Kinderkopf, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kinderkopf(e)s · Nominativ Plural: Kinderköpfe
Nebenform Kindskopf · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kindskopf(e)s · Nominativ Plural: Kindsköpfe
Aussprache  [ˈkɪndɐˌkɔpf] · [ˈkɪnʦkɔpf]
Worttrennung Kin-der-kopf ● Kinds-kopf
Wortzerlegung KindKopf
Wortbildung  mit ›Kinderkopf‹ als Erstglied: ↗kinderkopfgroß · ↗kindskopfgroß · ↗kindsköpfig
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
Kopf (1) eines Kindes (1)
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: den Kinderkopf streicheln
als Genitivattribut: von der Größe eines Kinderkopfes
Beispiele:
ein blonder, schwarzhaariger KinderkopfWDG
Und seit Kurzem finden die vielen Eltern hier auch für die wohl verhassteste Situation der Kindergarten‑ und Grundschulzeit Hilfe. Dann nämlich, wenn sich Läuse auf den Kinderköpfen tummeln. ByeByeLäuse heißt der neue Laden. [Süddeutsche Zeitung, 26.03.2018]
Guaven, Mangos, Papayas, Zitronen groß wie Kindsköpfe. [Hermann, Judith: Sommerhaus, später, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 2000 [1998], S. 34]
Anatomisch ist ein Zu‑eng‑gebaut‑Sein unmöglich. Durch die Scheide passen schließlich Kinderköpfe. [Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 198]
metonymisch Verstand, Auffassungsgabe eines Kindes
Beispiele:
Die Vorstellung, dass Erbsen Schmerzen empfinden und Möhren ein Bewusstsein haben, spukt keineswegs nur in Kinderköpfen herum. [Welt am Sonntag, 14.07.2019, Nr. 28]
Das »Perspektiv‑Training« kann eingefahrene Gehirne verwirren. Aber Kinderköpfen hilft es, verspricht die Erfinderin. [Süddeutsche Zeitung, 15.10.2018]
Die Kinder können ihre Art der Wahrnehmung den Erwachsenen nur nicht vermitteln – es sei denn, diese sind spezialisierte Wissenschaftler, die sich ein Bild machen können von dem, was in Kinderköpfen vorgeht... [Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, 1999 [1998]]
2.
übertragen Person, die sich unreif verhält
Schreibung ‘Kindskopf’
Beispiele:
»Ein Tag im Leben von Marlon Bundo« ist ein wunderschönes, witziges Bilderbuch – für Kindsköpfe und Kinder. [Süddeutsche Zeitung, 09.06.2018]
Mit nur 25 Jahren schafft sie den Balanceakt zwischen impulsivem Kindskopf und entschlossener Geschäftsfrau. [Die Welt, 15.05.2019]
Als ich als junger Mann Spinoza las, war ich eher risikobereit, ein Kindskopf. [Die Welt, 17.11.2018]
In London ist die Premierministerin die letzte Erwachsene unter lauter Kindsköpfen. [Süddeutsche Zeitung, 19.09.2018]
Indem man den Kindern Frühreife und Scheinmündigkeit zuspreche, schaffe man Wesen, die »halb Kindskopf, halb Haushaltungsvorstand« seien. [Die Zeit, 04.09.1952, Nr. 36]

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kind · Kindheit · kindisch · kindlich · Kindlichkeit · Kindbett · Kindergarten · Kinderhort · Kinderstube · Kindeskind · Kindskopf
Kind n. ‘Nachkomme (Sohn oder Tochter), Junge oder Mädchen’, ahd. kind ‘Kind, Sohn, Nachkomme, junger Mann, Knabe, Zögling’ (8. Jh.), mhd. kint und (als frühe Entlehnungen aus dem Hd., vgl. Simon Sprachmischung im Heliand (1965) 26 ff.) asächs. kind, mnd. mnl. kint, nl. kind führen auf ein mit ie. -to- gebildetes Partizipialadjektiv zur Verbalwurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ (zur Bildungsweise s. auch ↗alt). Germ. Verwandte sind (mit anderer Dentalableitung) anord. kind ‘Geschlecht, Kind, Stamm’, aengl. cynd ‘Geschlecht, Geburt, Art, Gattung’, engl. kind, ablautend anord. kundr ‘Sohn, Verwandter’, kunnr ‘verwandt’, got. -kunds ‘herstammend’ sowie die unter ↗König (s. d.), eigentlich ‘Mann eines (vornehmen) Geschlechts’, behandelten Formen. Außergerm. entsprechen als to-Partizipien, aber in ihrer Form deutlich auf eine zweisilbige Wurzel weisend, aind. jātáḥ, lat. nātus (alat. gnātus) ‘geboren’. Zur Wurzel gehören ferner griech. gígnesthai (γίγνεσθαι) ‘werden, entstehen’, lat. gignere (genitum) ‘(er)zeugen, gebären, hervorbringen’, genus ‘Abstammung, Geschlecht, Gattung, Art und Weise’ (s. ↗Genus und die dort genannten Verwandten). Auf Grund der aus früher Zeit überlieferten Gewohnheit, kniend zu gebären, sowie des Brauches, ein Kind dadurch anzuerkennen, daß es sich der Vater aufs Knie setzt, wird vielfach ursprüngliche Identität der Wurzel ie. *g̑en(ə)- ‘erzeugen, gebären’ und *g̑en(ə)- ‘erkennen, kennen’ (s. ↗können) mit ie. *g̑enu-, *g̑neu- ‘Knie’ (s. ↗Knie) angenommen. Das würde aber den Verbalwurzeln einen denominativen Charakter beilegen, der kaum annehmbar ist. Kindheit f. ‘Lebenszeit des Menschen von der Geburt bis zur Geschlechtsreife’, ahd. kindheiti (8./9. Jh.), kindheit (Hs. 12. Jh.), mhd. kintheit. kindisch Adj. ‘wie ein Kind, albern’, ahd. kindisc ‘kindlich, jung’ (9. Jh.), mhd. kindisch, kindesch, auch schon ‘albern’. kindlich Adj. ‘wie ein Kind’, ahd. kindlīh (11. Jh., zuvor kindlīhho Adv., 9. Jh.), mhd. kintlich; dazu Kindlichkeit f. (18. Jh.). Kindbett n. ‘Wochenbett’, ahd. kindbette (um 1000), mhd. kintbette. Kindergarten m. ‘Kindertagesstätte’, 1840 von F. Fröbel als Bezeichnung für seine Vorschule für kleine Kinder geprägt. Kinderhort m. ‘Tagesstätte für Schulkinder, in der sie die unterrichtsfreie Zeit verbringen’, meist nur ↗Hort (s. d.), 1871 nach dem Vorbild von Kindergarten gebildet. Kinderstube f. ‘Schule’ (15. Jh.), ‘Aufenthaltsraum für Kinder’ (18. Jh.), übertragen ‘gute Manieren, gutes Benehmen’ (19. Jh.). Kindeskind n. ‘Enkel, Nachkomme’, mhd. kindes kint. Kindskopf m. ‘lustig-alberner Mensch, der sich wie ein Kind gebärdet’ (18. Jh.), im 17. Jh. dagegen wie Kinderkopf verwendet.

Typische Verbindungen zu ›Kinderkopf‹, ›Kindskopf‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kinderkopf‹.

Zitationshilfe
„Kinderkopf“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kinderkopf>, abgerufen am 07.05.2021.

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