Kitsch, der
GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kitsch(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Kitsch‹ als Erstglied: ↗Kitschroman  ·  mit ›Kitsch‹ als Letztglied: ↗Andenkenkitsch · ↗Filmkitsch · ↗Gefühlskitsch · ↗Postkartenkitsch · ↗Schlagerkitsch
eWDG, 1969

Bedeutung

abwertend sich als Kunst ausgebendes, meist süßlich-sentimentales Produkt eines fehlgeleiteten Geschmacks
Beispiele:
dieses Gemälde, dieser Schlager, diese Porzellanfigur ist Kitsch
sie hatte das ganze Zimmer voll Kitsch gestellt
das ist purer, reinster, süßlicher, literarischer Kitsch
Kitsch in Reinkultur
solcher Kitsch müsste verboten werden!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kitsch · verkitschen1 · kitschig
Kitsch m. ‘sentimentale Scheinkunst, Schund’, seit dem letzten Viertel des 19. Jhs. bekannt, zuerst Bezeichnung für eine süßliche Richtung unrealistischer Malerei. Die Etymologie ist unklar. Versucht wird Herleitung von engl. sketch ‘Skizze, flüchtige Malerei’ (s. ↗Sketch). Möglicherweise ist Kitsch jedoch eher eine Rückbildung zum mundartlich bezeugten Verb kitschen ‘Straßenschlamm zusammenscharren, schmieren’ (vgl. auch mundartliches ketsch ‘zu weich gekocht, morastig’), das wie ↗klatschen und ↗klitschen (s. d.) lautnachahmenden Ursprungs sein dürfte, wobei der Zischlaut affektische Ablehnung symbolisiert. verkitschen1 Vb. ‘künstlerisch verderben’ (20. Jh.). kitschig Adj. ‘süßlich-sentimental, geschmacklos, von pseudokünstlerischem Wert’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Kitsch · ↗Schund · ↗Trash · geschmackloser Gegenstand  ●  ↗Ramsch  ugs.
Assoziationen
Antonyme
Synonymgruppe
Edelkitsch · Kitsch · ↗Trivialkunst
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Folklore Grat Gratwanderung Kitsch Klamauk Klischees Kolportage Kommerz Kunstgewerbe Nippes Pathos Plunder Plüsch Ramsch Schmalz Schund Schwulst Sentiment Sentimentalität Trash Trödel abgleitet bombastischen didaktischen folkloristischen pure sauren sentimentalen süßlichen vorbeischrammt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kitsch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie ist nahe am Kitsch, nahe an gefährlichen politischen Ideen.
Süddeutsche Zeitung, 13.03.2004
Kurz vor dem Tod graute dir vor nichts mehr, selbst vor dem Kitsch nicht.
Der Tagesspiegel, 12.07.2002
Wie kitschig klingt der Titel, aber, wir haben alle nun mal den ernsten Willen zum Kitsch!
Reznicek, Paula von: Auferstehung der Dame. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 16789
Und weil ich im Winter nicht zum Fang hinausrennen konnte, verlegte ich mich auf den Handel, auf Kitsch und Kauf.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 18261
Dabei wurde der Begriff Kitsch auch ideologisch und politisch funktionalisiert.
Tippach-Schneider, Sabine: Das große Lexikon der DDR-Werbung, Berlin: Schwarzkopf & Schwarzkopf 2002, S. 159
Zitationshilfe
„Kitsch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kitsch>, abgerufen am 27.04.2018.

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