Kinderhort, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungKin-der-hort (computergeneriert)
WortzerlegungKindHort
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

Einrichtung in einem Gebäude, Heim zur ganztägigen Betreuung schulpflichtiger Kinder im Grundschulalter (die sich tagsüber nicht zu Hause aufhalten können)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kind · Kindheit · kindisch · kindlich · Kindlichkeit · Kindbett · Kindergarten · Kinderhort · Kinderstube · Kindeskind · Kindskopf
Kind n. ‘Nachkomme (Sohn oder Tochter), Junge oder Mädchen’, ahd. kind ‘Kind, Sohn, Nachkomme, junger Mann, Knabe, Zögling’ (8. Jh.), mhd. kint und (als frühe Entlehnungen aus dem Hd., vgl. Simon Sprachmischung im Heliand (1965) 26 ff.) asächs. kind, mnd. mnl. kint, nl. kind führen auf ein mit ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv zur Verbalwurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ (zur Bildungsweise s. auch ↗alt). Germ. Verwandte sind (mit anderer Dentalableitung) anord. kind ‘Geschlecht, Kind, Stamm’, aengl. cynd ‘Geschlecht, Geburt, Art, Gattung’, engl. kind, ablautend anord. kundr ‘Sohn, Verwandter’, kunnr ‘verwandt’, got. -kunds ‘herstammend’ sowie die unter ↗König (s. d.), eigentlich ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, behandelten Formen. Außergerm. entsprechen als to-Partizipien, aber in ihrer Form deutlich auf eine zweisilbige Wurzel weisend, aind. jātáḥ, lat. nātus (alat. gnātus) ‘geboren’. Zur Wurzel gehören ferner griech. gígnesthai (γίγνεσθαι) ‘werden, entstehen’, lat. gignere (genitum) ‘(er)zeugen, gebären, hervorbringen’, genus ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’ (s. ↗Genus und die dort genannten Verwandten). Auf Grund der aus früher Zeit überlieferten Gewohnheit, kniend zu gebären, sowie des Brauches, ein Kind dadurch anzuerkennen, daß es sich der Vater aufs Knie setzt, wird vielfach ursprüngliche Identität der Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ (s. ↗können) mit ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ (s. ↗Knie) angenommen. Das würde aber den Verbalwurzeln einen denominativen Charakter beilegen, der kaum annehmbar ist. Kindheit f. ‘Lebenszeit des Menschen von der Geburt bis zur Geschlechtsreife’, ahd. kindheiti (8./9. Jh.), kindheit (Hs. 12. Jh.), mhd. kintheit. kindisch Adj. ‘wie ein Kind, albern’, ahd. kindisc ‘kindlich, jung’ (9. Jh.), mhd. kindisch, kindesch, auch schon ‘albern’. kindlich Adj. ‘wie ein Kind’, ahd. kindlīh (11. Jh., zuvor kindlīhho Adv., 9. Jh.), mhd. kintlich; dazu Kindlichkeit f. (18. Jh.). Kindbett n. ‘Wochenbett’, ahd. kindbette (um 1000), mhd. kintbette. Kindergarten m. ‘Kindertagesstätte’, 1840 von F. Fröbel als Bezeichnung für seine Vorschule für kleine Kinder geprägt. Kinderhort m. ‘Tagesstätte für Schulkinder, in der sie die unterrichtsfreie Zeit verbringen’, meist nur ↗Hort (s. d.), 1871 nach dem Vorbild von Kindergarten gebildet. Kinderstube f. ‘Schule’ (15. Jh.), ‘Aufenthaltsraum für Kinder’ (18. Jh.), übertragen ‘gute Manieren, gutes Benehmen’ (19. Jh.). Kindeskind n. ‘Enkel, Nachkomme’, mhd. kindes kint. Kindskopf m. ‘lustig-alberner Mensch, der sich wie ein Kind gebärdet’ (18. Jh.), im 17. Jh. dagegen wie Kinderkopf verwendet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Hort · ↗Kindergarten · Kinderhort
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Kinder · Nachkommen · ↗Nachkommenschaft · ↗Nachwuchs · nächste Generation  ●  (die) lieben Kleinen  scherzhaft · Blagen  ugs. · ↗Brut  derb · Bälger  ugs. · ↗Gezücht  geh., abwertend · Wänster (thür.)  ugs.
  • Erzieher  ●  Kindergärtner  veraltet

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erzieherin Ganztagsschule Kindergarten Kinderkrippe Kindertagesstätte Krippe Leiterin Schule betreuen kostenlos städtisch unterbringen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kinderhort‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das sei in den meisten Fällen kostengünstiger als in den traditionellen Kinderhorten.
Der Tagesspiegel, 03.03.2005
Früher gab es mal 13 Kinderhorte, jetzt gibt es noch sechs.
Süddeutsche Zeitung, 02.10.2004
An institutionellen Hilfen kommen neben den schon genannten Häusern der offenen Tür vor allem Kinderhorte in Frage.
Janssen, K.: Kinderfürsorge. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1959], S. 32726
Meistens wird ein Faschingsfest von der Klasse, der Pioniergruppe, dem Kinderhort oder der Sportgemeinschaft veranstaltet.
Braun, Anne u. Nell, Edith: Man muß sich nur zu helfen wissen, Leipzig: Verl. für die Frau 1971, S. 154
Kindergärten, Kinderheime, Kinderhorte, in denen junge Mädchen ein reiches Feld der Betätigung finden, sind in neuerer Zeit immer zahlreicher geworden.
Tornow, Gisela: Von der Kindergärtnerin zur Jugendleiterin. In: Ins Leben hinaus, Stuttgart: Union Dt. Verl.-Ges. 1931, S. 126
Zitationshilfe
„Kinderhort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kinderhort>, abgerufen am 11.12.2019.

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