Kittel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Kittels · Nominativ Plural: Kittel
Aussprache
WorttrennungKit-tel
Wortbildung mit ›Kittel‹ als Erstglied: ↗Kittelkleid · ↗Kittelschürze · ↗kittelartig
 ·  mit ›Kittel‹ als Letztglied: ↗Arbeitskittel · ↗Arztkittel · ↗Bauernkittel · ↗Chemikerkittel · ↗Friseurkittel · ↗Frisörkittel · ↗Hauskittel · ↗Leinenkittel · ↗Malerkittel · ↗Russenkittel · ↗Schwarzkittel · ↗Schürzenkittel · ↗Seidenkittel · ↗Setzerkittel · ↗Stallkittel · ↗Sterbekittel · ↗Weißkittel · ↗Wirtschaftskittel · ↗Ärztekittel
 ·  formal verwandt mit: ↗weißbekittelt
eWDG, 1969

Bedeutungen

1.
aus leichtem Stoff gefertigter, einfacher Mantel, der von Männern und Frauen über der Kleidung zur Arbeit getragen wird
Beispiele:
der weiße Kittel des Arztes
sie trug im Haus einen bunten, ärmellosen, weiten Kittel
2.
weite, hemdartige Bluse, die über den Gürtel reicht und Hose oder Rock teilweise bedeckt
Beispiel:
ein leinener Kittel zum schwarzen Rock
3.
österreichisch Rock der Frau
Beispiel:
Die Bauernweiber hatten des Regens wegen die Kittel über die Köpfe geschlagen und standen in Unterröcken da [Lernet-HoleniaMaltravers16]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Kittel m. ‘hemdartiges Oberbekleidungsstück, Arbeitsmantel, Schürze’, mhd. kitel, kittel ‘leichtes Oberhemd für Männer und Frauen’, mnd. kēdel, keddel, mnl. keel, kidel, kēdel ‘weites, kurzes Oberkleid’, nl. kiel wird weitgehend als Ableitung von einem aus arab. quṭun ‘Baumwolle’ (s. ↗Kattun) entlehnten Wort aufgefaßt. Dagegen glaubt de Vries Nl. 317 eine Verbindung zu nl. (älter) kiele ‘Schürze, oberer Teil der Hose’ herstellen zu können, das er mit dem unter ↗Keil (s. d.) behandelten Substantiv zusammenstellt, also über germ. *kiðla- bzw. *kiþla- auf die Wurzel ie. *g̑ēi-, *g̑ī- ‘keimen, sich spalten, aufblühen’ zurückführen möchte. Dabei ist eine Bedeutungsentwicklung von ‘keilförmiger Hoseneinsatz’ über ‘Oberteil der Hose’ zu ‘Schürze, Kittel’ vorauszusetzen. Beide Herleitungsversuche sind unsicher. Die bis ins 18. Jh. übliche Schreibung Küttel ist wohl als volksetymologisches Deminutivum unter Anlehnung an Kutte aufzufassen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Arbeitskittel · Kittel · ↗Schurz · ↗Schürze
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Jacke · ↗Joppe · ↗Rock (Jagd, Forst)  ●  ↗Janker  österr. · Schamper  österr. · Kittel  ugs., alemannisch · ↗Wams  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeiterin Brusttasche Gummihandschuh Gummistiefel Haarnetz Handschuh Haube Lake Latzhose Mundschutz Schutzbrille Schürze Stethoskop anhaben ausziehen blau blaugrau blutverschmiert blütenweiß geblümt gestreift gestärkt grau hellblau schneeweiß steril wehend weiß Überschuh überstreifen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Kittel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie zieht im Gehen ihren Mantel aus und ihren Kittel an.
Dölling, Beate: Hör auf zu trommeln, Herz, Weinheim: Beltz & Gelberg 2003, S. 378
Eine ältere dickliche Frau in weißem Kittel betrat das Büro.
Jentzsch, Kerstin: Iphigenie in Pankow, Erfurt: Desotron Verl.-Ges. 1998, S. 106
Er lief immer im weißen Kittel herum - aber vor der Arbeit weg.
Bild, 16.07.1997
Sie können so kindlich männlichen Rat erbitten von jungen Verkäufern in weißen Kitteln.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 392
Steht da nicht jemand hinter mir in einem weißen Kittel?
Die Zeit, 03.03.1978, Nr. 10
Zitationshilfe
„Kittel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Kittel>, abgerufen am 16.11.2018.

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