Kirchenrecht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Kirchenrecht(e)s · Nominativ Plural: Kirchenrechte
Aussprache
WorttrennungKir-chen-recht
WortzerlegungKircheRecht
Wortbildung mit ›Kirchenrecht‹ als Erstglied: ↗kirchenrechtlich
ZDL-Vollartikel, 2019

Bedeutungen

1.
das innerhalb einer Kirche geschaffene und dort geltende Recht im Gegensatz zum staatlichen Recht (1)
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
Das Kirchenrecht ist kein göttliches Recht, es sei denn es liegt ein Dogma zugrunde, sondern menschliches Recht und kann verändert werden wie Vorschriften im weltlichen Bereich auch. [The Cathwalk – Das Onlinemagazin für katholische Lebensart, 31.03.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Das katholische Kirchenrecht sieht Gebühren für bestimmte kirchliche Feiern wie Taufen oder Begräbnisse vor. [Süddeutsche Zeitung, 25.11.2017]
Sie sind das erste homosexuelle Paar, das eine [Heirats-]Urkunde nach evangelischem Kirchenrecht erhielt. [Süddeutsche Zeitung, 17.08.2013]
Ab dem Mittelalter war das Asyl im katholischen Kirchenrecht (Corpus Iuris Canonici) fixiert; es wurde jedoch von den weltlichen Autoritäten nicht immer anerkannt. [Die Welt, 30.07.2001]
Wer weiß schon, daß nach katholischem Kirchenrecht noch bis 1917 eine Art Fristenlösung galt? […] der Zeitpunkt der Beseelung wurde nicht vor den vierzigsten Tag nach der Empfängnis angesetzt. Erst danach galt die Abtreibung als Tötung[…] [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.1994]
Nach dem Kirchenrecht kann die Synode eine generelle Gehaltskürzung [für Pfarrer] vornehmen. [Die Zeit, 22.08.1980, Nr. 35]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das katholische, evangelische, orientalische, mittelalterliche, geltende Kirchenrecht
als Akkusativobjekt: Kirchenrecht studieren
in Präpositionalgruppe/-objekt: ein Verstoß gegen das Kirchenrecht
als Aktiv-/Passivsubjekt: das Kirchenrecht sieht etw. vor, kennt etw., verbietet etw.
2.
seltener Recht (2), das einer Kirche (gegenüber dem Staat o. Ä.) zusteht
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
Teuer zu stehen kommen den deutschen Steuerzahler […] verbriefte Kirchenrechte aus der Vorkriegszeit. So zahlt der Staat die Gehälter der Militär- und Gefängnispfarrer, der Religionslehrer an öffentlichen Schulen und der Theologieprofessoren an theologischen Fakultäten der staatlichen Universitäten. [Der Spiegel, 06.03.1995, Nr. 10]
Als Staatsmann und Staatstheoretiker arbeitete H. [der Erzbischof Hinkmar von Reims] eng mit dem westfränkischen König Karl d. Kahlen zusammen, […] scheute aber nicht vor Konflikten mit dem König zurück, wo er die Kirchenrechte bedroht sah. [Classen, P.: Hinkmar von Reims. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000, S. 13859. Zitiert nach: Classen, P.: Hinkmar von Reims. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Bd. 3, Tübingen: Mohr 1959.]
[…] was für Glaubens[ab]weichung gilt [nämlich dass es dazu einer kirchenamtlichen Bestätigung bedarf], gilt natürlich erst recht für die Frage, ob jemand ein Kirchenrecht innehat oder nicht. [Allgemeine Diskussion]

Typische Verbindungen zu ›Kirchenrecht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bestimmungen Doktor Handbuch Kanon Katholik Kirchengeschichte Kodifikation Lehrbuch Lehrstuhl Liturgie Ordinarius Paragraph Professor Professorin Promotion Protestant Rechtsgeschichte Theologie Verstoß evangelisch geltend gemein göttlich katholisch mittelalterlich orientalisch promovieren römisch römisch-katholisch verstoßen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kirchenrecht‹.

Zitationshilfe
„Kirchenrecht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kirchenrecht>, abgerufen am 23.01.2020.

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