Vater aufs Knie setzt, wird vielfach ursprüngliche Identität der Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ (s. können) mit ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ (s. Knie) angenommen. Das würde aber den Verbalwurzeln einen denominativen Charakter beilegen, der kaum annehmbar ist. Kindheit f. ‘Lebenszeit des Menschen von der Geburt bis zur Geschlechtsreife’, ahd. kindheiti (8./9. Jh.), kindheit (Hs. 12. Jh.), mhd. kintheit. kindisch Adj. ‘wie ein Kind, albern’, ahd. kindisc ‘kindlich, jung’ (9. Jh.), mhd. kindisch, kindesch, auch schon ‘albern’. kindlich Adj. ‘wie ein Kind’, ahd. kindlīh (11. Jh., zuvor kindlīhho Adv., 9. Jh.), mhd. kintlich; dazu Kindlichkeit f. (18. Jh.). Kindbett n. ‘Wochenbett’, ahd. kindbette (um 1000), mhd. kintbette. Kindergarten m. ‘Kindertagesstätte’, 1840 von F. Fröbel als Bezeichnung für seine Vorschule für kleine Kinder geprägt. Kinderhort m. ‘Tagesstätte für Schulkinder, in der sie die unterrichtsfreie Zeit verbringen’, meist nur Hort (s. d.), 1871 nach dem Vorbild von Kindergarten gebildet. Kinderstube f. ‘Schule’ (15. Jh.), ‘Aufenthaltsraum für Kinder’ (18. Jh.), übertragen ‘gute Manieren, gutes Benehmen’ (19. Jh.). Kindeskind n. ‘Enkel, Nachkomme’, mhd. kindes kint. Kindskopf m. ‘lustig-alberner Mensch, der sich wie ein Kind gebärdet’ (18. Jh.), im 17. Jh. dagegen wie Kinderkopf verwendet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Abkömmling · Heranwachsender · Nachfahre · Nachkomme · Nachwuchs · Sprössling  ●  (die) lieben Kleinen (u.a. mediensprachlich)  Plural · Kind  Hauptform · (das) Blag  ugs., ruhrdt. · (die) Blage  derb, abwertend · Balg  ugs., abwertend, veraltet · Gschropp  ugs., bayr. · Gör  ugs., berlinerisch · Kid  ugs. · Kiddie  ugs. · Kleine  ugs., weibl. · Kleiner  ugs., männl. · Kniebeißer  ugs., selten · Knirps  ugs. · Panz  ugs., kölsch · Spross  ugs. · Zögling  geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Kind‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kind‹.

Zitationshilfe
„Kind“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kind>.

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